75 Jahre 1. September 1939 ≠ 1. September 2014

Ausgerechnet am „Weltfriedenstag“, zum Gedenken an den 75. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkriegs, vor Ort auf der Westerplatte vom höchsten Verfassungsorgan des Deutschen Bundestaates eine mehr als deutliche militärische Warnung in Richtung Russland abzufeuern, das habe ich – ehrlich gesagt – niemals für möglich gehalten.

Wie anders sollte man die rhetorische Wendung „Verteidigungsbereitschaft den neuen Umständen anpassen“ auch verstehen ?

Ich halte diese Rede insofern auch für gefährlich, als dass die Ukraine-Krise als intendierte wie provozierte Krise vom Westen her massiv geschürt wurde, nicht zuletzt durch den „Regime Change“ seitens der USA.

Hier nicht zu erkennen, dass balancierte Außenpolitik, ja einigermaßen friedenserhaltende Außenpolitik überhaupt, seitens des Westens seit 25 Jahre aus Ignoranz heraus überhaupt nicht mehr stattfand, verkennt den Ernst der Lage, weil der Spruch „Nach dem Fall der Mauer hatten die Europäische Union, die NATO und die Gruppe der großen Industrienationen jeweils besondere Beziehungen zu Russland entwickelt und das Land auf verschiedene Weise integriert“ verkennt, das genau dies in Fragen der Geostrategie und Sicherheitsgarantieren für Russland eben nicht passiert ist. Es waren Amateurschauspieler als Politiker verkleidet am Werke.

Ich habe im Grundgesetz, in unserer Verfassung, nirgendwo gelesen, dass es die Aufgabe des höchsten Staatsrepräsentanten ist, Zwietracht zwischen den Völkern zu schüren. Oder ?

http://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Joachim-Gauck/Reden/2014/09/140901-Gedenken-Westerplatte.html

http://sicht-vom-hochblauen.de/gauck-spezial-kommentar-vom-hochblauen-ein-praesident-zum-fuerchten/

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