Digitale Dämmerung: Der perfekte Kinofilm-Sturm

Kaum mehr Spielfilme im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, geschweige denn mit historiographischer oder editorischer Aufarbeitung; genereller Verlust der Filmgeschichte im noch populärsten Zeitmedium.

Kollabierende Auswertungsfenster-Zeiträume bei Kinofilm-Erstaufführungen im Kino; der Komplettverlust des Leitmedien-Charakters des Kinos.

Im Repertoire nur lückenhaft und zeitlich lediglich temporär nach ‚trial and error‘ verfügbare Werke von kommerziellen Streaming-Verwertern; rudimentäres Repertoire mit Karussellcharakter, ohne Zentrum und Konsistenz, führt zum Verlust einer Kanonbildung, die zur transgenerationellen Vermittlung sowie des Erhalts des Vergangenen aber zwingend notwendig wäre.

Zunehmend sprachlose Kinofilmwerke, bei denen die Strahlkraft der Stars zusammen mit ihrem Magnetismus für die Kinokasse schrumpft; universelle Verwertbarkeit von Warenfilmen ohne jegliche relevanten Inhalte.

Renommierteste Videodisk-Verlage mit Editionsreputation mutieren mit ihrem Angebot zu Abo-Streaming-Diensten, bei denen man vor der Darbietungsqualität des Werkes wie vorm Zugriff auf die Gesamtedition erschrickt.

Youtube-Kanäle werden zum „vermutlich letzten Verwertungszyklus“ des Spielfilms, weil er „keine realistischen Verwertungschancen über die herkömmlichen Auswertungskanäle“ mehr hat.

Schiff versenkt.

Zum Nachdenken:

http://variety.com/2017/film/news/box-office-2016-rogue-one-finding-dory-china-1201950841

http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/murnau-in-wiesbaden-restauriert-muenchhausen-14590174.html

http://www.tagesspiegel.de/kultur/heimatfilm-im-internet-freier-blick-auf-die-alpen/19210124.html

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