Die vierte Ausgabe der „Chronologie der Magnetbandtechnik“ ist erschienen.

Im Herbst 2007 erschien das Buch „ZEITSCHICHTEN: Magnetbandtechnik als Kulturträger“, eine chronologische Abfolge von den ersten, schon erstaunlich präzisen Ideenskizzen von 1878 bis zum Stand der Digitalsysteme für die Ton- und Bildaufzeichnung nach der Jahrtausendwende. Zügig nach Vorlage der Erstausgabe wurde dieser Buchtitel binnen kürzester Zeit zu einem Standardwerk bei Medienhistorikern, Archiven, Museen und Restauratoren, bei den ehemals mit dieser Technik vertrauten Technikern und Ingenieuren in der Industrie und beim Rundfunk – und natürlich auch bei Fans und Sammlern von Magnetbandgeräten.

Die zweite und eine dritte Ausgabe (als e-book) folgten 2012 und 2013, jeweils deutlich erweitert. Intensive Recherchen brachten neue Erkenntnisse, neu erschlossene Quellen und Informationen erlaubten kleinere und umfangreichere Präzisierungen.

Richtig: das Zeitalter der Magnetbandspeicher ist im Großen und Ganzen vorbei. Eine Technik verschwindet aus dem Alltag, die ein halbes Jahrhundert in Rundfunk- und Fernsehanstalten, Film- und Schallplattenstudios dominierte oder sich bei wissenschaftlichen Expeditionen unentbehrlich gemacht hatte. Es war eine fruchtbare Symbiose von überwiegend aus chemischen Produktionslinien stammenden Informationsträgern und feinmechanischen Transport- und Laufwerken. Inzwischen haben vor allem Solid State Disks (SSD) in Milliarden von Smartphones und Tablets ihre Aufgaben übernommen.

Doch auf Magnetbändern wurde in dem halben Jahrhundert zwischen 1940 und 1990 ein beachtlicher Teil unseres kulturellen Erbes gespeichert, und das bedeutet letzten Endes: die Kenntnis der Geschichte wie der technischen Details dieser Träger darf nicht verlorengehen.

Das wird im konkreten Einzelfall spezifische Informationen erfordern, aber zunächst und zuallererst werden sich künftige Techniker, Archivare und Medienhistoriker einen Überblick über das gesamte Gebiet verschaffen müssen, um technische Zusammenhänge richtig ein- und zuordnen zu können.

Nach sieben Jahren legen Autoren und Verlag jetzt, im Sommer 2020, eine nochmals erweiterte und gründlich überarbeitete Ausgabe vor. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass sich im Internet mehr und mehr auch früher schwer zugängliche Publikationen finden, die oftmals aufschlussreiche Zusammenhänge offenlegen und damit weitere Präzisierungen ermöglichen.

Zudem wird der Informationsaustausch mit einschlägigen Sammlungen und Archiven erheblich vereinfacht. Die Autoren haben alle neu verfügbaren Fakten berücksichtigt, verarbeitet und so die Substanz des Buchs beträchtlich erweitert.

Dabei kamen bemerkenswerte, bislang kaum bekannte, Tatsachen zu Tage:

– dass Magnetband schon bald nach 1935 zur Aufzeichnung von Herztönen benutzt wird und damit sowohl die Diagnose erleichtert als auch die medizinische Ausbildung erweitert;

– dass aus AEG-Unterlagen, die der Portugiesische Rundfunk aufbewahrt hat, erstmals die Entwicklung des bekannten „Magnetophons Modell K 4“ in Details und Zeitablauf rekonstruiert werden konnte;

– dass der weltbekannte Dirigent Wilhelm Furtwängler zum ersten Nutznießer der Hochfrequenzvormagnetisierung wurde (dem ersten und insgesamt erfolgreichsten Verfahren der Dynamikausweitung in der Magnetbandtechnik), bis hin zu verschollenen Stereo-Aufnahmen von den Bayreuther Festspielen 1944;

– wie begeistert sich Jospeh Goebbels vom Magnetophon zeigt, insbesondere in der Stereo-Version, nicht zuletzt, weil diese „großdeutsche“ Erfindung alsbald weltweit die Aufnahmetechnik revolutionieren und damit ganz Europa seine Vorstellung von Rundfunk aufzwingen werde;

– dass er schließlich seinem „Führer“ zu dessen vorletztem Geburtstag 1944 ein Magnetbandgerät samt hochrangigen Musik-Aufnahmen schenkt;

– was im Steingeröll eines bayerischen Bergabhangs von den Magnetband-Aufnahmen übrig blieb, die der „Reichsautozug Deutschland“ von markanten Ereignissen zwischen 1936 und 1945 zusammengetragen hatte;

– wie der amerikanische Offizier Don R. Drenner im Herbst 1944 bei Radio Luxembourg komplette Magnetophon-Anlagen findet, sofort deren überlegene Qualität erkennt und die erste faktenbasierte Beschreibung des Magnetophons in den USA verfasst;

– und, weil auch die Magnetband-Geschichte seltsame und kuriose Episoden kennt: wie Eduard Schüller die Entwicklung des ersten praxistüchtigen AMPEX-Videorecorders behindert haben soll;

– das Abbildungs-Konvolut der AEG-Magnetophon-Typen nunmehr komplettiert werden konnte mit erst kürzlich entdeckten Aufnahmen der Magnetophon-Typen K 3 (in einer Sonderausführung als Doppelanlage) und K 5, einem Nur-Wiedergabegerät, auch als „Masterläufer“ in der ersten kommerziellen Duplizieranlage für Magnetbandaufnahmen eingesetzt;

– schließlich die Geschichte der mittelständischen „Technisch-physikalischen Werkstätten Eberhard Vollmer, Eßlingen am Neckar“, nach AEG-Telefunken der erfolgreichste deutsche Konstrukteur und Fabrikant von professionellen Magnetbandgeräten, und zwar anhand freundlicherweise von der Familie zugänglich gemachten Text- und Bildmaterials.

Dass alle aktuellen Informationen verarbeitet und so die Substanz des Buchs erweitert wurde, bestätigen auch einige Kennzahlen: gegenüber der ersten Ausgabe wuchs der Textumfang der ZEITSCHICHTEN um 22 % auf jetzt 772 Seiten, ebenso gab es mehr als 25 % Zuwachs bei den Abbildungen. Dieser Gewinn spiegelt sich auch in den Quellennachweisen wieder: die ursprünglich ca. 3.700 Quellen wuchsen auf 4.200 Belegstellen.

Die Autoren hoffen, mit ihrem Beitrag nicht zuletzt die Suche nach der Mehrzahl der Stereo-Aufnahmen der Reichs-Rundfunk-Gesellschaft aus der Zeit 1942 bis 1944 wieder zu beleben. Dass am Erhalt dieses – problematischen – Kulturerbes starkes Interesse besteht, zeigt die sorgfältige, hervorragend dokumentierte CD-Neuausgabe der Furtwängler-Aufnahmen mit den Berliner Philharmonikern aus den Jahren 1940 bis 1945 im Jahr 2019.

Gut möglich, dass gerade Furtwängler-Interpretationen den Auftakt des Magnetband-Zeitalters sowohl prominent einleiteten wie auch, soweit heute abzusehen, dessen Abschluss in Form ihrer Digitalisate dokumentieren.

ZEITSCHICHTEN:
Magnetbandtechnik als Kulturträger.
Chronologie der Magnetbandtechnik und ihr Einsatz in der Hörfunk-, Fernseh-, Musik-, Film- und Videoproduktion.

Erfinder-Biographien und Erfindungen.

Vierte, erneut durchgesehene, aktualisierte
und stark erweiterte Neu- Ausgabe, 2020.

Erschienen als Band 9/4.2020 der Publikationsreihe „Weltwunder der Kinematographie – Beiträge zu einer Kulturgeschichte der Film-und Medientechnik“. Herausgegeben von Joachim Polzer.

Juli 2020, 772 Seiten, rund 800 sw- und Farb-Abbildungen sowie Tabellen,
4.200 Endnoten.

Website:

http://www.zeitschichten.org

Erhältlich im BEAM ebook Store:

https://www.beam-shop.de/sachbuch/film-medien/633501/zeitschichten-magnetbandtechnik-als-kulturtraeger-vierte-ausgabe-2020-erweiterte-neuausgabe

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UnSoziale Medien als ‚Body Snatchers‘ der Dokumentarfilmkunst

Von Markus Beckedahl (netzpolitik.org) kam heute der Hinweis auf diesen extrem spannend zu lesenden Text vom Snowden-Enthüller Glenn Greenwald, als „Making-of eines nicht zu Stande gekommenen Dokumentarfilms“, wesentlich spannender als der mögliche und darin beschriebene Dokfilm-in-spe.

Zugleich ist der Text, wie Greenwald selbst am Ende feststellt, eine „alarmierende Reflexion über unsere Kultur und unserem Diskurs“.

Oder kurz gesagt, wie die (Un)Sozialen Medien den Dokumentarfilm als Kunst-Gattung — „Body Snatchers“ gleich – gekapert und geistig entleert haben.

https://theintercept.com/2020/07/14/cancel-culture-martina-navratilova-documentary/

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akiwiwa – als Kino wichtig war | Podcast Folge 5 | Juli 2020

akiwiwa – als Kino wichtig war…

Audio-Podcast von und mit
Kilian Mutschke und Joachim Polzer

Folge 5

Juli 2020

Spieldauer: 134 Minuten


Thema dieser Folge:

AIRPORT:
Der Flughafen als Lebensraum —
oder: runter kommen sie alle.


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Download als .m4a-Datei (AAC, 247 MB, 256 kbs):
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Download als .opus-Datei (24 MB, 24 kbs):
http://akiwiwa.de/audio/akiwiwa_F05_24.opus

Der VLC-Player und Firefox/Chrome-Browser spielen .opus und AV1-Dateien ab.
VLC Download bei https://www.videolan.org


Als wir uns 2019 aufmachten, für die kommenden akiwiwa-Folgen Podcast-Themen zu planen, da erschien uns der Flughafen als Kinotopos, als Kinoort, ein sehr passender Gegenstand zu werden. Einerseits begann der kommerzielle Passagierluftverkehr mit Flugzeugen nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, im Jahre 1919: 2019 war also das hundertjährige Jubiläum des kommerziellen Passagier-Luftverkehrs zu begehen. Andererseits zeigte sich seit etwa 2015 durch die Klimaproteste, aus Schweden kommend, erschien aus heiterem Flughimmel plötzlich der neue Begriff der zuvor unbekannten „Flugscham“: für die Reise per Flugzeug sollte man sich ab jetzt schämen. Diese Kehre wollten wir uns zum Anlass nehmen, anno 2020 dann über den Flughafen als Lebensraum in der Darstellung von Kinofilmen zu sprechen.

Nie wäre uns zum Zeitpunkt unserer Podcast-Folgenplanung 2019 eingefallen, dass der konkrete Anlass für unseren Podcast über den Flughafen dann plötzlich die mehr oder wenige und weltweit nahezu komplette Einstellung des Flugverkehrs für Passagiere sein würde. Der Passagier-Luftverkehr brach im Frühjahr 2020 während der Corona-Krise um etwa 95 bis 99 Prozent ein, weltweit.

In Publikationen erschienen plötzich Texte als Elogen auf den Flughafen als Erlebnisraum, wie zum Beispiel der Text „Warum ich Flughäfen vermisse“ von ULF LIPPITZ im Berliner Tagesspiegel am 5. Mai 2020 mit der Unterzeile „Ein Himmel ohne Kondensstreifen, die Terminals auf der ganzen Welt sind verlassen. Von der Sehnsucht nach Flughäfen“: London City Airport oder Paris Orly beispielsweise wurden vorübergehend gleich komplett geschlossen. Über Berlin-Tegel mit nur noch ein paar täglichen Passagieren schwebte statt Flugzeugen gleich die unverhohlene Androhung der vorzeitigen Außerbetriebstellung.

Genug Gründe also, unser Vorhaben von 2019 nun im Jahre 2020 unter besonderen Bedingungen umzusetzen und anzugehen.

