„What happens to an art when its foundational medium disappears?“

MANOHLA DARGIS am 25. August 2016 in der New York Times über den Erhalt und die Restaurierung von Filmwerken:

http://www.nytimes.com/2016/08/28/movies/the-race-to-save-the-films-we-love.html

Darin zwei bemerkenswerte Zitate. Zunächst Michael Pogorzelski, Leiter des US Academy Film Archive: „…we know there are going to be at least four theaters that the academy runs that are still going to be showing film.“ – Und dann noch Schawn Belston, oberster Abteilungsleiter von 20th Century Fox für Medien und Archivdienste: „Analog solution … is still the most trusted and has well-established archival longevity.“ Von der Erzeugung „neuer analoger Probleme“ liest man dort – im Gegensatz zu dem, was man aus Berlin hört – wirklich nichts.

Ergo: Die Sorge um den Erhalt der gesamten, umfassenden Wertschöpfungs-Kette mit und durch Filmmaterial – von der Erzeugung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, über die Bearbeitung und Endsicherung auch digitaler Quellen bis hin zum Erhalt mehrerer Show-Rooms im wahrsten Sinne der Worte –, so gehen Profis in der selbsternannten Filmnation mit der gegenwärtigen und zugegeben fragilen Situation des vollzogenen Technikwandels um.

Und dies ist auch die einzig mögliche Konsequenz bezogen auf die Tatsache, dass der Erhalt der gesamten, umfassenden Wertschöpfungs-Kette auf der Basis von Speichermaterie für Digitaldaten und den Technologien ihrer Wiederdarstellung, d.h. Dequantifizierung, in Bild und Ton, derzeit nicht gegeben ist, allenfalls Marktsituationen des Augenblicks unterworfen sind, die Kommen und Gehen. Chipfabriken, sei es für Computation oder für Datenspeicherung, sind für Archivetats unbezahlbar und werden es auch bleiben. Eine Chipfabrik am Leben und in Arbeit zu halten, ist durch die immanent in der Technologie mitgemeinte Skalierung der Produktionsmenge selbst bei zeitlicher Fixierung (Einfrierung) des technischen Entwicklungstandes beim Ausfall der Marktsituation für öffentliche Institutionen in der Regel unbezahlbar. Der digitale Archivar möchte seine Dosensuppe anscheinend gerne weiterhin im Supermarkt kaufen, statt zunächst Kräuter und Gemüse auf der Wiese selbst zu sammeln. Militärs von Weltmächten können sich auch Einzelchips für jeden Preis herstellen lassen. Allerdings dürfte die Zeit der „Filmkriege“ wirklich vorbei sein.

Die erste der beiden Wertschöpfungs-Ketten ist (noch) im Vergleich zur zweiten verhältnismäßig preiswert zu haben, wenn man jetzt das Richtige tut und Schädliche unterlässt. Daher: Einmal mit Profis arbeiten!

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