Netflix ersetzt Kino

Jörg Taszman am 12. März 2018 bei Deutschlandfunk Kultur zur habituell-
ökonomischen Übernahme des Kinos und der Kinowerke durch Netflix am Beispiel „Auslöschung“ von Alex Garland:

http://www.deutschlandfunkkultur.de/alex-garlands-ausloeschung-auf-netflix-zu-komplex-fuers.2156.de.html?dram:article_id=412811

Spannend wird dann daraus abgeleitet die Frage, ob Netflix-Werke für Offline-Medien nach ihrer Streamingauswertung lizensiert würden, damit das Kino im Heim via Offline-Modus und durch seine dortige cinematische Zelebrierung mit würdiger Bandbreite sich erretten kann. Die größte Schwäche der Streamingdienste ist derzeit weltweit und allenthalben die mangelnde historische Konsistenz und Vorhaltezeit des jeweiligen Repertoirs, mit entsprechend mangelhafter Verlässlichkeit bezogen auf eine Verfügbarkeit spezifischer Werke für eine zukünftige Nutzung: den zweiten Abruf, das Daraufzurückkommen, das erneute Betrachten, das spätere Seherlebnis, der Verweis, die Fundstelle, die Referenz.

Verkommt das audiovisuelle Konsumieren zu einer Form der im Anschluß wegwerfenden Augenblickserregung bei gleichzeitig mangelnder historischen Konsistenz der Quellen, steigt eine dann ehemalige Kunstform auf das Niveau der kommunikativen Inhalte des Internets mit seiner notorischen Inkonsistenz herab.

„I guess, it’ll be all streaming in the future“, schrieb David Thomson in seiner Kinogeschichte „The Big Screen: The Story of the Movies“ 2012.

Andererseits verbrennt Netflix gerade 8 Milliarden USD an spekulativem Börsengeld.

Ist der Börsenspuk vorbei, wird es auch bei Netflix wieder ruhiger und nicht nur dort.

Was dann aus den in der Zwischenzeit produzieren Werken passieren wird, steht auf einem anderen Blatt.

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