Ein Gespräch also über 10 Kinofilme zum Thema Flughafen und Fliegen.

Wir wollen heute sprechen über AIRPORT – den Flughafen als Lebensraum im Kino – und über Kino-Flüge die den Flughafen knapp verpassen, getreu der Devise „runter kommen sie alle“, Bruchlandungen ohne Airport-Support, Abstürze, Notlandungen und die Erfahrung, das Überleben von Abstürzen auch.

AIRPORT heißt AIRPORT, so wie der gleichnamige Filmtitel des US-amerikanischen Spielfilms aus dem Jahre 1969, der zeitlich noch vor „Der Höllenfahrt der Poseidon“, „THE POSEIDON ADVENTURE“, als Film 1972, als Romanvorlage auch aus 1969, das „Katastrophenfilm“-Genre für die 1970er-Jahre definieren half. „Poseidon“ war eine Produktion des als MASTER OF DESASTER bekannten Irwin Allen für Fox (und später das TOWERING INFERNO für Fox-Warner); die AIRPORT-Serie wie auch das spätere „Erdbeben“, EARTHQUAKE, waren Sache der Universal-Studios. AIRPORT von 1969 ist unser erster Filmtitel, über den wir nach dieser Einführung gleich als erstes sprechen wollen.

Die Neubauten von Passagierterminals nach dem Zweiten Weltkrieg schufen Terminal-Arme und Passagier-Brücken und oft, auf deren Dächern oben darauf auch Aussichtsplattformen, der Öffentlichkeit ohne Flugpassage zugänglich, meist zum Verabschieden des Flugs nach dem Boarding beim TAKE-OFF. Auf einer solchen Aussichtsplattform spielt LA JETÈE von Chris Marker, zu deutsch „am Rande des Rollfelds“, aus dem Jahr 1962, meinem Geburtsjahr, dem Jahr des Oberhausener Manifests. LA JETÈE ist neben „Nacht und Nebel“ von Alain Resnais, 1955/1956, einer der einflussreichsten mittellangen Filme der Filmgeschichte. Ein „mittellanger Film“ mit einer Länge von 20 bis 65 Minuten ist im romanischen Kulturraum ein eigenes Genre. Chris Marker wurde dann weiter berühmt mit seinem Essay-Langfilm „Sans Soleil – Unsichtbare Sonne“ als Meditation über das Kino, das Sehen als Wahrnehmung, über Japan und über v.a.m., aus dem Jahre 1983. Wir werden uns seine Flughafen-Zeitreise anno 1962 bei LA JETÈE anschauen und hoffentlich dabei etwas über „gefrorene Filmbilder“ erfahren.

Im selben Jahr 1962, zum Jahresende, knapp eineinhalb Jahre nach dem Mauerbau, drehte der deutsche Fotograf und Tageszeitungs- später Illustrierten-Journalist Will Tremper, auf dem Flughafengelände des Zentralflughafens Berlin-Tempelhof seinen zweiten Spielfilm DIE ENDLOSE NACHT. Will Tremper, geboren als Gastwirtssohn 1928 im rheinischen Braubach und gestorben 1998 in München, drehte seinen Film DIE ENDLOSE NACHT ganz im Produktionsstil der französischen Nouvelle Vague: also ohne fertiges Drehbuch, improvisierend von Drehtag zu Drehtag, mit einem Schauspielerensemble für einen „Omnibusfilm“, am Flughafen als Lebensstrom spielend, dort an Originalschauplätzen in der Nacht gedreht, in der Abflughalle, dann also, wenn man sein „Set“ für sich haben kann, nicht ganz durchfinanziert, unter Einbeziehung von zufällig vorbeischauenden, prominenten Zaungäste-Flaneuren, damit einhergehend ein Einbruch der Wirklichkeit in den kontrollierten Film Set, mit ungewissem Projekt-Ausgang, produziert auf volles Risiko aus purer Lust am Kinomachen, der seinerzeit wichtigsten Kulturangelegenheit überhaupt, in Schwarz-Weiß und UltraScope-Breitwand, mit viel jazziger Musik. — Auch andere Mitstreiter des damals Jungen (West)deutschen Films arbeiteten später so oder so ähnlich: May Spils/Werner Enke, Ulrich und Peter Schamoni oder Rainer Werner Fassbinder ganz am Anfang seiner Filmkarriere, also gegen Ende der 1960er-Jahre. „Es“ war 1965; „Schonzeit für Füchse“ 1966; Schlöndorffs‘ „Junger Törless“ kam auch erst 1966; „Mahlzeiten“ von Edgar Reitz dann 1967. – Keiner war also in Deutschland so früh und so zeitgenössisch dicht dran an der neuen französischen Kino-Revolutionswelle, den französischen Kinorevolutionären und ihren Lebenskonzepten wie Will Tremper. „Das Brot der frühen Jahre“ von Herbert Vesely war eine Literaturverfilmung einer Erzählung von Heinrich Böll, ebenfalls aus dem Jahr 1962, war ebenfalls bei Hanns Eckelkamps atlas Film herausgekommen; Eckelkamp sicherte mit einer Verleihgarantie die Fertigstellung der unterfinanzierten ENDLOSEN NACHT; Startpunkt seiner lang-anhaltenden Arbeit als Filmproduzent. – Die Sängerin der polnischen Jazz-Combo, des Andrzej-Trzaskowskí-Quintetts, Wanka Warska, gab’s wirklich; sie starb 2019; der Komponist der Filmmusik von DIE ENDLOSE NACHT, Peter Thomas, starb jüngst in 2020 mit 94 Jahren.

ZU DEN DARSTELLERN bei DIE ENDLOSE NACHT:

Hannelore Elsner hier in ihrer ersten Filmhauptrolle; sie spielt ein Starlet vom Edgar-Wallace-Filmset, mit einem Berliner Filmproduzenten-Seitenhieb auf Horst Wendlandt.

Harald Leipnitz, der von Will Tremper für den Film entdeckte Theaterschauspieler; für diese Darstellerleistung gab’s 1963 einen Bundesfilmpreis, das Filmband in Gold.

Karin Hübner, 850 x mit Eliza Dootlitte in ‚My Fair Lady‘ auf der Bühne, auch bei Bernhard Wickis ‚Wunder des Malachias‘ von 1961 war sie besetzt.

Ebenfalls beim ‚Malachias“ war Walter Buschhoff als Darsteller mit dabei, hier als Siemens-Ingenieur auf dem Weg nach Karachi in Tempelhof nächtens gestrandet. Buschhoff wurde später ein vielbeschäftigter Seriendarsteller im deutschen Fernsehen, z.B. bei ‚Büro-Büro‘ und im ‚Forsthaus Falkenau‘.

Fritz Rémond, Neffe von Curt Goetz, Gründer und Impressario des Frankfurter Zoo-Theaters, hier als durch Flugnebel am Auftritt gehinderter, verhinderter King Lear. Er telefoniert im Film also quasi mit sich selbst.

Der auch als deutscher Schlagersänger bekannt gewordene Bruce Low – ‚Es hängt ein Pferdehalfter an der Wand‘ & ‚Noah‘ – hier als gestrandeter, internationaler Transitpassagier mit einstweiligen Familienplanungsabsichten für Kenia.

Die kanadische Schauspielerin Alexandra Stewart, die als Filmschwester von Paul Newman in Premingers ‚Exodus‘ kurz zuvor international bekannt wurde, hier rund um die Uhr für die KLM am Beratungs-Counter im Einsatz. Später wirke Alexandra Stewart bei Louis Malles ‚Irrlicht‘ und bei Truffauts ‚Amerikanischer Nacht‘ mit; sie ist bis heute in aktuellen Filmen als Schauspielerin zu sehen.

Kudamm-Theater-King Wolfgang Spier, die deutsche Stimme von Donald Pleasance und auch ein ‚Wunder des Malachias‘, darf hier statt Regisseur der Rechtsanwalt sein.

Der als ‚Untertan‘ nach Heinrich Mann durch die Staudte-Verfilmung (und auch bei Staudtes ‚Rotation‘) bekannt gewordene Werner Peters hier als verlassener Ehemann, der mit dem Anschleppen seiner Kinder auf dem Flughafen seine Ehefrau zurückhalten, zurückgewinnen, wieder einfangen will.

Ebenfalls beim ‚Untertan‘ war Paul Esser gecastet, hier in der Rolle des prosperierenden Wirtschaftswunder-Ekel-Unternehmers, bevor er später bei den Pippi-Langstrumpf-Verfilmungen mit dabei war und auch das Berliner Hansa-Theater gründete, weil er bei der Intendantenwahl zur Freien Volksbühne 1963 in West-Berlin gegenüber Erwin Piscator den kürzeren gezogen hatte. Piscator brachte dann dort, im Premierenjahr der ENDLOSEN NACHT, 1963, als Welturaufführung den ‚Stellvertreter‘ von Hochhuth. — Was für Zeiten! Was für Schauspieler damals!

DIE ENDLOSE NACHT ist der dritte Film für uns heute.

„Flughafen als Lebensraum“ – so unser Thema – heißt dann ja auch wirklich auf dem Flughafen Leben, Sein, Existieren. Einer, der das muss, ist die Hauptfigur in Steven Spielbergs TERMINAL aus dem Jahre 2004, die von Tom Hanks verkörpert wird. Das ist einer, der weder zurückfliegen noch einreisen darf, im Empfangsgebäude behörden-rechtlich und physisch gefangen bleibt, und der daher in diesem Flughafen-Terminal, dem Empfangsgebäude zum Abfliegen und Ankommen, einstweilen verbleiben, zwangsweise dort bis auf Weiteres sein Dasein fristen muss, mit tragischen und – das legt Tom Hanks als Schauspieler nahe – auch lustigen, heiteren Aspekten, also auch eine luftig-leichte Komödie mit kritischen Untertönen im TERMINAL. Gegenspieler und Widersacher von Viktor Navorski, der Figur von Tom Hanks, ist Frank Dixon, gespielt von von Stanley Tucci, als Sicherheitsbeauftrager am Flughafen in der Post-9/11-Welt. Catherine Zeta-Jones sorgt für weibliche Annäherungensszenen einer stets veränderlichen Flugverkehrsbranche. Während des Höhepunktes der Corona-Krise in 2020 spielten sich Situationen wie im Spielberg-Film im Osten Russlands wohl wirklich und tatsächlich so ab: krokasische Zustände als Erinnerung an die staatlichen Veränderungen in den 1990er-Jahren mit gestrandeten Flugpassagieren, die weder vor noch zurück können: TERMINAL, unser Film Nummer 4.

Das kennt man noch: In einem fernen Land am Flughafen treffen nach und nach überwiegend deutsche Landsleute ein, zum Rückflug in die Bundesrepublik. Der Alltag Deutschlands mit seinen Menschentypen und typisch deutschen Verhaltensweisen holt einen so schon am Abflugsteig zum Interkontinentalflug ein. Wenn dann aus einer Wartezone durch technische Defekte am Fluggerät schließlich eine Open-End-Situation zu werden droht, dann kann mit deutschem Temperament und der Enthemmung mittels alkoholischer Freibar aus einem Flughafen als Durchstiegszone leicht ein Erlebnisraum der besonderen Art werden: Anständigkeit und Etikette entgleiten, der hässliche Deutsche tritt ganz schnell hervor. Darüber hat Romuald Karmakar im Jahr 2000 den Spielfilm MANILA gedreht. Den schauen wir uns einmal näher an.

ZU DEN DARSTELLERN bei MANILA:

Jürgen Vogel und Manfred Zapatka als NRW-Sextouristen-Duo Rudi und Herbert, sind verschwägert, Rudi war Auslandseinsatz-Soldat in Somalia, Herbert war 20 Jahre lang für Hochtief im Ausland, schaute dabei Enthauptungen in Saudi-Arabien zu, wie die Deutschen zuhause den Tatort: mit Gaffer-Instinkt, Thrill am Crime und schrecklicher Abscheu. Herbert bestellt sich telefonisch aus Manila schon mal ein häusliches Steak mit viel Zwiebeln drauf für’s Mittagessen nach der Ankunft.

