Filmarchive in Deutschland und ihr PR-Drive

Der Beitrag von Christiane Peitz zum Thema „Digitalisierung der Filmarchive – Rettung der Schätze der Leinwand“ im Berliner Tagesspiegel macht den Eindruck, Ergebnis einer profunden journalistischen Recherche im Thema zu sein. Dummerweise hindert das nicht, auch dabei dem PR-Drive der Bedarfsträger aufzusitzen.

Dass es vorrangig darum gehen müsste, die historische Kinoerfahrung mit Filmstreifenprojektion zumindest an einigen Orten zu „retten“, im Sinne von „Kinoerfahrung erhalten“, wird in dem Beitrag mit keinem Wort erwähnt und ist wohl in Deutschland – im Gegensatz zu Österreich – jenseits des Vorstellungshorizonts derer, die für den Erhalt der Bewegtbild-Kulturträger öffentlich zuständig sind.

Hinzu kommt, dass die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts mehrheitlich bei Bewegtbildern und audiovisuellen Inhalten auf Magnetbandaufzeichnungen überliefert ist, die in den dunklen Kreisen von Fernseharchiven „gerettet“ werden. Aufgrund der Hermetik von Fernseharchiven, die dann glänzen, wenn es etwas auf Silberscheibe zu publizieren gibt, hat sich im wahrsten Sinne des Wortes ein schiefes Bild der Gesamtsituation bei der Überlieferung von Bewegtbildzeugnissen aus dem 20. Jahrhundert ergeben, das dringend korrigiert werden müsste. Dass wir auch morgen also noch sagen können: „Das Bild hing schief!“

http://www.tagesspiegel.de/kultur/digitalisierung-der-filmarchive-rettung-der-schaetze-der-leinwand/10349674.html

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