Zu Besuch bei Kurt B. Delbanco

Foto © Joachim Polzer

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1999 besuchte ich Kurt B. Delbanco zum letzten Mal in Manhattan (NYC), nachdem ich 1990, zusammen mit Norbert Pintsch, ein “Profile” über ihn gedreht hatte. Kurt war damals knapp 90 Jahre alt; er starb 98-jährig 2007. — Fake First Class Artists scharen Adepten um sich herum. Prominentestes Beispiel: Steven Jobs von Apple. Real First Class Artists legen hingegen Wert darauf, persönlichen Umgang mit anderen Real First Class Artists in ihrem innersten Zirkel zu hegen und pflegen. Gudrun Mertes-Frady ist über die Jahre und Jahrzehnte als deutscher Expat einer der profiliertesten Künstler in New York City geworden. Gudrun hat Kurt beim Management von „Delbanco Arts“, bei seiner Arbeit als Kunsthändler, tatkräftig unterstützt. Ich bin überzeugt, dass Kurt auch besonderen Wert auf Gudruns scharfes Urteil und ihre Meinungen sowie Überzeugungen gelegt hat, auch wenn das manchmal vielleicht schlechte Stimmung verursacht hat. Sie hatte das Grundproblem von Kurts Arbeit – nämlich den Spagat zwischen Freiem Künstlertum einerseits und der Arbeit als Kunsthändler andererseits – exakt als Zielkonflikt gesehen und beschrieben, weil beide Tätigkeiten sich letztlich an die selbe Zielgruppe wenden. Als Kunsthändler an andere Art Dealer oder Museumsankäufer heranzutreten und zu meinen, man habe neben einem Kokoschka oder Picasso auch „noch was von sich selbst in der Schublade“, klingt in diesen Zirkeln nicht so toll, eher unprofessionell. Das lässt man lieber bleiben. So blieb Kurt Delbanco während seiner Lebenszeit ein unerkannter, unbekannter und nicht-arrivierter First Class Artist, den man jetzt auch mal entdecken darf: unsere Zeit wäre reif dafür.

http://geoform.net/interviews/an-interview-with-artist-gudrun-mertes-frady/

http://www.artnews.org/gudrunmertesfrady/

https://duskofdigital.wordpress.com/2014/02/15/blog-kino-kunst-als-dekoration/

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