Martin Semmelrogge als Franz aus Geislingen an der Steige, war bei den dortigen Stadtwerken unter-beschäftigt, sammelt und prahlt mit Besitz und Statusobjekten wie Kamera-Ausrüstung, Marken-Boots-Stiefel vom Breuninger und mit im Ausland durch seine schwäbische Galanz abgeschleppten Frauen, findet, dass er Niveau hat und durch sein Qualitätslevel auch Ansprüche an andere stellen kann.

Elizabeth McGovern kommt gerade von Auerbachs Theke auf den Bismarck-Inseln; Elizabeth ist US-Journalistin mit deutschen Wurzeln, liest die International Herald Tribune, hinter der man sich als Jüdin bei so viel praller deutscher Männlichkeit gut verstecken kann, arbeitet seit 20 Jahren am Thema „Deutsche im Ausland“, darauf ist sie bei den deutschen Redaktionen abonniert. Ihre Eltern kamen aus dem Exil zurück, als Willy Brandt den Friedensnobelpreis verliehen bekam.

Der Stations- und Abflugleiter am Gate; Jochen Osterfeld, wird von Sky Dumont vornehm verkörpert, so als sei er Herr Lufthansa persönlich oder Herr Östergard, ist unterschwellig misogyn, aber die hanseatische Vornehmheit zieht bei den von Verspätungen betroffenen deutschen Rückreisern nicht, ihm begegnet bei der Bekanntgabe des Verspätungsgrunds, einer philippinischen Ratte im Flugzeug, Respektlosigkeit in Amt und Funktion.

Michael Degen als Walter, ist als Autohändler von deutschen Qualitätsfahrzeugen ausgestiegen und betreibt mit seiner LocalWife Maribel in Manila einen Puff, bringt seinen Compagnion Klaus im mitfliegenden Sarg nach Hause. Der ist mit 42 Kilo an AIDS gestorben und soll in Deutschland von seinen Angehörigen zu Grabe getragen werden.

Herbert Feuerstein ist der introvertierte, stille Beobachter der Szenerie am Rande. Nina Heimlich als hübsche Abflugassistentin Kerstin, kontert Anmache mit koketten Sprüchen. Jochen Nickel als Kurzhosiger.

Peter Rühring und Margit Carstensen als verhärmtes, ostdeutsches Lehrerehepaar Görler, leben in Appolda, unweit von Weimar-Buchenwald, betonen Buchenwald, möchten so gerne Bildungsbürger sein, Stichwort Auerbachs Keller, mussten aber nördlich von Chiang Mai in Thailand während einer mehrtägigen Urwaldwanderung bei den Akha nachts mit den Hängebauchschweinen im Dunkeln kacken. Während Knut Görler durch Walter und seine Drinks auflebt, telefoniert Regine Görler schon mal nach Hause, um Anweisungen für die Abholung zu geben, dass alle sagen sollen, wie schlecht Knut jetzt aussieht.

Eddi Arent kommt seit knapp 40 Jahren immer noch vom Edgar-Wallace-Filmset und wird mit Peter-Thomas-Filmmusik bei der fiktiven Falllösung in der Rolle des Film-Inspektors bei einer After-Dinner-Show als Entertainer gefeiert.

Kamera von Fred Schuler; geschnitten von Peter Przygodda; geschrieben von Bodo Kirchhoff; Szenenbild von Rolf Zehetbauer.

Knapp 40 Jahre nach DIE ENDLOSE NACHT in Tempelhof also ein zweiter deutscher Film zum Thema „Flughafen als Lebensraum“, ebenfalls ein Ensemblefilm, Robert Altman lässt grüßen, mit viel Edgar-Wallace-Film-Topoi und Verdi-Ekstase: ‚Polizeistunde kennen wir nicht!‘ — ‚Nach Hause gehen wir nicht!‘ — ‚Oh, Du schöner Westerwald!‘

Unser Film Nummber 5: Manila von Romuald Karmakar.

Tom Hanks als Hauptdarsteller aus TERMINAL leitet über zu unserem Film Nummer 6 und dem Themenbereich „Runter kommen sie alle“, wieder mit Tom Hanks in der Hauptrolle: CAST AWAY, zu deutsch VERSCHOLLEN, in der Regie von Robert Zemeckis, wie MANILA auch aus dem Jahr 2000. CAST AWAY – eine Robinsonade als Folge eines Flugzeugabsturzes einer Frachtmaschine im Pazifik. Über lange Zeit-Strecken der Kinohandlung mehr oder weniger ein 1-Personen-Stück mit Tom Hanks, auf dessen ungewissen Verbleib die Schauspielerin Helen Hunt in ihrer Filmfigur als Ehefrau wartet und das Warten aufgeben wird. Wir werden fragen müssen, wie realistisch die Realistik in diesem Filmwerk ist. CAST AWAY, Film Nummer 6

Aller guten Dinge sind drei, besonders mit Tom Hanks. Nach TERMINAL und CAST AWAY noch ein dritter Film mit Tom Hanks in der Hauptrolle, diesmal als Verkehrspilot, der im Winter 2009 eine gekonnte Bruchlandung hinlegt, auf dem Hudson River in New York City, beidseitiger Triebwerksausfall nach doppelt gleichzeitigem Vogelschlag mit anschließender Wasserung im eiskalten Hudson. Tom Hanks als Chesley Sullenberger in SULLY, aus dem Jahre 2016, in der Regie von Clint Eastwood, der den Film unbedingt deswegen drehen wollte, weil er selbst mal eine Notlandung auf dem Wasser überlebt hatte. Wir schauen uns an, wie man aus einem 5-Minuten-Kurz-Flug einen 96 Minuten langen Spielfilm dreht. Film Nummer 7: SULLY.

Eine Bruchlandung im Sandsturm in der nord-afrikanischen Wüste, bei FLIGHT OF THE PHOENIX: DER FLUG DES PHÖNIX, aus dem Jahre 1965, von Robert Aldrich ins Werk gesetzt, mit einem profunden Schauspieler-Ensemble: James Stewart, Hardy Krüger, Richard Attenborough, Ernest Borgnine, Peter Finch und George Kennedy — neben anderen … Was macht man also mit einem abgestürzten Flugzeug in der Wüste ohne Kontakt zur Zivilisation? — Sowohl James Stewart als auch George Kennedy hatten starken Flugverkehrsbezug. James Stewart war im 2. Weltkrieg Jagdflieger, Kampfpilot, zuvor in seiner Jugend ein begeisterter Konstrukteur von Modellflugzeugen, wie auch Heinrich Dorfmann, die Figur von Hardy Krüger; — Geroge Kennedy war in den 1970ern das einzige Cast-Mitglied, das bei jedem der vier Filme der zum Teil bizarren AIRPORT-Filmserie bis 1979 als Schauspieler in der Figur des Joe Patroni – sozusagen als „Patron der Flugzeugtechnik“ – mit dabei war. George Kennedy starb 2016 im Alter von 91 Jahren und drehte noch 2014 seinen letzten Film. Er war seit 1956 eine markante und dominante Erscheinung in über 200 Nebenrollen. — DER FLUG DES PHÖNIX in der Originalverfilmung von 1965 — und nur diese Erst-Verfilmung zählt für uns — ist heute unser Film Nummer 8

„Runter kommen sie alle“, auch ohne Flughafen, stimmt auch bei Peter Weirs Filmwerk FEARLESS aus dem Jahre 1993, mit Jeff Bridges, Isabella Rossellini, Rosie Perez, dem „Amadeus“ Tom Hulce und John Turturro, Musik von Maurice Jarre. Keine Bruchlandung, sondern ein dramatischer Flugzeugabsturz nach Hydraulikausfall, auf der Basis eines realen Flugunfalls, mit einigen Überlebenden, knapp Davongekommenen. Der Film wirft Fragen auf über’s Fliegen mit Flugzeugen und Fragen zu Furcht und Furchtlosigkeit, wie der deutsche Verleihtitel „Jenseits der Angst“ ja nahelegt, und wirft damit auch Fragen über existentielle Erfahrungen, deren spirituelle Dimension auf, die dauerhafte Veränderungen bewirken können, Traumata und Traumaaufarbeitung durch’s Hindurchgehen, andersherum, rückwärts – und wie beides miteinander zusammenhängen kann. Dieses durch und durch nachdenkliche Filmwerk FEARLESS als unser Film Nummer 9.

Tom Hanks, heute als Schauspieler mit gleich drei Filmen bei uns vertreten, war auch Produzent von und Darsteller in Raumfahrtfilmen, man denke nur an APOLLO 13; er gilt schauspielerisch als der zeitgenössische James Stewart.  —  Auch wir in Deutschland hatten unseren flugaffinen ‚Volksschauspieler‘ als Average Man: Heinz Rühmann, geboren 1902, gestorben 1994. Seine beiden Bruchlandungsfilme QUAX – DER BRUCHPILOT von 1941 sowie QUAX IN AFRIKA, gedreht 1943/1944, gelten immer mehr als heutige „Vorbehaltsfilme“ der national-sozialistischen Filmpolitik: wie aus einem Looser ein wahrhaft „deutscher Held“ wird, wenn er nur auf den richtigen Führer trifft. Im brandenburgischen Afrika dann auch noch mit rassistischer Überheblichkeit. Und eine „bombige Werbung“ für die Weltkriegs-Abenteuer, die man als Nachwuchs bei der Luftwaffe erleben kann. Wir können hier in unserem Podcast nicht enzyklopädisch abbilden, aber erwähnen wollten wir bei unserem Thema diese beiden ‚Rühmann-Quaxe‘ zumindest doch.

James Stewart, dem wir in der Rolle des Flugkapitäns beim FLUG DES PHÖNIX bereits begegneten, hatte damit die Darstellung jener Generation der Flugpioniere fortgesetzt, die er 1957 mit der Verkörperung des Charles Lindbergh in Billy Wilders CinemaScope-Farbfilm THE SPIRIT OF ST. LOUIS begann: Lindbergh gelang 1927 der erste Nonstopflug von New York nach Paris und zugleich die erste Alleinüberquerung des Atlantiks von West nach Ost. 1927, das ist die Zeit, in der die Flugfelder sich in richtige Flughäfen mit erweiterter Infrastruktur wandelten. — Bereits 1919 gelang Alcock & Brown die erste Atlantiküberquerung mit dem Flugzeug, was uns zum Jahr 1919 und auch wieder zum Anlass unseres Themas, den gut 100 Jahren Passagierluftverkehr, zurückführt. Der letzte Film dieser Podcast-Folge also, zu deutsch, LINDBERGH – MEIN FLUG ÜBER DEN OZEAN – unser Film Nummer 10 zum Abschluss: Billy Wilders THE SPIRIT OF ST. LOUIS mit James Stewart in der Hauptrolle. [JP]


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akiwiwa – als Kino wichtig war | Podcast Folge 5 | Juli 2020
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Diese Folge wurde am 21. Juni 2020 aufgezeichnet.

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Covid-19 als Immunschwäche-Krankheit

Die New York Times berichtet am 26. Juni 2020 von ersten Forschungsansätzen bei drei verschiedenen und voneinander unabhängigen Studien, wonach sich bei Covid-19-Erkrankungen Immunschwäche-Symptome zeigen, die – ganz in der Parallele zu HIV-Erkrankungen – sich in der Zerstörung und Abwesenheit zum Beispiel von T-Helferzellen manifestieren.

Ein Umstand, auf den ich hier bereits am 20. Mai 2020 und am 21. April 2020 hinwies.

Wenn sich phänomenologisch hier Wirkungsparallelen zeigen, wird man vermuten und nachfragen dürfen, ob nicht auch drin ist, was drauf steht: Sprich – wieviel Anteile vom HIV-RNA-Genom in der RNA-Sequenz von Sars-CoV-2 stecken und wo.

