PROJECTION ARGENTIQUE

Auf der im Jahre 2016 durch Tarantinos „Hateful 8“ neu installierten beziehungsweise technisch generalüberholten Basis an Kinoanlagen mit Filmstreifenprojektoren im 70-mm-Breitfilm-Format startet nach „Interstellar“ im Jahr 2014 mit 50 weltweiten 70-mm-Filmkopien nunmehr, anno 2017, „Dunkirk“ von Christopher Nolan mit der größten Anzahl an 70-mm-Kopien seit 25 Jahren, nämlich 125 weltweit, inklusive den IMAX-70-mm-Spezialkopien. Bei „Hateful 8“ waren es rund 100 70-mm- Kopien.

http://variety.com/2017/film/news/christopher-nolan-dunkirk-70mm-1202487443

http://www.in70mm.com/news/2017/dunkirk/index.htm

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Die Beendigung der monopolartigen Vorherrschaft des Closed-Circle-Systems der Filmarchive

Im laufenden „Filmerbe in Gefahr“-Diskurs haben sich im Frühjahr 2017 zwei relevante Wortmeldungen mit stringenten und evidenten Argumentationslinien gezeigt.

Einmal der Text „Wie das Filmerbe sichern? – Das Kino passt auf keine Festplatte“ von Alexander Horwath, veröffentlicht am 27. März 2017 in der FAZ Online und auch derzeit ohne DRM, digitalen Gatekeeper und vorab für Alles zu bezahlenden Digitalpass nachzulesen.

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kino/diskussion-um-rettung-des-filmerbes-in-deutschland-14943602.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

Dass die von Horwath dargestellte Einstellung zum Erhalt einer Kulturtechnik in Deutschland nicht Mainstream ist, zeigt einerseits die Ahnungslosigkeit und Laienhaftigkeit der Professoren, Direktoren und Doktoren im Sachgebiet, andererseits macht es auf die Abwesenheit von 1000 Jahren Kultur der Römer gerade in den ostelbischen Gebieten erneut aufmerksam.

Die zweite Wortmeldung war die von Helmut Herbst anlässlich des Symposiums „Das NRW-Filmerbe – Archivierung, Digitalisierung und Veröffentlichung“, das am 26. und 27. April 2017 in Köln stattfand. Herbst fordert darin die Beendigung der monopolartigen Vorherrschaft des Closed-Circle-Systems der Filmarchive und eine Hinwendung zur Rettung des Filmerbes mittels der Schaffung eines breiten Zugangs zu erhaltenswertem Material, ein Plädoyer also für OPEN ACCESS zu mit öffentlichen Mitteln produziertem Wissen, auf der Basis der inzwischen bezahlbar gewordenen Digitalisierungstechnik.

http://kinematheken.info/na-dann-priorisiert-mal-schoen/

Auf diese Idee des Paradigmenwechsels in der operativen Archivarbeit sind wir hier im Blog im Übrigen bereits am 9. April 2014 gekommen, als BLACKMAGIC DESIGN den BMD Cintel Filmscanner für 25.000 statt 250.000 EURO erstmals vorstellte:

https://duskofdigital.wordpress.com/2014/04/09/filmerbe-digitalisierung-ist-nicht-das-problem-das-ubernimmt-die-maschine/

Ob OPEN ACCESS dabei allerdings meint, Amateur-Filme mit historischer Relevanz als Materialfund bei ebay aufzukaufen, zu digitalisieren und diese aufgekauften Bewegtbildfunde dann (ohne Abgeltung von urheberrechlich relevanten Nutzungsrechten an die Materialgeber bzw. Erben der Urheber) dann meistbietend pro Sendesekunde mit eigener Profitabsicht an History-Sendungen und -Kanäle zu vermarkten, wage ich zu bezweifeln. Insofern sehe ich in dem Interview, das Dirk Alt mit Karl Höffkes führte – ebenfalls bei kinematheken.info im Frühjahr 2017 veröffentlicht – erneut einen Beleg darin, am Wesentlichen mit Absicht oder Ignoranz vorbei zu argumentieren. Mir fällt dabei schwer, die Laienhaftigkeit des Diskurses von möglicherweise absichtlich platzierten Fake News zu unterscheiden. Natürlich würde niemand Guido Knopp – ich habe inzwischen lange gebraucht, mich hier an den Namen zu erinnern – Nazitum oder Nazipropaganda unterstellen, nur weil er viele Sendungen und Sendereihen zur NS-Geschichte zu verantworten hatte. Ich halte es eher für eine niedere Moral und für unlauter, den Leuten auf Marktplattformen ihre Umkehroriginal-Filmrollen (Quelle und gleichzeitig physisches Beweismittel) aus den Familienbeständen abzuluchsen und das dann auch noch als vorbildlich kulturelle Geschichtsbewahrung und als intelligente Materialakquise mit altruistischem, geschichtsbewahrenden Hintergrund hinzustellen.

http://kinematheken.info/weltgeschichte-in-bewegten-bildern-ein-filmerbe-gespraech-mit-karl-hoeffkes/

 

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Unsere illiberale Zeiten: Die Staatsferne der Algorithmen

Wie bereits treffend von fefe bemerkt wurde

http://blog.fefe.de/?ts=a7a8d47d

hat sich unsere Staatsregierung wieder des Strategiemittels des Diskursschattens bemächtigt, um Zensur- und Überwachungsgesetze durchzuwinken.

https://netzpolitik.org/2017/netzdg-fake-law-gegen-hate-speech/

http://www.tagesschau.de/inland/gesetz-gegen-hasskommentare-beschlossen-101.html

Man beachte den semantischen Unterscheid zwischen einem Netzwerkdurchsetzungsgesetz, NetzDG wie Dachgeschoss im Netz, und einem Netzwerkbemächtungsgesetz, einem Netzwerkermächtigungsgesetz.

