Eric Bentley

Mit Eric Bentley hatte ich 1994 in seinem 12-Zimmer-Apartment am Riverside Drive in NYC ein zweistündiges Interview zu seiner Arbeit und Erfahrung mit Brecht und Leo Kerz (das Subject meiner damaligen Forschungen) führen können. Er war damals knapp 80. In diesem Zusammenhang traf ich, neben vielen anderen, auch Judith Malina und Mel Gussow. Das Zusammentreffen mit Bentley blieb mir, wie/durch die Bandaufzeichnung, in bleibender Erinnerung, weil er seinen Umgang mit beiden, seine Einschätzungen der damaligen „lefty-Emigranten-Szene“, die Atmosphäre der New Yorker Kultur-, Kunst- und Theater-Szene in den 1940ern und beginnenden 1950ern so lebendig schildern konnte: kein Wunder, wenn man 1916 geboren wurde.

Jetzt hat er seinen Nachruf-Schreiber der NYT um volle zwei Jahre überlebt, mindestens so lange lag der Nachruf in der Schublade bei denen. 103 Jahre alt ist Eric Bentley geworden.

Bentleys Bücher, die ich mir antiquarisch aus NY mitbrachte, sind auch heute noch sehr lesenswert und intellektuell „nahrhaft“…

Bentley und Rolf Hochhuth, auch ein Abgang dieses Jahr, hängen für mich mit/über Leo Kerz zusammen. Kerz war im Kreis von Bentley/Brecht während Brechts New Yorker Engagement durch den Kontakt mit Piscator mit dabei, wie auch bei der Weltpremiere vom „Stellvertreter“ in West-Berlin, Freie Volksbühne 1963, Regie: Erwin Piscator) als Set Designer beteiligt.

https://www.nytimes.com/2020/08/05/theater/eric-bentley-dead.html

https://www.latimes.com/archives/la-xpm-1987-01-25-ca-5615-story.html

https://en.wikipedia.org/wiki/Eric_Bentley

https://de.wikipedia.org/wiki/Eric_Bentley

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