Und wie das Ganze dann zur armen Fledermaus passen soll.

https://www.nytimes.com/2020/06/26/health/coronavirus-immune-system.html

https://duskofdigital.wordpress.com/2020/05/20/lzl-there-is-no-health-risk-from-cigarettes-and-from-vaccination-covid-19-und-di-e-ursachen-von-aids-debatte/

https://duskofdigital.wordpress.com/2020/04/21/lzl-links-zu-lage-das-doktor-frankenstein-virus/

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Die Nachrichten

Wie gut, dass nicht nur mir auffällt, wie in der Nachrichtenredaktion des Deutschlandfunks Probleme mit den eigenen Standards vorhanden sind. Der Spruch des Hauses: „Es ist unser Auftrag als Nachrichtenredaktion, inhaltlich möglichst unkritisch zu sein“ spricht Bände. Ideologie liegt dann nur in der Auswahl dessen, „was ist“…

Richtig problematisch wird es aber, wenn Meta-Kanäle wie Twitter und Slack plötzlich die wichtigeren Nachrichten produzieren, als die Nachrichten selbst und damit wieder zur Nachricht in eigener Sache werden. Davon bleibt derzeit die ehrerbietende New York Times auch nicht verschont, die als Nachrichtenredaktion sich derseit gegen renitente Mitarbeiter des Hauses außerhalb des Newsroom zur Wehr setzen muss, weil „all news that fit to print“ plötzlich kontra-produktiv geworden ist…

https://twitter.com/dlfnachrichten/status/1276211131728658432

https://www.thedailybeast.com/the-slate-star-codex-doxxing-is-the-latest-squabble-inside-new-york-times

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Vitamin D

Dass speziell der Medizindiskurs in Deutschland die allergrößten Probleme und Schwierigkeiten mit komplementären, integrativen und präventologischen Heilungsansätzen und -methoden hat, belegt die derzeitige Vitamin-D-Debatte gerade wieder auf das Alleraktuellste.

Dazu ein Beitrag von Lorenz Borsche und Bernd Glauner unter dem Titel „Covid-19 und Vitamin D“ am 18. Juni 2020 als Follow-Up bei Telepolis:

https://www.heise.de/tp/features/Covid-19-und-Vitamin-D-4787490.html

(Siehe auch vorheriges Posting zum Wirkungsnachweis bei TCM.)

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TCM – Nachweis der Wirkungen

Dieses MDR-Hörfunk-Feature aus dem Jahre 2014 von Heidi Mühlenberg über den wissenschaftlichen, materiellen, kausalen Nachweis der Heilwirkungen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und ihrer Heilkräuter ist in jeder Hinsicht sehr hörenswert. Da in dem Beitrag inhaltlich mit der Bekämpfung von Grippeviren umgegangen wird, kommt dieses sechs Jahre alte Feature derzeit wieder in’s aktuelle Radio- Programm, Corona-Krise sei Dank.

Dabei wird insbesondere auf die Bedeutung der außer-zellularen Micro- RNA sowie der zirkulären Micro-RNA eingegangen.

Während hierzulande der profitmaximierende Medizinbetrieb und dessen Lautsprecher in Politik und Schurnalistik mit brutalst-möglichen Mitteln versuchen, alternative und traditionelle Heilmethoden wie Homöopathie, Ayurvedik und TCM zu bekämpfen, niederzuschreien, als Quaksalber, als sinnlose Idiotie zu diffamieren, wird in China mit Stolz an der Fortsetzung einer 4.000 Jahre dauernden Heiltradition angeknüpft und diese medizin-technologisch in’s 21. Jahrhundert geholt, medizin-wissenschaftliche Forschung ohne Geschichtsbruch, integrativ auf höchstem Niveau, mit der Zukunftsperspektive, ganz neue Bahnen der Bio-Forschung und der Lebenspraxis zu bereiten – und gleich auch noch zusätzlich den Kritikbann der höchsten Form auf genetisch veränderte Lebensmittel zu werfen. Alle Achtung!

Wer auf diese Weise in kardinalen Angelegenheiten, wie es die Heilkunst nun mal ist, vorgeht, der kann gar nicht anders, als auf allen anderen Gebieten ebenfalls die Führung zu übernehmen.

Dieses Hörfunk-Feature führt uns durch die Darstellung der Differenz unsere eigene Borniertheit hierzulande vor: Geschichtsvergessenheit, mangelnde Neugier, Bewusstseinstrübung, unbegründete Besserwisserei, Überheblichkeit des Bestehenden.

MP3-Link https://rbbmediapmdp-a.akamaihd.net/content/e8/53/e853d8e5-58fe-41d9-8396-cea23132bdad/961941a5-3fd0-44e5-9fbc-bd9a20d1a2fc_eca85989-ecf9-4557-b9ec-0802caed0165.mp3

https://www.ardaudiothek.de/feature/gegen-grippevirus-tcm-geheimcode-der-heilpflanzen-forschung-in-china/76630764

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Sammlungssicherung Privater Sammlungen | Neue Mailingliste: SPS-AV/Film/NT

Bedingt durch die Corona-Krise ist es bei zwei mir bekannten Fällen privat betriebener Museen zur akuten Bedrohung musealer Sammlungen und Archive gekommen, aufgrund des bevorstehenden Wegfalls von kommunalen Mietbeteiligungen (Mietzuschüssen für Ausstellungs- und Arsenal- Räume) infolge absehbar zerrütteter kommunaler Finanzhaushalte.

Für mich Grund genug, dem Thema Sammlungssicherung eine eigene, darauf spezialisierte Mailingliste (mit sich aufbauendem Archiv) neu aufzusetzen, um sich spzeziell diesem Thema und der Untergangsabwendung von Sammlungen intern zu widmen.

Falls sich hier private Sammler im Film-/Kino-Bereich für dieses Thema interessieren sollten, so sind sie herzlich dazu eingeladen, sich an dieser Mailingliste zu beteiligen:

Infoseite zur Mailingliste [SPS-AV/Film/NT]:

https://lists.posteo.de/listinfo/kinogong

Moderierter Diskurs zum Thema „Sammlungssicherung Privater Sammlungen“
in den Sammlungsgebieten Audio, Video, Film, Kino, Kommunikations- und Nachrichtentechnik sowie der Geschichte der Digitaltechnik.

Zwecks audiovisueller Kultur-Erhaltung werden dort Themen behandelt und besprochen, wie zum Beispiel:

  • Was passiert mit Sammlungen, wenn ein plötzlicher Sammlungsverlust durch Wegfall einer Immobiliennutzung oder Ausfall der Beteiligten droht?
  • Welche Verluste sind bereits durch Nachlass-Auflösungen von verstorbenen Sammlern zu beklagen, z.B. bei der „Schnell-Räumung von Wohnungen“; was ist aus den betreffenden Sammlungen geworden? Gibt eBay Indizien?

  • Lokale Archive und private Museen, die ihre Finanzierung des kommunalen Mietkostenzuschusses verlieren und ohne Immobiliennutzung nun ihre Sammlungen in Gefahr sehen.

  • Private Sammler, die sich um die Zukunft ihrer Sammlungen Sorgen machen, falls eine räumliche Verkleinerung drohen sollte.

  • Sammlungen von privaten Sammlern, die ihr „fluidales Hobby“ mit dem Anspruch von Kulturgeschichte und Kulturerhalt betreiben. Wie weiter?

  • Wie geht man präventiv also mit dem Überleben, der Sammlungsicherung von privaten Sammlungen im audiovisuellen Bereich um?

  • Ist so etwas planbar?

  • Wie sieht das Verhältnis auf diesem Gebiet mit den großen öffentlichen Institutionen aus?

  • Was soll später mit einer Sammlung passieren, aus der Sammlung werden?

https://lists.posteo.de/listinfo/kinogong

Dort kann man sich mit Email-Adresse eintragen (und sich auch wieder austragen, also kündigen).
Nach der Passwortvorgabe kann man über eine weitere Detail-Seite als Nutzer Einstellungen (Prefs/Settings) vornehmen, ob man also z.B. jedes Posting einzeln oder einen Tages-/Wochendigest erhalten möchte, etc.

Das Ganze steht, da gerade aufgesetzt, halt ganz am Anfang. Das Archiv ist noch sehr dünn.

Ich denke, jede Weiterempfehlung bringt das Thema weiter.

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Chronologie der Magnetbandtechnik

Die eBook-Veröffentlichung:

Zeitschichten – Chronologie der Magnetbandtechnik

Magnetbandtechnik als Kulturträger
Erfinder-Biographien und Erfindungen

Chronologie der Magnetbandtechnik
und ihr Einsatz in der Hörfunk-, Fernseh-,
Musik-, Film- und Videoproduktion.

der Autoren Engel • Kuper • Bell • Münzner

hat seit heute eine neue Website im Aufbau:

http://www.zeitschichten.org.

Das eBook der Zeitschichten-Ausgabe 3 von 2013 ist derzeit erhältlich beim Beam eBook Shop:

https://www.beam-shop.de/sachbuch/film-medien/317730/zeitschichten-magnetbandtechnik-als-kulturtraeger-dritte-ausgabe-2013

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LzL Links zur Lage: Neues Süddeutschland & Deutschlandsender – Stimme der DDR | Radio DDR III.Programm

Wer wachsam liest und hört, bemerkt die schleichende Diskursführung hin zu „DDR Reloaded“ durch die Publizistik der Aktuellen:

Man braucht zur Überprüfung lediglich geringfügige Begriffswechsel durchführen und einige Vokabeln wie „Kapitalist“, „Marxismus-Leninismus“, „Politbüro“, „Planerfüllung“ und „Gerhard Löwenthal“ durch Begriffe wie „Verschwörungstheoretiker“, „Virologie-Epedemiologie-Impferlösung“, „Gates-Stiftung“, „ausgewogene Berichterstattung“ und „Ken Jebsen“ ersetzen, — so als ob der leibhaftige Karl Eduard von Schnitzler wieder auferstanden wäre. Dann bemerkt man das Muster sofort, und weiß, wohin der Hase läuft:

Marcus Klöckner bei Telepolis am 01. Juni 2020 zum diskursiven Verfolgungswahn der Süddeutschen Zeitung:

https://www.heise.de/tp/features/Sueddeutsche-Anklageschrift-in-Nachrichtenform-gegen-kritischen-Professor-4770614.html?seite=all

Kritischer Journalismus sieht bei Sandra Schulz vom Deutschlandfunk am 02. Juni 2020 so aus:

https://www.deutschlandfunk.de/bill-und-melinda-gates-stiftung-nehmen-keinen-einfluss-auf.694.de.html?dram:article_id=477792

Es hört sich an, als ob sich zwei Parteien stillschweigend darüber einig sind, dass auch eine kritische Frage gefragt werden darf. Schließlich betreibt man beim Deutschlandsender ja echten Journalismus und keine vaccinale Propaganda. Die Antwort auf die kritische Frage in diesem Interview klingt nach: „Das Politbüro der Gates-Stiftung entscheidet. Die da oben werden wohl wissen, was sie tun.“ – Damit ist dann für den investigativen Journalismus bereits alles gesagt. Nächste Frage bitte.

Grund genug, dass es dann im selben Programm als Bestandteil der stündlichen DLF-Nachrichtensendung, ebenfalls am 02. Juni 2020, gleich die Selbstbeweihräucherungs-Meldung der Planerfüllung gibt:

„Corona-Pandemie – Studie sieht differenzierte Berichterstattung klassischer Medien
Die klassischen Nachrichtenmedien haben laut einer Studie ein differenziertes Bild der Corona-Pandemie gezeichnet.“

http://www.deutschlandfunk.de/corona-pandemie-studie-sieht-differenzierte.1939.de.html?drn:news_id=1136873

Es ist wahrscheinlich eine sozialpsychische Überlastung und zugleich auch Traumaabwehr, nicht zu begreifen, dass es gar nicht darauf ankommt, ob das Virus stochastisch oder intentional in die Menschenwelt kam, sondern die Technikinstallationen der Virenlabore eine Einrichtung der ‚Risikogesellschaft‘ (Beck) darstellen. Wenn es nicht so war, hätte es sehr wahrscheinlich aber so sein können. Dies ist die drohende Gefahr: das es wieder und schlimmer passiert.

