40 Jahre VHS in PAL-Europa

Obwohl in NTSC-Japan bereits 1976 vorgestellt, nahm der „Video Home System“-Zug erst 1977 mit der Entwicklung PAL-tauglicher Videoköpfe in Serienfertigung Fahrt auf. Nennenswerte Stückzahlen an VHS-Recordern kamen von JVC erst im Laufe des Jahres 1978 in den deutschen Markt. Die VHS-Offensive im deutschen Einzelhandel begann damit zum Weihnachtsgeschäft 1978.

Dennoch dürfen wir im Reigen der Innovationen des Siebenerjahres heuer die 40 Jahre VHS-Jubiläum feiern. Meine erste Homevideo-Aufnahme auf VHS war der Jahresrückblick von ARD-Aktuell vom Jahresende 1980 (Aufreger: militärische Besetzung Afghanistans durch die Sovjetunion-Truppen), gefolgt von Disney’s „Die Wüste lebt“. Vor einigen Monaten war diese VHS noch ohne Störungen abspielbar; wie passend die Mix-Tape-Kombination im Thema noch heute.

Ein beispielloser Siegeszug von Heimelektronik im Weltmaßstab und Beginn der zeitlichen, räumlichen, individualisierten Eigenverfügung über die audiovisuelle Welt, eingestellt erst durch die Einführung von DVD-Video 20 Jahre später und das vermeintlich Speichermaterie-lose Streaming-Zeitalter heute.

Veröffentlicht unter Zeitsignal | Verschlagwortet mit , , ,

M. G. Siegler

M. G. Siegler war seit der Jahrhundertwende sehr bekannt als meinungsstarker Journalist und führender Essayist beim TechCrunch-Blog.

Seit einiger Zeit, genauer: nach der Übernahme von TechCrunch durch AOL, schreibt er leidenschaftlich und genauso meinungsstark für MEDIUM im 500ish Blog, auch über Kinoerfahrung und Kinopräsentation.

Diese beiden Texte erscheinen mir recht lesenwert, weil sie den Abstieg des Kinos beim Aufstieg der Streaming-Serien plastisch verdeutlichen.

Redet eigentlich noch jemand über Fernsehen dieser Tage?

https://500ish.com/the-future-of-cinema-2e0240d83507

https://500ish.com/amcs-kabuki-theater-1844db319506

Veröffentlicht unter Verknüpfungen | Verschlagwortet mit , , , ,

50 Jahre Taschenrechner

Das Siebenerjahr bleibt interessant:

Am 29. März 1967 stellte der Erfinder des Integrierten Schaltkreises Jack Kilby den „Cal Tech“ seinem Direktor bei Texas Instruments vor. Noch vor den Heimcomputern war der Taschenrechner in den 1970er-Jahren die Vorhut des digitalen Zeitalters, das damit damals in die Klassenzimmer der Schulen eintrat und dort den Rechenschieber ersetzte.

https://www.heise.de/newsticker/meldung/50-Jahre-Taschenrechner-Die-Erfindung-die-niemand-haben-wollte-3668423.html

Veröffentlicht unter Verknüpfungen | Verschlagwortet mit , ,

Robert W. Taylor, Walt Mossberg, Franz Stadler

John Markoffs Nachruf in der New York Times auf Robert W. Taylor, den Erfinder-Manager, der das „moderne Computer-Zeitalter gestaltete“, nichts Geringeres als das:

https://www.nytimes.com/2017/04/14/technology/robert-taylor-innovator-who-shaped-modern-computing-dies-at-85.html

Ein Interview von Markoff mit Taylor aus dem Jahre 1999 ist weiterhin online verfügbar:

http://partners.nytimes.com/library/tech/99/12/biztech/articles/122099outlook-bobb.html

Taylors Rolle für ARPA-Net, beim XEROX Palo Alto Research Center und zu AltaVista als erster „Suchmaschine“ des Internet wird von Markoff ausführlich in seiner Buchveröffentlichung „What the Dormouse Said: How the 60s Counterculture Shaped the Personal Computer Industry“ aus dem Jahr 2005 beschrieben.

Detlef Borchers zu Taylor bei Heise auf Deutsch:

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Zum-Tod-des-Internet-Pioniers-Robert-Taylor-3686344.html

Derweilen hat Walt Mossberg seine Verabschiedung in den Ruhestand bekannt gegeben:

http://www.tagesspiegel.de/medien/von-steve-jobs-und-bill-gates-geschaetzt-walt-mossberg-gibt-karriereende-bekannt/19638286.html

Christiane Peitz mit einem Nachruf auf den Berliner Kinopionier Franz Stadler beim Berliner Tagesspiegel:

http://www.tagesspiegel.de/kultur/zum-tod-des-kinomachers-franz-stadler-der-melancholische-pionier/19578344.html

Hören kann man Franz Stadler nochmals anno 1998, zum 25. Betriebsjubiläum des „Filmkunst 55“ im Podcast vom 1. September 2016, hier:

http://www.tagesspiegel.de/kultur/zum-tod-des-kinomachers-franz-stadler-der-melancholische-pionier/19578344.html

Veröffentlicht unter Verknüpfungen | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , ,

40 Jahre „Apple II“ Personal Computer

Wieder ein rundes Jubiläum in 2017:

Der „Apple II“ debütierte am 15. April 1977 auf der West Coast Computer Faire und gehört bis 1993 zum Produkt-Portfolio bei Apple Computers.

https://www.heise.de/newsticker/meldung/40-Jahre-Apple-II-Der-Computer-fuer-jedermann-3685934.html

Veröffentlicht unter Verknüpfungen | Verschlagwortet mit , ,

Das Siebenerjahr ins halbe Jahrhundert gepackt: die Filmparade von 1967

Die Sieben schließt und rundet die Woche für den bevorstehenden Neustart ab, als Siebenerjahr innerhalb einer Dekade definiert das Siebenerjahr ab da an den Sinn der jeweiligen Dekade: 20 Jahre ZKM und 40 Jahre Tastentelefon wurden hier als runde Jubiläen für 2017 bereits registriert. Hinzuzufügen wären für 2017:

20 Jahre DVD-Einführung in Nordamerika und Europa und

50 Jahre Pal-Farbfernsehen sowie

60 Jahre Römische Verträge.

Die 82. Ausgabe der australischen Ezine Senses of Cinema würdigt die enorme Liste filmgeschichtlich heute relevanter Filmwerke aus dem Jahr 1967 mit einer eigenen Schwerpunktausgabe, mit Liebesbriefen an dieses sensationelle Jahr 1967 und seine Filmkunst.

