Das beste Mittel gegen mediale Hysterie: Nachdenken (und Sigmund Freud)

Dass in den exzessiven 1966/1967/1968-er-Jahren Kunst- und Presseerzeugnisse hervorgebracht wurden, mit denen man heute einen Umgang finden muss, darauf hatte ich gegen Ende meines Postings „Die geringfügige Abweichung des analogen Kontextes einer digitalen IP-Nummer in der wirklichen Welt“ vom 13. Februar d.J. bereits hingewiesen. Und auch darauf, dass neue „Bücherverbrennungen“ den unerwünschten Widerklang der 1960er-Jahre gegen den der 1930er-Jahre lediglich austauschen, im Sinne von vertauschen, würden. Über diese unbezwingbare Wiederkehr des Vergangenen als Zeitqualität und damit als für Zeitgenossen unentrinnbaren Zeitgeist habe ich im Übrigen mit Werner Held jüngst im Podcast einen Diskurs geführt.

Wie gut, dass nach einer bedenkenswerten Zeitspanne von 12 Tagen inzwischen auch andere auf den Trichter gekommen sind, dass hier ein Haltungsproblem vorliegt, und sogar weitergedacht wurde, wie durch manipulative Meinungsführer – die sich Journalisten oder Staatsanwälte oder beides nennen – auch ohne aufpassende Nebensitzer eine politisch-gesellschaftliche Hysteriestimmung mit Pogromcharakter gegen einzelne Individuen aufgebauscht wurde, und zwar ohne dass zu öffentlichen Verbrennungen von Presseerzeugnissen vergangen geglaubter Zeiten überhaupt aufgerufen werden musste. Bei Frau Maybritt Illner, der Aufgeweckten, am Donnerstag zuvor in „Ihrem ZDF“, wurde zudem ständig auf den Knopf des „Pawlowschen Hundes“ gedrückt, so, als sei der Kalte Krieg der 1950er-Jahre wieder Gottseibeiuns: eine Talkshow als Amok-Aktion, aus anderen Zeiten, mit dem „Supergrundrecht“ auf Hysteriezismus.

Wenn dies kein Widerklang von Vergangenem ist ?!

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/faz-net-fruehkritik/tv-kritik-guenther-jauch-unsere-kinder-12817482.html?printPagedArticle=true

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