Dieser Umstand führt derzeit, wie Mathias Bröckers am 22. Mai 2020 in seinem Blog bemerkt, zu einer Verschwörungsinflation:

https://www.broeckers.com/2020/05/22/verschworungsinflation/

Es wäre jetzt überaus tragisch, wenn diese Überlastung und Traumaabwehr-Mechanismen schließlich zur gesellschaftlichen Regression auf eine DDR Version 2.0 führen würde.

Viren werden iterativ uns weiter belästigen; die Suche nach der Nische zum Drinleben folgt anscheinend bekannten Mustern der Historie. Die Gedanken gehen der zu schaffenden Realität voraus.

Statt in Geschichtsmodelle zu regredieren, ist die historische Analyse zielführender, sie führt nach Vorne in’s Freie.

Albrecht Goeschel stellt bei Telepolis am 02. Juni 2020 die Hauptideologieführung des Virologie-Komplexes in einen medizinhistorischen Kontext und Zusammenhang:

https://www.heise.de/tp/features/Von-der-Organmedizin-zur-Virusmedizin-4765321.html

Er schreibt:

„Nicht vergessen werden darf auch, dass zahlreiche der führenden Theoretiker und Praktiker einer psychosomatisch-sozialepidemiologisch orientierten Medizin nach 1933 ins Exil gegangen sind und damit für die gesundheitliche Versorgung auch im Nachkriegsdeutschland verloren waren.“

… und …

„Kein Wunder also, wenn die Leute nicht aus selbst verschuldeter Dummheit, sondern wegen „strukturell-funktioneller“ Verdummung beim Stichwort „Virus“ in Panik geraten. Infolge ihrer organmedizinischen Bevormundung und Gläubigkeit können sie mehrheitlich gar nicht auf den Gedanken kommen, dass vielleicht die Daten des zum Regierungsapparat zählenden Robert Koch-Instituts (RKI) ohne jegliche Beziehung zur jeweiligen regionalen, sozialen, gendermäßigen, demographischen und epidemiologischen Situation bestenfalls dummes Zeug oder vielleicht sogar politiknahe Heimtücke sind.“

Die psychisch-mentale Überlastung der Gegenwart stellt sich in diesem Zusammenhang als Spätschaden der deutschen Geschichte dar. Der deutsche Sonderweg der Gegenwart folgte dem deutschen Sonderweg der Geschichte.

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Update, 05.06.2020: Was öffentlich-rechtlicher Rundfunk an investigativer Berichterstattung so alles kann, wenn er darf und will, zeigt ausgerechnet wieder
Die Anstalt als Politsatire:
„Die echte Tafelnummer über Bill Gates
und zur Bill & Melinda-Gates-Stiftung“

Die Anstalt vom 2. Juni 2020 – Politsatire mit Max Uthoff und Claus von Wagner.
ZDF-Video hier:
https://rodlzdf-a.akamaihd.net/none/zdf/20/06/200602_clip_11_dan/1/200602_clip_11_dan_3360k_p36v15.mp4

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LzL “there is no health risk from cigarettes” (and from vaccination): COVID-19 und die Debatte über die Verursachung von AIDS

Edward Hooper hat über die Ursachen von AIDS seit 34 Jahren gearbeitet,
davon 28 Jahre an der OPV Theorie. Sein opus magnum war – bis jetzt – die Buchveröffentlichung „The River“ aus dem Jahre 1999.

Zu Edward Hoopers Arbeit siehe auch den früheren Blogpost vom 21. April 2020, hier:
https://duskofdigital.wordpress.com/2020/04/21/lzl-links-zu-lage-das-doktor-frankenstein-virus/

Edwards Hoopers Follow-up Website „AIDS Origins“ wurde zum 18. Mai 2020 relaunched:

http://www.aidsorigins.com/

Jetzt gibt Edward Hooper dort ein Update mit der Aussicht auf ein neues opus magnum in der Angelegenheit; die Zeit scheint jetzt reif dafür zu sein, angesichts von COVID-19 ein breites Lesepublikum neu und wieder für diese Thematik zu finden:

http://www.aidsorigins.com/welcome-to-the-new-aids-origins-site/#more-213

Der Dokumentar-Langfilm „The Origins of AIDS“ aus dem Jahr 2003 ist nun neu zu YouTube verlinkt und dort anschaubar:
http://www.aidsorigins.com/view-the-origins-of-aids-documentary/

Am 24. April 2020 nahm Edward Hooper auf seiner Website zum Thema „COVID-19 and the Origins of AIDS Debate“ Stellung:

There is much to be gained from learning how new diseases emerge. This applies to the origins of the AIDS pandemic, which has now killed over 50 million people globally. I (and to my knowledge many scientists) believe that a full and convincing explanation of how AIDS began has still not been provided by the scientific community, despite claims to the contrary by many prominent figures. The COVID-19 pandemic is even more worrying in its potential impact on global health, and so there is even more need for a prompt and open-minded investigation into its origin.

We are in the midst of a public health crisis that is unprecedented in our life-times. In the last couple of months I have been approached for comment and interviews about the COVID-19 pandemic by several persons, including scientists, film producers and readers of this web-site. I have until now held back from making any public comment. I don’t pretend to be an expert in coronaviruses, and I did not want to offer opinions which might not be well-founded or well-based in science.

Sein längerer Blog-Text in der Sache ist auch deswegen wieder sehr lesenswert, weil er hier auf eine virologisch-epidemologische Expertokratie verweisen kann, die mit luftigen Vermutungen, saftigen Verleumdungen und frühen Spin-Setzungen als wissenschaftliche Oberautorität auftritt und damit die politische Klasse und den Diskurs gleich mit gekapert hat.

My gut feeling is that the term “conspiracy theory” is a new weapon in the armoury of those who would like to shut down legitimate enquiry into mistakes and wrongdoing by governments and other centres of power. (…)
In short, not all alleged conspiracies (or acts of wrongdoing by the great, the good, the rich and the corrupt) should be dismissed as conspiracy theories. The term “conspiracy theory” is one of those catch-all phrases that can be readily rolled out (without anything substantive in the way of evidence) to tar the reputation of an opponent, and it is also highly emotive, a bit like calling someone a Holocuast denier or a paedophile.

Im Stand von 18. Mai 2020 (inkl. Updates vom 1. Mai und vom 18. Mai) sein sehr lesenswerter und ausführlicher Textbeitrag, zugleich der Bericht von einem Wiedertreffen  „alter Bekannter“:

http://www.aidsorigins.com/covid-19-and-the-origins-of-aids-debate/#more-226

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Neuer YouTube-Kanal für Podcast „akiwiwa – als Kino wichtig war“

akiwiwa – als Kino wichtig war
ist eine Video-/Audio-Podcastreihe von Kilian Mutschke und Joachim Polzer seit 2018.

http://www.akiwiwa.de

Neben dem bereits aktiven akiwiwa-Kanal bei Vimeo:

Vimeo Channel
When Cinema Mattered
https://vimeo.com/channels/1435418
Vimeo home section:
https://vimeo.com/akiwiwa

gibt es nun auch – ganz neu – einen YouTube-Kanal für akiwiwa:

https://www.youtube.com/channel/UCxA4HTAIq5iJ-p2ClVb9y3g

Dort heißt es:

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LzL Links zur Lage: Übergang zur Luftepoche

Bekanntlich gehen wir jetzt in eine Phase energetischer „Rückläufigkeit“, die bis Mitte November 2020 anhalten wird, bevor zur Wintersonnenwende der gesellschaftliche Übergang aus der Erd-Epoche in die Luft-Epoche praktisch und wirksam werden kann, indiziert durch die Große Konjunktion auf Null Grad Wassermann.

http://www.philipsedgwick.com/StarBlogs/Archives/2020/Retooling%20by%20Retrograde%20~%2010%20May%202020.htm

Die dafür notwendige Anpassung an sowie Vorbereitung auf künftige Veränderungen in diesem Zeitfenster wird das Fühlen, Erkennen, Denken, Mitteilen und Handeln in den kommenden Wochen und Monaten nachhaltig in den Tiefenschichten tangieren, man merkt es bereits jetzt.

Hier aktuell meine kommentierte Linksammlung zur gegenwärtigen Lage unter diesem Gesichtspunkt:

Malte Lehming am 30. April 2020 im Berliner Tagesspiegel zur jüdischen Ethik des „Pikuach Nefesh“

https://www.tagesspiegel.de/politik/corona-und-judentum-die-rettung-des-lebens-hat-absoluten-vorrang/25786706.html

Thomas Konicz am 28. April 2020 bei telepolis.de zu den sch(w)äbischen Nützlichkeitserwägungen bei Äußerungen der Herren Schäuble und Palmer:

https://www.tagesspiegel.de/politik/debatte-ueber-lebensschutz-in-der-corona-krise-das-fuehrt-zu-selektion-zwischen-mehr-oder-weniger-lebenswertem-leben/25788236.html

Weitere Debattenbeiträge zur deutschen Ethik bei „Schäuble & Palmer“:

https://www.tagesspiegel.de/politik/debatte-ueber-lebensschutz-in-der-corona-krise-das-fuehrt-zu-selektion-zwischen-mehr-oder-weniger-lebenswertem-leben/25788236.html

https://www.heise.de/tp/features/Covid-19-Infektion-soll-Lebenserwartung-um-ein-Jahrzehnt-verkuerzen-4713549.html

https://www.tagesspiegel.de/politik/ethik-in-der-lockerungs-debatte-aeltere-menschen-werden-nicht-geopfert/25810448.html

https://www.heise.de/tp/features/Auslaufmodell-Ausnahmezustand-4713464.html

Peter Nowak am 8. Mai 2020 bei telepolis.de über den konstruierten Generationen-Konflikt und die Notwendigkeit zu humanen Werten des „Leave no one behind“ zurückzukehren, siehe oben, Link zum Beitrag zur jüdischen Ethik.

https://www.heise.de/tp/features/Die-Senioren-und-die-Corona-Krise-4717168.html?seite=all

Was braucht’s noch einen expliziten Antisemitismus, wenn der implizite selbst schon unerkannt Verwüstungen anrichtet, bei Leuten, die vor lauter Avanciertheit davon gar nichts wissen.

https://www.deutschlandfunk.de/israelischer-bericht-deutschland-weit-vorne-bei.1939.de.html?drn:news_id=1128378

Das Auftauchen und die Wirkungsweisen des SARS-CoV2-Virus führt bei wacher Auffassungsgabe leicht zu extrem schwierig beantwortbaren Fragen, die allesamt für die bisherige Ordnung und ihre Machthaber unbequem sind.

Zunächst:

Christian Walther zur Kernfrage, warum die im Jahr 2019 zusammengezählten 25.000 Grippe-Toten in Deutschland während der Influenzaepedemie von November 2017 bis März 2018 bislang medial so gut wie unbemerkt geblieben sind, die Corona-Krise (in Deutschland von Januar bis Mai 2020 mit rund 7000 Covid-19-Toten) hingegen weltweit alles vom Sockel zu stoßen in der Lage ist. Christian Walther im Berliner Tagesspiegel vom 04. Mai 2020:

https://www.tagesspiegel.de/politik/25-100-tote-bei-grippewelle-2017-18-die-ignorierte-katastrophe/25798658.html

Ein Hinweis zum hiesigen Blogpost vom 21. April 2020 mit Links zu Fragen bezüglich Auffälligkeiten in der RNA-Sequenz des SARS-CoV2-Virus und warum ANTIVIR als höchstspezifisches Arzneimittel plötzlich bei Covid-19 so breitbandig wirkt wie Aspirin in anderen Fällen:

https://duskofdigital.wordpress.com/2020/04/21/lzl-links-zu-lage-das-doktor-frankenstein-virus/

Florian Rötzer rückt Australien in den Focus in seinem Beitrag bei telepolis.de vom 08. Mai 2020 unter dem Titel „Kommt das Coronavirus aus dem Wuhan-Labor?“, in dem es um die Frage zu einem labor-synthetischen, „chimärischen Virus“ mit einem „neuen zoonotischen CoV-Spike-Protein“ geht:

https://www.heise.de/tp/features/Kommt-das-Coronavirus-aus-dem-Wuhan-Labor-4716993.html

Ein Beitrag in der New York Times vom 11. Mai 2020 widmet sich ebenfalls Australien als neuer Mittelmacht, wenn das hegemoniale Machtvakuum der USA und die Defensiv-Position Chinas durch kritische Untersuchungen herausgefordert werden sollen:

https://www.nytimes.com/2020/05/11/world/australia/coronavirus-china-inquiry.html

Solche Nachfragen mit tieferem Sinn stören selbstverständlich die wankende Ordnung der Staatsmächte und ihrer Lautsprecher, sie verunsichern zutiefst.

