Diskursplatz FAZ

Evgeny Morozov, brightest kid on the block, plädiert erneut in der FAZ (als Replik auf einen FAZ-Debattenbeitrag von Martin Schulz) für eine Selbstbemächtigung der technischen Infrastruktur. Das kann nur bedeuten: Hardware, Betriebssysteme, Software und Netzverbindungsstrukturen auf Protokollebene selbst in die Hand zu nehmen und sich diese nicht vorbestimmt vorsetzen zu lassen. Das geht weit über den Open-Source-Gedanken hinaus, weil dafür lokale Hardware-Manufakturen notwendig werden.

http://www.faz.net/aktuell/evgeny-morozov-antwortet-auf-martin-schulz-wider-digitales-wunschdenken-12790285.html

Während dessen markiert Hans Ulrich Gumbrecht in seinem FAZ-Blog seine Universitätserfahrung in Stanford mit Bemerkungen zu einem möglichen Ende der „Start-Up“-Kultur, wenn er die sozialen Spannungen und die Entwicklungen im sozialen Mikroklima (das ihn zwischen West Palo Alto und East Palo Alto umgibt) beschreibt. Man kann auf die kalifornische Sonne vertrauen und damit auf die Wandlungsmöglichkeit dieser „Start-Up“-Kultur; man kann allerdings auch skeptisch werden…

http://blogs.faz.net/digital/2014/02/08/start-ups-letzte-version-des-american-dream-478/

Nun kann Letzteres mit Ersterem zusammen kommen: Das Ende der klassischen Start-Up-Kultur mit der Notwendigkeit lokale Hardware-Manufakturen aufbauen zu müssen, ohne daß das anschließende Profitversprechen eines gigantischen Börsengeldes als Motivationshilfe noch winken würde. Community Media hat (als geschichtlicher Vergleich) einen ähnlichen Charme…

Ich hätte im Übrigen nie vorher gedacht, dass die FAZ mit ihren Online-Publizitäten ein dermaßen wichtiger Diskursplatz hätte werden können, wenn man deren Feuilleton etwa noch aus der Zeit von Bohrer oder MRR her kannte.

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