Laura Poitras und Glenn Greenwald: Vom Salon zum Abfangen

Bereits am Sonntag, 8. April 2012, kursierten in Facebook-Zirkeln US-
amerikanischer Dokumentarfilmer Linkverweise auf einen Beitrag bei salon.com [http://en.wikipedia.org/wiki/Salon_(website)]. Es war das erste Mal, dass in einem US-Medium so offen über aktuelle Staats-Repressionen gegenüber kritischen Dokfilmern beim Grenzübertritt berichtet wurde.

Wenn man nun selbst Dokfilmer ist und zudem Kurator eines Dokfilm-Festivals
[http://www.globians.com] mit Programmschwerpunkt Englisch-sprachiger Dokumentarfilm zum Globalisierungsdiskurs, dann wird man aus der eigenen Sensibilität und einer potentiellen Betroffenheit heraus schnell hellhörig, bevor die weiteren zeitlichen Entwicklungen die allgemeine Bevölkerung dann später auf sehr allgemeine Zustände aufmerksam machen konnten.

Von Laura Poitras und Glenn Greenwald hatte ich zuvor noch nie gehört, aber der Beitrag zeugte von Zivilcourage, Standhaftigkeit und Entschiedenheit. Dies ist auch dem Gründergeist der Plattform salon.com zuzuschreiben. David Talbot
[http://en.wikipedia.org/wiki/David_Talbot] hatte salon.com bereits 1995 gegründet, er schrieb nach seinem Weggang von salon.com, u.a. den Buchtitel „Brothers: The Hidden History of the Kennedy Years“ [http://www.nytimes.com/2007/05/20/books/review/Brinkley-t.html].

Dass sich hier ein neuer Publikationspfad mit Zivilcourage, Standhaftigkeit und Entschiedenheit auftat, hat dann wohl noch jemand so gesehen und auch ebenso eingeschätzt. Jedenfalls ist dieser Beitrag bei salon.com wohl die maßgeblichste journalistische Leistung des Jahres 2012 gewesen, als Initialzündung for years to come.

Hier nun der Original-Link des salon.com-Beitrags von Glenn Greenwald über die Grenzerfahrungen von Laura Poitras vom 8. April 2012:

http://www.salon.com/2012/04/08/u_s_filmmaker_repeatedly_detained_at_border/

Das New York Times Magazine hatte am 18. August 2013 die Chronik der weiteren Entwicklung aus der Perspektive von Laura Poitras geschildert:

http://www.nytimes.com/2013/08/18/magazine/laura-poitras-snowden.html

Es ist gut zu wissen, dass Glenn Greenwald und Laura Poitras seit heute wieder unter neuer Publikations-Konstitution publizieren können:

https://firstlook.org/theintercept/2014/02/10/welcome-intercept/

http://www.heise.de/newsticker/meldung/The-Intercept-First-Look-Website-fuer-NSA-Enthuellungen-berichtet-ueber-Daten-fuer-Drohnenangriffe-2109479.html

Damit zeigt sich erneut, wie bedeutsam einer freier Fluss von Informationen für freiheitlich orientierte Gemeinwesen ist.

Dass Journalismus und sein Geschäftsmodell sich in einer Wandlungskrise befindet, braucht uns Herr Döpfner nicht erst durch seine Mauer-Mautstellen verdeutlichen.
Er sollte vielleicht mehr an kreativen Lösungen arbeiten (lassen) und ggf. weniger sein bislang im Druckfach eingesetztes Personal durch Silicon Valley bartkratzend räsonieren lassen.

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