So vergeht kaum ein Tag, in dem die Nachrichtenredaktion des staatstragend die nachrichtlich verkürzte Weltsicht postulierenden Deutschlandfunks nicht „Zeter und Mordio“ versendet. Kritisches Fragen bleibt dort noch bis auf weiteres erlaubt, aber nicht zu tief und nicht zu laut und nicht in Protestgruppen, sonst kommt man in die gemeinsame Wundertüte mit „esoterischen argumentierenden Impfskeptikern“, „Verschwörungstheoretikern“ und „Rechtsradikalen“:

DLF, 11. Mai 2020

https://www.deutschlandfunk.de/covid-19-welche-verschwoerungstheorien-das-video-plandemic.1939.de.html?drn:news_id=1129524

DLF, 11. Mai 2020

https://www.deutschlandfunk.de/covid-19-politiker-warnen-vor-radikalisierung-der-proteste.1939.de.html?drn:news_id=1129370

DLF, 07. Mai 2020

https://www.deutschlandfunk.de/covid-19-wie-widerstand-2020-die-corona-krise-in-frage.1939.de.html?drn:news_id=1127736

DLF, 06. Mai 2020

https://www.deutschlandfunk.de/coronavirus-pandemie-bill-gates-ist-zum-ziel-von.1939.de.html?drn:news_id=1128090

Vielleicht sollte man als investigativer Journalist im deutschen Nachrichten-Business dann einfach nur mal bei der Redaktion der Sportschau des Ersten Deutschen Fernsehens (ARD) vorbeischauen und dabeigewesenen Militär-Sportlern zuhören, was die über die „Military Games“ vom Oktober 2019 in Wuhan so alles berichten können (am 8. Mai 2020):

https://www.tagesschau.de/sport/sportschau/militaerweltspiele-wuhan-101.html

Mathias Bröckers war beim Haus-Video-Podcast namens Bersets Homeoffice des Schweizer Bundesrats Alain Berset, zuständig für Inneres und Gesundheit, zu Gast und wird dort in Folge 14 (EVÖ 29. April 2020) als „Konspirologe“ befragt, wie man mit dem Virus leben lernt.

LINK: https://www.youtube.com/watch?v=uuaYzFobaFc

Man kann sich Mathias Bröckers nur schwerlich beim Bundesgesundheitsminister oder Bundesinnenminister der Bundesrepublik Deutschland, privat zuhause auf der durchschnittenen Couch, im Plauderton vorstellen.
Soviel zur schweizer Gelassenheit und Tolerenz, mit der man dort Deutschland seit 2015 zunehmend befremdlich und befremdet von Außen betrachtet (und Kritikern dort Diskursraum bietet, siehe auch NZZ für Deutschland).

Mathias Bröckers am 11. Mai 2020 mit einem Blogbeitrag zur Einschätzung der Rolle und Gefährlichkeit von Bill Gates in der Angelegenheit, in dem er sich an fefe von Leitner und seinen Blog anlehnt:

LINK https://www.broeckers.com/2020/05/11/corona-bill-und-die-kirchen-der-angst/

Blogleser Stefan kommentiert diesen Beitrag dort am 11. Mai 2020:

“Verschwörungstheoretiker” sind gerade zum Hauptfeind der politisch-medialen Klasse aufgestiegen und verdrängen damit die “Rechtspopulisten” von dort. “Pandemieleugner” ist ein neuer Kampfbegriff.

Der Staats- und Medienapparat möchte einen Feldzug gegen Meinungen führen. Es ist von “weltweitem Informationskampf” die Rede. Der Gegner sitzt aber diesmal nicht im Kreml, es sind die eigenen Schäfchen, die endlich aufgewacht sind und sich ihrer Rechte und ihrer Haut erwehren – gegen schamlose Übergriffe milliardenschwerer globaler „Wohltäter“ und deren staatliche Lakaien.

Absurd:

Die angeblichen Wahrer des Pluralismus kämpfen um die Einheitsmeinung und unterdrücken abweichende Ansichten.

Die angeblichen Wahrer wissenschaftlicher Sichtweisen verhindern den nötigen Disput der Wissenschaft und grenzen kritische Experten aus.

Die angeblichen Wahrer der liberalen Demokratie denunzieren Bürger, die sich für die Grundrechte einsetzen, als Extremisten und Undemokraten.

Der Widerstand gegen diese eklatanten und grotesken totalitären Tendenzen wird immer breiter und bunter, inzwischen auch aus Teilen des Systems heraus. Da sitzen natürlich auch Menschen mit Verstand und Gewissen, die merken was gerade passiert.

Inzwischen liegt das Handout-Skript von Werner Held zur „Kosmos & Psyche“-Radiosendung/Podcast „Corona, Koronis und die neue Ordnung“ (Sendung vom 14. April 2020, Handout auf 59 Seiten) voll ausformuliert vor:

LINK https://www.werner-held.de/pdf/corona.pdf

Werner Held sieht „Koronis als komplexes Übergangsvehikel von der Erd- zur neuen Luftordnung“:

Kurz gesagt rollt auf die Welt multizyklisch verdichtet der größte weltweite Totalitarismus seit den 30er Jahren und sogar potenziell noch schlimmere Ausmaße zeigend zu. Er ist jetzt angstfanatisch mit der Corona-Krise in Bewegung gesetzt worden und wird über die Überwachungsdigitalisierung zu einen ungeahnt versklavenden, diktatorischen System ausgebaut. Zumindest geben die entscheidenden Wirkhoroskope mannigfaltig verdichtet diese Entwicklung thematisch im schlimmsten Falle vor. Dabei dient dies einem luziferisch technoiden und wahnhaft angstüberfluteten Jungfrau-Faschismus, der seit dem 30.06.1966 angestoßen jetzt ein neues neptunisches Antlitz, ein neues virologisches Tätigkeitsfeld und eine neue Entgrenzung und eine drakonische saturnisch-plutonische überwachungsstaatliche Umsetzung erhält.

Bei telepolis.de am 7. Mai 2020 ein Interview mit dem Astrobiologen Aleksandar Janjic über die Grenzen des Wissbaren, mit dem Titel „Viren: Ursprung des Lebens?“:

https://www.heise.de/tp/features/Viren-Ursprung-des-Lebens-4714415.html

Weiterführende medizinisches Analysen („Fast alle Organe sind betroffen“) durch Klaus-Dieter Kolenda bei telepolis.de am 7. Mai 2020

https://www.heise.de/tp/features/Fast-alle-Organe-im-Koerper-sind-betroffen-4716482.html?seite=all

und durch Ed Yong unter dem Titel „Why the Coronavirus Is So Confusing“ am 29. April 2020 in The Atlantic:

https://www.theatlantic.com/health/archive/2020/04/pandemic-confusing-uncertainty/610819/

Differenzanalyse ist nicht nur manchmal hilfreich:

Auf Euronews am 07. Mai 2020: „Kaum Covid-19-Fälle in der Psychiatrie: Hilft ein altes Neuroleptikum?“

https://de.euronews.com/2020/05/07/kaum-covid-19-falle-in-der-psychiatrie-hilft-ein-altes-neuroleptikum

Jonathan Franzen im New Yorker über den Unsinn, übermenschliche Herausforderungen durch Handlungen stoppen zu wollen, im September 2019 am Beispiel der Klimakrise: „What if We Stopped Pretending the Climate Apocalypse Can Be Stopped?“

https://www.newyorker.com/culture/cultural-comment/what-if-we-stopped-pretending

George Packer in der Juni-2020-Ausgabe von The Atlantic mit einer Lageanalyse für die USA unter dem Titel „We Are Living in a Failed State“:

https://www.theatlantic.com/magazine/archive/2020/06/underlying-conditions/610261/

Die Virus-Krise bringt alle gesellschaftlichen, ökonomischen und politischen Schwachstellen unnachgiebig an’s Licht und beschleunigt dabei das IT/Medizin/Trajekt im Machtdurchsetzungs-Diskurs; sie ist darin ein „Brandbeschleuniger der menschenfeindlichen Technik“.

Die Exemplifizierungen folgen auf dem Fuße:

Brigitta Engel am 06. Mai 2020 in telepolis.de über Jens Spahn, der mit der 2. Novelle des Pandemieschutzgesetzes auch an Daten von Nicht-Infizierten heran will:

https://www.heise.de/tp/features/Corona-Krise-Spahn-will-auch-Daten-von-Nicht-Infizierten-4715888.html

Ein Interview mit dem BND- und Merkel-Berater Sandro Gaycken bei telepolis.de vom 04. Mai 2020 mit dem Titel „Die Krise wird das Spielerische in der Digitalisierung abtöten und uns einen harten Pragmatismus aufzwingen“

https://www.heise.de/tp/features/Die-Krise-wird-das-Spielerische-in-der-Digitalisierung-abtoeten-und-uns-einen-harten-Pragmatismus-4711730.html

KI und Roboter: Corona in Singapur
Die Stunde der Roboter, Tagesschau.de, 11. Mai 2020:

https://www.tagesschau.de/ausland/roboter-corona-101.html

Tanja Buntrock im Berliner Tagesspiegel vom 11. Mai 2020 über „Wie Künstliche Intelligenz dem Handel in der Krise helfen soll“; maschinelle Käuferübewachung im Handel, nur besser als Amazon Inc.; damit fällt die lokale und als besser begründbare Alternative zum Onlineshopping weg:

https://www.tagesspiegel.de/berlin/corona-regeln-erfuellen-und-ladendiebstahl-verhindern-wie-kuenstliche-intelligenz-dem-handel-in-der-krise-helfen-soll/25817158.html

Warum man die für Deutschland relevantesten journalistischen Beiträge in der New York Times zuerst lesen muss, lässt keinen guten Nachgeschmack bezüglich der deutschen Mainstreampresse und ihrem ‚Schurnalismus‘ aufkommen:

https://www.nytimes.com/2020/05/10/business/coffee-filter-mask-melitta.html

Einen der „Brandbeschleuniger der Epedemie“ als selbst ernannten Experten mit medialer Omnipräsenz nimmt Harald Martenstein für den Berliner Tagesspiegel am 09. Mai 2020 auf’s Korn:

https://www.tagesspiegel.de/politik/martenstein-ueber-karl-lauterbach-ein-harter-lockdown-verfechter-mit-vielen-sozialen-kontakten/25815886.html

Eine erfrischend frei fließende Reportage von Jessica Shaw am 11. Mai 2020 in der New York Times über „Virus-Flüchtlinge“ in der weltweiten Pampa:

https://www.nytimes.com/2020/05/11/style/they-fled-the-coronavirus-now-theyre-in-scenic-limbo.html

Roy Horn, die eine Hälfte von Siegfried & Roy, ist an Covid-19 gestorben, hier der Nachruf in der New York Times vom 08. Mai 2020:

https://www.nytimes.com/2020/05/08/obituaries/roy-horn-dead-covid.html

Es war recht lehrreich, mir gestern die „VIP-Schaukel“-Ausgabe von Margret („Düsen“-)Dünser aus dem Jahre 1976 (ZDF-Sendereihe 1971 -1980) nochmals anzuschauen, die Siegfried & Roy im Alter von 31 respektive 36 Jahren nach ihren ersten Jahren des Erfolgs in Las Vegas länger vorstellte. Ich meine mich daran erinnern zu können, dass ich als damals 14-jähriger bei der Erstausstrahlung dieser Sendung zum ersten Mal von den beiden hörte und sah. Deutsche Misfits, bestfits in America. — In welcher Online-Mediathek kann man sich diese VIP-Schaukel-Folge anschauen? Fragen, die (derzeit) zu nichts führen. Das private Hausarchiv zählt. (https://de.wikipedia.org/wiki/Margret_D%C3%BCnser)

What do you have to show us?