Nun soll das erstmal alles nur für Plattformen mit über zwei Millionen Nutzern gelten, also für GAFA (Google, Apple, Facebook, Amazon), aber der entscheidende Erststich gegen das weltweite Netz ist aus Deutschland und in Deutschland erstmal gemacht.
Jetzt kann man mehr und weitere Mauern der Freiheit und Demokratie einreißen.

Die Kronjuwelen unserer Digitalen Dämmerungszeit aber bestehen in der Bemächtigung der Algorithmen – also in der Dreifach-Bedeutung von, erstens unserer Bemächtigung durch die Algorithmen, zweitens der Bemächtigung von uns durch die Algorithmen sowie, drittens, in der Bemächtigung von uns an den Algorithmen.

Und so sehr es als problematisch und gefährlich anzusehen ist, wenn lediglich vier oder fünf Silicon-Valley-Giganten hier die weltweite Kontrolle nicht nur erarbeiten, sondern auch behalten wollen, um so gefährlicher wäre es für den Weiterbestand und die Weiterentwicklung der freiheitlich-liberal-demokratischen Grundordnung, wenn statt einer gesellschaftlichen Kontrolle durch neu geschaffene Organe öffentlich-
rechtlicher Körperschaften – analog dem ÖR-Rundfunkmodell der Nachkriegszeit – jetzt der Staat sich der Algorithmenkontrolle bemächtigen will.

http://blog.fefe.de/?ts=a7a4ee17

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/heiko-maas-will-regulierung-von-internet-konzernen-mit-algorithmen-a-1155570.html

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Algorithmen-und-Scoring-Maas-fordert-digitales-Anti-Diskriminierungsgesetz-3761722.html

Mit den psychodynamischen Wurzeln der Persönlichkeit unseres Staatsjustizministers Heiko Maas, seinem mutmaßlichen karmischen Auftrag, hat sich jüngst ausführlich Werner Held in seiner Sendereihe „Kosmos und Psyche“ befasst. Seine Sendung vom 13. Juni 2017 trägt den Titel „Illiberale Zeiten? – Eine Aufzählung und zusammenfassende Einschätzung vieler sich bereits in unserer Zeit entfaltender und zukünftiger freiheitsfeindlicher Wirkhoroskope„.

Link http://www.werner-held.de/audio/kp-illiberal.mp3

http://www.werner-held.de/?page_id=29

Das Handout zu dieser Sendung ist hier als pdf erhältlich:

http://www.werner-held.de/pdf/illiberal.pdf

 

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Autostereoskopie im Kino

Angeblich soll der zweite Teil von Avatar im Jahr 2020 mit Autostereoskopie-Technik in die Kinos kommen.

Statt Linsenraster also Parallaxbarrieren wie anno 1930.

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Keine-3D-Brille-erforderlich-Avatar-2-koennte-mit-Autostereoskopie-Technik-in-die-Kinos-kommen-3760881.html?view=print

Ein Whitepaper zu „CINEMA 3D“ hier:

http://www.wisdom.weizmann.ac.il/~netefrat/cinema3D/files/paperMain_low.pdf

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100 Jahre Technicolor im Filmmuseum Frankfurt am Main

Im Juni 2017 veranstaltet das Filmmuseum Frankfurt am Main in seinem Museumskino eine Reihe mit einer Auswahl an Technicolor-Filmen zum 100. Geburtsjahr der Technicolor-Farbverfahren. Wieder einmal zeigt das DIF seine Führungsrolle im Verbund der filmhistorisch arbeitenden Museen in Deutschland.

Aus der Ankündigung:

„THE GULF BETWEEN (US 1917) war vor 100 Jahren der erste mit dem Technicolor-Verfahren hergestellte Film. Doch technische Widrigkeiten und Rückschläge machten die ersten Bemühungen des 1915 von Herbert Kalmus gegründeten Unternehmens zunächst zu einer Enttäuschung. Nachdem die Verfahren Nr. 1 und Nr. 2 bei den großen Studios nicht den nötigen Rückhalt fanden, kam mit Nr. 3 Ende der 1920er der Durchbruch – allerdings noch immer im Zwei-Streifen-Prozess, der nur einen Teil des Farbspektrums abbilden konnte.

