Netflix ersetzt Offline-Medien

Michel aus der Schweiz schrieb auf das Posting „Netflix ersetzt Kino“ https://duskofdigital.wordpress.com/2018/03/13/netflix-ersetzt-kino/
vom 13. März 2018 einen Kommentar:

„Wusste gar nicht, dass Annihilation nicht ins Kino kommt. Wäre hingegangen. Na dann halt die UHD für mich. Freu mich schon. Netflix und Streaming können mir gestohlen bleiben!“

Michels-Kommentar vom 30. März 2018 zur Gänze hier:
https://duskofdigital.wordpress.com/2018/03/22/das-aufsichtskino-des-selbststrahlers-ist-da/

Auch wenn im Falle Annihilation / Auslöschung
https://de.wikipedia.org/wiki/Auslöschung_(Film)
eine DVD-BRD-UHD-Disk verfügbar sein dürfte; dieser Umstand ist lediglich der Tatsache zu verdanken, dass Netflix hier nicht der Produzent, sondern nur ein Distributor im Streaming-Bereich war.

Nach dem, was man bis jetzt absehen kann, ist Netflix weder ein Freund des Kinos noch einer der Offline-Medien.

Die Veröffentlichung von Netflix-Original-Produktionen auf Offline-Medien schwächt im Zweifelsfalle deren eigene Marktposition, deren Geschäftsmodell, und stärkt ohne Zweifel die marktstärksten Anbieter im Vertrieb von Offline-Medien. Amazon Inc. war unter deutschen Dokumentarfilmern einst dafür verrufen, dass sie von jeder DVD, die sie als Verkaufsmedium in die Hände zum Handel bekamen, einen Rip als Prime-Streaming anboten, dem eigenen Disk-Vertrieb zur Konkurrenz, ob nun mit Lizenzvertrag oder ohne. Man hätte ja als kleiner Dokumentarfilmproduzent gegen die Goliath gerichtlich klagen können. Die AG Dok hat das wohl in der Zwischenzeit mit Verbandsnachdruck abgestellt. Seltsam war der Fall trotzdem.

Die größte Schwäche für Streaming-Anbieter scheint mir weder das bit-starved-image noch die mangelnde Tonqualität bei Streaming zu sein, sondern vielmehr die Inkonsistenz des Angebots an Werken, die zeitliche Inkosistenz der Film-Bibliothek. Manche Streamingdienste machen aus der Not rasch auslaufender Lizenzen eine Tugend an Aktualitäts-Bohei. Für Filmhistoriker, Filmsammer und film buffs ist aber genau dies der Ernstfall: nicht mehr an Quellen und Werke heranzukommen, zum Zeitpunkt, wenn dies notwendig wird.

Netflix als Vollrechte produzierendes Film-Studio verfügt bei Eigenproduktionen in der Regel über alle Nutzungsrechte und zwar über die volle Zeitdauer des Urheberrechts.
Deren Marktmodell ist derzeit, Noch-Nicht-Subskribienten mit dem Wunsch nach spezifischen Werken als Dauerkunden zu gewinnen. Jede Offline-Edition würde dieses Akquisitionsmodell zur Expansion in Richtung recoup of investment schwächen.
Zwar kann man auf längere Verweilzeiten in den Libraries dort hoffen, aber sicher ist das nicht. Dazu war das Modell Disney mit seiner Geschäftspolitik der Verknappung einfach zu erfolgreich.

PS: Inside(r) Joke – wikipedia ist besser als imdb!

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