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LzL – Links zur Lage: das Virus als große Wesenheit

Das Virus als große Wesenheit,
es macht, was es will,
es kommt und geht,
es produziert Massenhysterie und Panikmache
und verleitet die Mächtigen zu erneuten Einpeitschungen
des „Alternativlosen“.

Es wird Zeit für Alternativen.

Aber: dass alles nicht so schlimm wird, wie angenommen wurde, –
hilft als Erkenntnis denen wenig, die daran erkrankt oder gestorben sind.

Und dass Intubierungen einen Embryonalzustand produzieren,
noch dazu unter gegebenenfalls niederen Beweggründen,
wie Strömungsverhältnissen von Aerosol bis Honorarzahlungen,
lässt einen an der machtvollen Medizin zweifeln,
die in diesem Fall ohnmächtig agiert,
weil sie als akademische Disziplin und Praxis
derzeit mit leeren Händen da steht
und dies nicht gerne zugibt.

Auch da wird es Zeit, den Alternativen
Raum und ihre Zeit zu geben,
statt medial auf sie einzuprügeln.


Bemerkenswerte, aktuelle Perspektiven-Beiträge bei Telepolis:

Thomas Fischer am 27. April 2020 über „Covid-19: Vom Beginn einer Skepsis“

https://www.heise.de/tp/features/Covid-19-Vom-Beginn-einer-Skepsis-4710285.html

Florian Rötzer am 25. April 2020 über Isaac Ben-Israel und seine Studie zum maßnahmen-unabhängigen Verlauf bei Covid-19

https://www.heise.de/tp/features/Covid-19-Hoehepunkt-nach-40-Tagen-Ende-bei-60-Tagen-unabhaengig-von-Massnahmen-4709759.html

Christof Kuhbander am 26. April 2020 über „Die Überschätzung des tatsächlichen Anstiegs der Coronavirus-Neuinfektionen“

https://www.heise.de/tp/features/Die-Ueberschaetzung-des-tatsaechlichen-Anstiegs-der-Coronavirus-Neuinfektionen-4709977.html

Stephan Schleim am 26. April 2020 über „1 von 500.000: Führende Epidemiologen berechneten das Sterberisiko durch COVID-19“

https://www.heise.de/tp/features/1-von-500-000-Fuehrende-Epidemiologen-berechneten-das-Sterberisiko-durch-COVID-19-4709923.html

Steffen Roth, Michael Grothe-Hammer und Lars Clausen am 21. April 2020 mit „COVID-19: WHO-Studie findet kaum Belege für die Wirksamkeit von Eindämmungsmaßnahmen“

https://www.heise.de/tp/features/COVID-19-WHO-Studie-findet-kaum-Belege-fuer-die-Wirksamkeit-von-Eindaemmungsmassnahmen-4706446.html

Thomas Schuster am 26. April 2020 über „Auf der Suche nach der verlorenen Inkubationszeit – Die westlichen Behörden sind blindlings in die Pandemie gelaufen“

https://www.heise.de/tp/features/Auf-der-Suche-nach-der-verlorenen-Inkubationszeit-4708862.html

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LzL – Links zur Lage: Zusammenhang zwischen Funkstrahlung, Immunsystem und Epidemien

Manchmal vermengt sich das Unwahre und das Richtige, das Falsche und das richtig Verstandene auf so innige Weise, so dass beides kaum noch voneinander zu unterscheiden ist. Maschinenstürmerei als soziales Phänomen resultiert aus diesem meist unbewußten bleibendem Unbehagen, etwas Richtiges falsch erkannt zu haben.

Auf den Britischen Inseln (in UK also) hat es im Verlaufe des März und April 2020 eine Reihe von Anschlägen auf rund 100 seit 2019 dort neu installierte 5G-Mobilfunk-Sendemasten gegeben. Auslöser waren Gerüchte, dass es einen URSÄCHLICHEN ZUSAMMENHANG zwischen dieser durch die neue 5G-Funktechnik erzeugten, ZUSÄTZLICHEN elektromagnetischen Strahlungsbelastung nicht-ionisierender EM-Wellen und dem Auftauchen sowie der epedemischen Verbreitung von COVID-19- Erkrankungen gäbe.

Die nachrichtlichen Hintergründe und Berichte darüber, samt Einordnung und Zurückweisung dieser 5-G-Verschwörungstheorien, die dort als „lunatic“ oder „baseless“ bezeichnet werden, also „verrückt“ oder „haltlos“ seien, gibt es beispielsweise bei diesen nachfolgenden Links:

https://www.nytimes.com/2020/04/10/technology/coronavirus-5g-uk.html

https://www.ft.com/content/1eeedb71-d9dc-4b13-9b45-fcb7898ae9e1

https://www.techuk.org/insights/news/item/16068-update-5g-and-health-implications

https://www.bbc.com/news/technology-52370616

https://www.sueddeutsche.de/panorama/corona-coronavirus-fake-news-verschwoerungstheorien-grossbritannien-5g-1.4869199

https://www.npr.org/sections/coronavirus-live-updates/2020/04/04/827343675/u-k-cellphone-towers-ablaze-as-conspiracy-theories-link-5g-networks-to-covid-19?t=1587823044186

https://time.com/5818574/5g-coronavirus-conspiracy-theory-inaccurate/

https://eu.usatoday.com/story/tech/columnist/2020/03/21/did-5-g-cause-coronavirus-covid-19-pandemic/2873731001/

https://www.gov.uk/government/publications/5g-technologies-radio-waves-and-health/5g-technologies-radio-waves-and-health

https://www.businessinsider.com/coronavirus-conspiracy-5g-masts-fire-2020-4?r=DE&IR=T

https://www.businessinsider.com/coronavirus-5g-conspiracy-theory-england-cellphone-masts-engineers-attacked-2020-4?r=DE&IR=T

https://telecoms.com/503534/deluded-scousers-burn-down-5g-masts-because-covid-19-is-talking-through-the-airwaves/

https://www.forbes.com/sites/brucelee/2020/04/09/5g-networks-and-covid-19-coronavirus-here-are-the-latest-conspiracy-theories/#1d349f146d41

Eine eindrückliche Liste an Beiträgen, jeder geradezu exemplarisch, wie man sich schwierige Sachverhalte durch das Unisono des Mainstreams von Halse halten kann.


Geht man allerdings von einem eher holistischen Weltverständnis mit Multikausalitäten und sich wechselseitig verstärkenden oder abschwächenden Co-Faktoren aus, so ist ein Zusammenhang mit der Feinstaub- und Luftgift-Belastung (z.B. durch Stickoxide) von stark epedemisch belasteten Covid-19-Gebieten bereits berichtet worden, ohne dass die Großkeule „Verschwörungstheorie“ zur Gedankenabwehr bemüht werden musste.

Legt man über den Layer „Feinstaub und Luftgifte“ nun noch die neuen, zusätzlichen Belastungen durch höherfrequentere Strahlunginstallationen, so ist nicht abwegig zu vermuten, dass es eher – auf die Dauer – zu einer sich verstärkenden Belastung und belastenden Einwirkung auf biologische Organismen kommt, als dass sich diese beiden Faktoren gegenseitig abschwächen würden.

In diesem Zusammenhang ist die Wortmeldung des ÖDP-EU-Abgeordneten Klaus Buchner vom 24. März 2020 (mit Update am 30. März) relevant:

https://www.n-tv.de/technik/Ist-5G-ein-Coronavirus-Beschleuniger-article21695709.html

https://klaus-buchner.eu/5g-schwaecht-das-immunsystem-in-zeiten-der-corona-krise/

„Prof. Buchner betont: „Es liegt nahe, dass die Verbreitung von Viren durch Funkstrahlung gefördert wird. Mobilfunkstrahlung, insbesondere 5G ist ein Brandbeschleuniger der Pandemie.“ Denn schon vor der Corona-Krise wurde die Wirkung von Funkstrahlung auf das Immunsystem untersucht. Die Ergebnisse schienen zunächst widersprüchlich zu sein. Man fand aber bald heraus, dass sich die Widersprüche leicht erklären ließen: Kurzzeitige Bestrahlung stimuliert die Immunabwehr, längere hemmt sie dagegen.

Ein weiterer Effekt ist hier wichtig: Funk öffnet die Kalzium-Kanäle und erzeugt oxidativen Stress. Es liegt nahe, dass dadurch die Replikation der Viren begünstigt wird. Denn auch Viren, insbesondere ein naher Verwandter des aktuellen Corona-Virus, öffnen die Kalzium-Kanäle, um ihre Replikation zu ermöglichen. Dadurch ergibt sich sogar eine Therapiemöglichkeit durch Medikamente, die diese Kalzium-Kanäle blockieren. Auch bei Lungenentzündungen wurden klinische Studien durchgeführt, die mit dieser Methode im frühen Stadium Heilerfolge nachweisen.“


Insofern ist die Forderung von Christoph Pfluger, Herausgeber der schweizer Zeitschrift ZEITPUNKT, vom 20. März 2020, nachvollziehbar:

https://www.zeitpunkt.ch/die-ruhe-vor-dem-perfekten-sturm

„Der Zusammenhang zwischen Funkstrahlung, Immunsystem und Epidemien müsste schon lange seriös untersucht werden, genau genommen seit 1918. Die ersten Fälle der Spanischen Grippe wurden nämlich an der Naval Radio School of Cambridge (Massachusetts), einer Funkerschule der Navy, mit 400 Betroffenen beobachtet. Die Epidemie breitete sich rasch auf 1127 Soldaten im Funston Camp (Kansas) aus, wo ebenfalls Funkeinrichtungen installiert worden waren.

Jede Grippepandemie folgt einem neuen Entwicklungsschritt der Elektrotechnik, schreibt der Mathematiker und Wissenschaftsautor Arthur Firstenberg in seinem Buch «The invisible rainbow – a history of electricity and life». Er erwähnt die Asiatische Grippe von 1957 und 1958, die mit der Installation eines leistungsstarken Radarüberwachungssystems einherging oder die Hongkong-Grippe von 1968, die mit der Installation von 28 militärischen Satelliten zur Raumüberwachnung in der Höhe des Van-Allen-Gürtels, der uns vor kosmischer Strahlung schützt, zusammenfällt.

Der Zusammenhang wird leider nicht intensiv erforscht, weil im zunehmend privatisierten medizinischen Wissenschaftsbetrieb kein Konzern ein materielles Interesse daran hat.

Aufschlussreich ist allerdings eine Arbeit Olle Johansson, Professor für Neurowissenschaft am Karolinska Institut und dem unabhängigen Wissenschaftler Örjan Hallberg, die einen erstaunlichen Zusammenhang zwischen Krebs und der Exposition der Bevölkerung gegenüber Radiofrequenzen entdeckten (Increasing Melanoma—Too Many Skin Cell Damages or Too Few Repairs?). Sie zeigen einen signifikanten Anstieg der Raten in den Jahren 1920, 1955, 1969 und einen Rückgang (!) im Jahr 1978, was jeweils mit dem Anstieg des Radiofrequenz-Smogs durch die Einführung von Mittelwellen-, UKW- und TV-Sendern, der Einführung des Farbfernsehens und dann der Einstellung von Mittelwellensendern einhergeht.

Zum Zusammenhang zwischen der Corona-Pandemie und Funkstrahlung gibt es erst Indizien. Aber sie sind interessant und verdienen weitere Abklärung:

• Wuhan, das Epizentrum der Pandemie, ist mit mehr 10’000 kürzlich installierten 5G-Antennen vermutlich die am stärksten belastete Stadt der Welt.
• San Marino ist nicht nur das einzige Land mit vollständiger 5G- Abdeckung, sondern auch mit der weltweit höchsten Corona-Infektionsrate. Das könnte allerdings auch an einer besonders hohen Testrate liegen.
• Norditalien hat nach enorm hohen Investitionen in 5G-Frequenzen eine sehr hohe 5G-Abdeckung (aber wie Wuhan, auch eine extrem hohe Luftverschmutzung)
• Die Schweiz, ein Land mit relativ hoher Infektionsrate, ist gemäss Swisscom zu 90 Prozent mit 5G abgedeckt.