Weltberühmt wurde Technicolor erst mit Verfahren Nr. 4, das von 1932 an mit Drei-Streifen-Kameras arbeitete. Zusammen mit der langfristig farbstabilen Dye-transfer-Kopierung nach Art des Reliefdrucks, ermöglichte es jenen oft mit dem Slogan „Glorious Technicolor!“ beworbenen besonderen Look, der zahlreiche Klassiker prägte. Cinephile und Filmhistoriker bewunderten fortan „Die Röte des Rots von Technicolor“ (Hartmut Bitomsky). Die Komplexität des Verfahrens und die Schwerfälligkeit der Drei-Streifen-Kameras sorgten jedoch dafür, dass die Filmindustrie 1954 auf Eastmancolor-Negativ umstieg. Im Verfahren Nr. 5 wurden allerdings weiterhin viele Filme im Technicolor-Farbdruck kopiert und entsprechend beworben, bis die Kopierstrecken Ende der 1970er Jahre stillgelegt und nach China verkauft wurden.

Die Auswahl der Reihe konzentriert sich zunächst auf klassische Three-Strip-Technicolor-Filme des Verfahrens Nr. 4 der 1930er bis 50er Jahre. Das Besondere: Sämtliche Filme sind als im Farbdruck-Verfahren in den USA und London hergestellte originale IB-Tech-Kopien zu sehen. Zwei Vorträge geben vertiefende Einblicke in das Thema. Ergänzend sind außerdem bei TERZA VISIONE – 4. Festival des italienischen Genrefilms zahlreiche, im Verfahren Nr. 5 in Rom hergestellte Technicolor-Kopien der 1960er und 70er Jahre zu sehen.

Wir danken insbesondere der Cinémathèque française und dem Österreichischen Filmmuseum für die Bereitstellung von wertvollen, normalerweise wegen ihrer Unersetzlichkeit nicht ausleihbaren Unikaten.“

Quelle: http://deutsches-filminstitut.de/blog/glorious-technicolor/

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Emmanuel Todd

https://de.wikipedia.org/wiki/Emmanuel_Todd

Dr. Andreas Müller ist es zu verdanken, dass das von Olivier Berruyer im August 2014 für das französische Blog Les-Crises.fr geführte Interview mit Emmanuel Todd nunmehr von ihm deutsch übersetzt in seinem Blog „Hintermbusch“ vorliegt:

3. Teil
Ein deutsch-amerikanischer Konflikt?

https://hintermbusch.wordpress.com/2017/04/06/ein-deutsch-amerikanischer-konflikt/

1. Teil
Das deutsche Europa

https://hintermbusch.wordpress.com/2017/03/11/das-deutsche-europa/

2. Teil
Entstehung und Antrieb des ‚Deutschen Europa‘

https://hintermbusch.wordpress.com/2017/04/02/entstehung-des-dt-europa/

Emmanuel Todd über Merkels Einwanderung
2016

https://hintermbusch.wordpress.com/2016/06/18/emmanuel-todd-uber-merkels-einwanderung/

Zitat als Todds conclusio:

„…aber der Preis, der zu bezahlen sein wird, wird die Entstehung einer Kastengesellschaft sein, mit einem extrem harten politischen und polizeilichen System“

Zitat aus dem Kommentar des Übersetzers:

„Für einen eigentlich sozialliberalen Familienvater mit 4 Kindern bleibt in dieser toxischen politischen Konstellation die Frage nach einer Auswanderung auf der Tagesordnung, als letzte Option der Flucht vor einem autoritären Verfall der Freiheit oder sogar offenem Bürgerkrieg.“

https://hintermbusch.wordpress.com/about/

https://hintermbusch.wordpress.com

http://www.nachdenkseiten.de/?p=38587

http://www.nachdenkseiten.de/?p=38502

http://www.nachdenkseiten.de/?p=38529

 

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40 Jahre VHS in PAL-Europa

Obwohl in NTSC-Japan bereits 1976 vorgestellt, nahm der „Video Home System“-Zug erst 1977 mit der Entwicklung PAL-tauglicher Videoköpfe in Serienfertigung Fahrt auf. Nennenswerte Stückzahlen an VHS-Recordern kamen von JVC erst im Laufe des Jahres 1978 in den deutschen Markt. Die VHS-Offensive im deutschen Einzelhandel begann damit zum Weihnachtsgeschäft 1978.

Dennoch dürfen wir im Reigen der Innovationen des Siebenerjahres heuer die 40 Jahre VHS-Jubiläum feiern. Meine erste Homevideo-Aufnahme auf VHS war der Jahresrückblick von ARD-Aktuell vom Jahresende 1980 (Aufreger: militärische Besetzung Afghanistans durch die Sovjetunion-Truppen), gefolgt von Disney’s „Die Wüste lebt“. Vor einigen Monaten war diese VHS noch ohne Störungen abspielbar; wie passend die Mix-Tape-Kombination im Thema noch heute.

Ein beispielloser Siegeszug von Heimelektronik im Weltmaßstab und Beginn der zeitlichen, räumlichen, individualisierten Eigenverfügung über die audiovisuelle Welt, eingestellt erst durch die Einführung von DVD-Video 20 Jahre später und das vermeintlich Speichermaterie-lose Streaming-Zeitalter heute.

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