Link: http://sensesofcinema.com/issues/issue-82/

Editorial: http://sensesofcinema.com/2017/1967/editorial/

Eine Auswahlliste von Gewerken des Jahres 1967:

Blow Up, Antonioni, GP Cannes, 12. Mai 1967

Two or Three Things I Know About Her, Godard, 1967

Weekend, Godard, Paris, 29.12.1967

In the Heat of the Night, Jewison, 1967

Marat/Sade, Brook, 1967

Playtime, Tati, 1967

The Jungle Book, Reitherman, 1967

The Graduate, Nichols, 1967, kurz nach:

Who’s Afraid of Virginia Woolf, Nichols, 1966

The Young Girls of Rochefort, Demy, 1967

Reflections in a Golden Eye, Huston, 1967

Guess Who’s Coming to Dinner, Kramer, 1967

Wait Until Dark, Young, 1967

Belle de jour, Buñuel, 1967

Bonnie and Clyde, Penn, 1967

Don’t Look Back, Pennebaker, 1967

The Fearless Vampire Killers, Polanski, 1967, dt. Tanz der Vampire

The Firemen’s Ball, Forman, 1967

Point Blank, Boorman, 1967

The Stranger, Visconti, 1967

Electronic Labyrinth: THX 1138 4EB, Lucas, 1967, Kurzfilm

Veröffentlicht unter Verknüpfungen | Verschlagwortet mit , ,

Die Auflösungslücke

Wieder ist Matthias Dell ein entscheidender Hinweis zu verdanken, der auch mir jüngst offensichtlich wurde: Die Abbildungsqualität digitaler Bewegtbildmedien – Kameras, Postproduktion, Displays – hat durch die enorme Beschleunigung der technischen Entwicklung in den letzten gut zehn Jahren zu einer Hyperrealistik auch der dokumentarischen Abbildung geführt. Fügt man nun Kompilationsmaterial aus den Archiven und Fundstücke ein, um historische Situationen zwischen beschriebener Realität der Talking Heads präsent werden lassen zu können, ist man mit einer Auflösungslücke zwischen Zitatmaterial und Gegenwart konfrontiert, mit der zunächst – trotz Teranex-Technik beim Upscaling – umzugehen ist – und zwar in beide Richtungen.

Das Problem verschärft sich nun zusätzlich dadurch, dass neben der jeweils vervierfachten Steigerung der Gesamt-Auflösung, gemessen an der horizontalen k-Auflösung – k wie kilo: 2K, 4K, 8K, 16K – bei jedem Schritt, nun auch HFR (High Frame Rate) bei der zeitlichen Auflösung und HDR (High Dynamik Range) beim Farbraum, der farblichen Auflösung, breite Einführung erleben. 24p ist nicht mehr das Maß aller Dinge und Video mit 8-bit geht gar nicht mehr. 3D ist derzeit wieder „out“, wird aber als weitere Option auf der Palette wiederkommen, da Infrastruktur bereits geschaffen wurde.

Diese technische Entwicklung ist inzwischen dermaßen enorm, dass selbst dokumentarische Langzeitbeobachtungen, die mit dem technischen Stand zum Beginn ihrer Dreharbeiten begonnen wurden, im Verlauf der weiteren Filmproduktion von dieser „Resolution-Gap“ eingeholt werden und damit bereits zu ihrem eigenen Veröffentlichungstermin selbst davon betoffen sind.

Abgesehen davon entwertet diese logarithmische Auflösungs- und Darstellungsparameter-Verbesserungskurve auch ganze Produktionsepochen der Vergangenheit, was ja auch schon beim Farbwechsel in TV von schwarz-weiß zu color bereits der Fall war. Welcher TV-Sender zeigt noch gerne in der breiten Sendefläche Schwarzweißfilme, wenn’s nicht gerade Silvester ist…

Spannend bleibt in der Tat der Frage, wie mit dieser Auflösungslücke in Zukunft kreativ umgegangen werden kann, beispielsweise durch multiperspektivisches Erzählen, Multiframes, statt Hochskalierung als Gesamtbild – oder aber als algorithmisch erzeugter, synthetischer Auflösungsauffüllraum; eine Textur, die künstliche Auflösung in Altes hinein rechnet. Etwas, was ich bald von israelischen Startups erwarten würde.

Das Radiogespräch mit Matthias Dell vom 18. Februar 2017 bei „Vollbild“ vom Deutschlandradio Kultur, hier:

Originallink (Audiodatei wird im August 2017 depubliziert werden):

Link http://podcast-mp3.dradio.de/podcast/2017/02/18/rueckblick_dokumentar_hybride_bei_der_berlinale_drk_20170218_1518_7df5ae7c.mp3

Archivlink

Link zu Teranex-Produkten von BlackMagicDesign:

https://www.blackmagicdesign.com/products/teranex

Veröffentlicht unter Verknüpfungen | Verschlagwortet mit , , , , ,