Prägende Momente

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Stuttgart, Juli 1973. Das Ende der Kindheit. Besuch beim (externen) Passbildfotografen, um sich für das Ausweisbild für den ersten Schülerausweis ablichten zu lassen. Damals deformierten noch keine Anforderungen an die biometrische Kompatibilität und die biometrische Konformität einer Portrait-Fotografie die Prägung von Gesichtern und Physiognomik. Insofern rochen die 1970er-Jahre frisch und aufregend, gerade auf dem Gebiet der Medientechnik; und auch, weil die radikalen Lebensstil-Veränderungen in der zweiten Hälfte der 1960er-Jahre aus der medialen Fernvermittlung (Änderung der Musikfarben, Kleidung legére + casual, das ‚Jugendliche‘, Studentenprotest-TV-Berichte, Zusammenleben, etc.) erst eben gerade dabei waren, sich in die Landeshauptstadt durchzudiffundieren, wozu schließlich gut 25 Jahre gebraucht wurden. In seinem Textbeitrag „Stuttgarter Privatleben“ in den ‚Neuen Stuttgarter Skizzen‘ aus dem Jahre 1963 [Buchinfo hier] verwies Hermann Schreiber [http://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Schreiber_(Journalist)] noch auf die Sentenz: „Das Beste an Stuttgart sei der D-Zug nach München“: Stuttgart sei die Stadt des Privaten und des Privatlebens. „Wer für’s Öffentliche ist, der muß halt den D-Zug nach München nehmen“. Ich nahm einige Jahre später das Flugzeug, one-way, nach Berlin (West).
Foto © Derunbekanntepassbildfotograf

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