Traumraum versus Massenmordsimulatoren

Noch bei den schlechtesten, brutalsten und niederträchtigsten Machwerken an Spielfilmen war Kino stets Traumraum und nur das. Spätestens an der Ausgangstür war der Traum zu Ende. Dass Popcorn, Käseklebesoße und Colatrommeln den Traumraum und seinen Tiefschlaf empfindlich stören, steht auf einem anderen Blatt.

Thomasz Konicz geht in einem Telepolis-Beitrag der „unheimlichen Popularität postapokalyptischer Computerspiele“ nach und fragt nach den Motivationen, Gründen und gesellschaftlichen Funktionen von Akteur-Benutzern („Usern“) dieser „Massenmordsimulatoren“. Der Freiraum, den wir vom Kino her kannten, ist bei dieser Art von „Bewegtlichtspielen“ keiner mehr. Im Text von Konicz wird zudem ein aktueller, ökonomischer Vergleich der verbliebenen, traditionellen Spielfilmbranche (inkl. aller Vertriegswege) mit der Computerspielbranche gezogen.

Wann habe ich eigentlich den letzten maßgeblichen, neuen, aktuellen Spielfilm im Kino gesehen, dem ich das Potential des „Klassikers“ und „immergrünen Dauerbrenners“ zugebilligt hätte? Das ist lange her… Vielleicht beim „Englischen Patienten“, 1997 war das. Auch davon (der Auflösung von Kino-Relevanz) handelt David Thomsons Text der Buchveröffentlichung: The Big Screen. The Story Of The Movies And What They Did To Us.

http://www.heise.de/tp/artikel/42/42571/


Update: 08. September 2014, 16.45 h –
Das Bemerkenswerte an Boeings Vorstellung der neuen Laserkanonenwaffe ist der Fakt, dass das zentrale Steuerungselement ein Spielkonsolen-Interface, der XBOX-Controller aus dem Hause Microsoft, ist. Der Übersprung von der Bürgerkriegssimulation in tatsächliche Kriegstechnik ist also keineswegs „phantastisch“, sondern überaus real.
http://www.wired.com/2014/09/armys-new-laser-cannon-blasts-drones-out-of-the-sky-even-in-fog/

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