Der Zusammenhang zwischen Pandemien und elektromagnetischen Feldern muss seriös untersucht werden.

All das sind das natürlich keine Beweise für eine Korrelation zwischen 5G und der Corona-Pandemie, aber unter Berücksichtigung der immunschwächenden Wirkung elektromagnetischer Felder doch einigermassen deutliche Indizien, die weitere Untersuchung verdienten. Das müssen auch gut vernetzte Institutionen mit speziellen Interessen gemerkt haben. Wer im Internet nach dem Zusammenhang zwischen 5G und Corona sucht, findet als erstes seitenlange Listen mit Beiträgen, die solche Vermutungen als «Verschwörungstheorie» abtun. Das deutet auf eine ziemlich kompetente Informationsabwehr hin und die ergibt nur einen Sinn, wenn das offizielle Narrativ gefährdet ist. Nicht umsonst spricht die WHO bereits von einer «Infodemie» (infodemic) mit Nachrichten, die der offiziellen Darstellung widersprechen oder sie korrigieren. Eine Einschränkung der Rede- und Pressefreiheit ist nicht auszuschliessen.“

Zu bemerken wäre an dieser Stelle noch, dass der Rollout von 5G in Deutschland gerade erst begonnen wurde und dieses „Nachhinken“ gegenüber den europäischen Nachbarn und im internationalen Vergleich stets als wirtschaftliches Manko gesehen wurde. Das „deutsche Wunder“ bei den (bis jetzt) niedrigen Totenquoten infolge Covid-19 wurde mit der demographisch-spezifischen, jungen Erstinfektionswelle und mit den angeblich hohen Testquoten, man liest dabei aber auch von 60 % Fehlerquote bei SARS-CoV-2-Virentests, begründet.

Charles Eisenstein am 12. April 2020, ebenfalls bei ZEITPUNKT, unter dem Titel „Die Krönung – The Coronation“:

https://www.zeitpunkt.ch/die-kroenung-coronation

„Einige Kommentatoren haben beobachtet, wie sie sich gut in eine Agenda der totalitären Kontrolle einfügt. Eine verängstigte Öffentlichkeit akzeptiert Einschränkungen der bürgerlichen Freiheiten, die sonst schwer zu rechtfertigen sind, wie die ständige Überwachung der Bewegungen aller, die erzwungene medizinische Behandlung, die nicht freiwillige Quarantäne, die Einschränkung der Reise- und Versammlungsfreiheit, die Zensur dessen, was die Behörden als Desinformation betrachten, und die militärpolizeiliche Überwachung der Zivilbevölkerung. Viele dieser Maßnahmen waren bereits vor Covid-19 im Gange.

Das Gleiche gilt für die Automatisierung des Handels, die Zwangspause von Sport und Unterhaltung, die Migration des Lebens aus dem öffentlichen in den privaten Raum, den Übergang von der ortsgebundenen Schule zur Online-Bildung, den Niedergang der Läden und Betriebe und die Verlagerung von menschlicher Arbeit und Freizeit auf den Bildschirm. Covid-19 beschleunigt bereits existierende politische, wirtschaftliche und soziale Trends.“

Die Ausgabe Dez/Februar 2020 der Zeitschrift „ZEITPUNKT für friedliche Umwälzung“, die Ausgabe Nr. 164, widmete sich als Schwerpunkt: „Wie Elektrizität die Biologie verändert“. Auch Mathias Bröckers war mit einem Beitrag zu Edward Snowden mit dabei:

https://www.zeitpunkt.ch/archiv/wie-elektrizitaet-die-biologie-veraendert

Noch zwei weitere Beitrags-Links zum ZEITPUNKT:

https://www.zeitpunkt.ch/bei-der-anti-china-hysterie-geht-es-um-macht

https://www.zeitpunkt.ch/zehn-experten-mit-aufschlussreichen-alternativen-sichtweisen

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LzL – Links zu Lage: das Doktor-Frankenstein-Virus

Vor genau einem Monat, am 21. März 2020, schrieb ich in einer Rund-Email an Freunde und Bekannte meine Vermutungen und intuitiven Mutmaßungen, salopp gesagt, aus dem Bauch heraus:

„Im Moment bin ich recht ratlos und nachdenklich, versuche mir meine Meinung zu den Fakten zu bilden. Was mir zunehmend schwerfällt, je mehr Fakten reinkommen und sich die Lage dramatisiert.

Dass da ein Biowaffen-Experiment schief gegangen sein könnte, in dem neuen WUHAN-Biowaffencenter, zum Start, ist möglich.

Gerade, wenn man sich das Ablaufprotokoll von Tschernobyl vom 26. April 1986 nochmals im Detail durchliest, z.B. bei Wikipedia:

Anfängerfehler von Experten, wo alles noch neu und unbekannt und komplex ist, es kaum Erfahrungen gibt, Schichtwechsel, Stehengelassenes und nicht ausreichend Dokumentiertes, Nachlässigkeiten in Eile – und mittags dann zum Markt, wo es alles gibt, was vier Beine hat und man lebendig kaufen und essen kann.

Oder man platziert es dort, um genau denen es in die Schuhe schieben zu können.

Die ganze Sache erinnert mich i.Ü. an eine böse Mischung, Synthese von AIDS und Tschernobyl, prägende Jugend-Erfahrungen.

Was noch nicht erklärt, warum Russland (derzeit, noch) kaum betroffen ist und das Ganze nun ausgerechnet im Iran und in Italien zuerst extern explodiert ist. Deren beiden über-exponenzielle Extrem-Anstiege bei der Fallzahlen und die weltweite Synchron-Ausbreitung lassen sich epidemisch (mit starker Ansteckungsgefahr des Virus durch Tröpfchen-Übertragung) kaum nachvollziehen, es sei denn als zusätzliche „Wolkenbedampfung“ und „Virus-Abregnung im Feinstaub“, wozu Telepolis heute einen interessanten Beitrag (https://www.heise.de/tp/features/Feinstaubpartikel-als-Viren-Vehikel-4687454.html) hatte.“

Dass da im März 2020 erste Achtungserfolge der medizinischen Symptom-Linderung durch HIV-Medikamente bei Covid-19-Erkrankungen, in Nachfolge von SARS, berichtet worden sind, auch mir persönlich, ärztlich, im Bekanntenkreis aus Stuttgart, hätte mich zusätzlich stutzig machen müssen. Dass es unterschiedliche Stämme des SARS-CoV-2-Virus gibt, lässt zusätzlich aufhorchen, gerade wenn es bald um das metagnostische Tracing gehen wird. Nicht jeder Strain stämmt sich von selbst und ist eine Mutation. Und wenn sich zwei Parteien demselben Grunde nach wechselseitig beschuldigen, so ist im Regelfall zu vermuten, haben beide Parteien Dreck am Stecken. Heißt: Eine mehr oder weniger zeitlich synchrone Doppel-Laborentweichung in den USA und in China kann derzeit nicht ausgeschlossen werden.

Der Dreiklang der Katastrophen-Muster aus AIDS, Tschernobyl wird jedoch mit 9/11-Patterns erst komplett und zwar im heutigen Beitrag von Mathias Bröckers vom 20.04.2020 bei Telepolis, mit Verweis auf die jüngste Stellungnahme des französischen Virologen Luc Montagnier, dem Entdecker des HI-Virus (HIV):

https://www.heise.de/tp/features/pLai3-envLuc2-Wurde-mit-HIV-Pseudovirus-das-Coronavirus-fuer-den-Menschen-gefaehrlich-4705632.html

Den Beitrag von Mathias heute bei TP zu lesen, hat mich auch deswegen gefreut, weil ich ihm meine Bauch-Vermutung von vor einem Monat auch in einer Email zukommen ließ.

Edward Hooper ging in seinem spannend zu lesenden Recherchetext zum Ursprung von AIDS aus dem Jahr 1999, als Buchveröffentlichung „The River“ – A Journey Back to the Source of HIV and AIDS“, der Frage nach, wie das HI-Virus (HIV) als SIV/Affenvirus vom tierischen Buschfleisch auf den Menschen überspringen konnte und dazu ausgerechnet bis zum Ende des 20. Jahrhunderts benötigte. Als Debattenbeitrag zur Entstehung von Pandemien und als warnendes Beispiel von „Bad Science“ der verschworenen Impfmittel-Forschergemeinschaft auch heute noch absolut lesenwert, gerade in Zeiten wie den unseren, die zu „Lagen“ wie im Krieg führen. Die weitere Verbindung zu Hoopers Recherche wäre, dass die Synthese von SARS-CoV-2 einem Forschungsversuch in Richtung HIV-Impfmittel entsprungen sein kann, siehe oben im Beitrag von Mathias.

http://www.aidsorigins.com/origins-aids-pandemic
http://www.aidsorigins.com/interesting-question
http://www.aidsorigins.com/biography
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1127661/
Analyse dazu – die prototypische Travestie von Ernsthaftigkeit, Aufrichtigkeit und Fairness, die Wikipedia im Machtdiskurs anhand der Darstellung dieses Falls spielt:
http://www.aidsorigins.com/sites/all/files/pdfs/Wikipedias_Strange_Certainty.pdf
Update zu „Origins of AIDS“ vom Juli 2019:
http://www.aidsorigins.com/new-hiv-1-sample-1966

„Worobey and his fellow scientists from the bushmeat school would have us believe that they have solved the puzzle of the origin of AIDS, and that the pandemic began when chimp SIV transferred to a human, perhaps a hunter of bushmeat, in around 1900 in southern Cameroon. What their latest work underlines, however, is that a different explanation (one involving a multiple crossover via a vaccine made in chimp cells) is equally valid, if not more valid. In fact, the evidence for the OPV theory continues to grow. Why would so many different early variants of HIV-1 turn up in just one single city, Leopoldville/Kinshasa, if the epidemic had arisen at least fifty years earlier and hundreds of miles away in Cameroon? Would not the most parsimonious explanation be that the outbreak was linked to an event that had happened in Leopoldville itself, just a short time before 1959?
The debate continues.
Ed Hooper, July 16th, 2019.“


Weitere Links zu Lage:

Der Notfallmediziner Richard Levitan in der New York Times, online am 20.04.2020, über die plötzliche Relevanz des neuen Haushaltsgeräts Pulsoximeter:

https://www.nytimes.com/2020/04/20/opinion/coronavirus-testing-pneumonia.html


Der Wirtschafts- und Finanzexperte Ernst Wolff im Interview (EVöD: 16. April 2020) zu Coronakrise, Finanzcrash, den Profiteuren, der WHO und der Rolle von Bill Gates und seiner Stiftung:

https://www.youtube.com/watch?v=iat3x0Nvrmo&t=674s


Aus der Schweiz eine Zwischenbilanz zu COVID-19, zugleich eine Analyse der Moral, der medizinischen Fakten, sowie der aktuellen und zukünftigen politischen Entscheidungen durch Prof. Dr. med. Dr. h.c. Paul Robert Vogt als „Überlegungen eines besorgten Schweizer Bürgers“, vom 7. April 2020:

https://www.mittellaendische.ch/2020/04/07/covid-19-eine-zwischenbilanz-oder-eine-analyse-der-moral-der-medizinischen-fakten-sowie-der-aktuellen-und-zuk%C3%BCnftigen-politischen-entscheidungen/


Yuval Noah Harari über die Welt nach dem Coronavirus, am 20. März 2020 bei FT online, Free to Read:

https://amp.ft.com/content/19d90308-6858-11ea-a3c9-1fe6fedcca75

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LzL – Links zur Lage: Koronis-Krise

Koronis-Krise

Links zu einigen Texten, die mir in den letzten Tagen hilfreich erschienen:

  1. „Vom Virus lernen“ von Paul B. Preciado
  2. Hinweise aus Ayurvedischer Sicht von Vasant Lad
  3. Forschungen aus homöopathischer Sicht (aus Italien, Iran, Indien)
  4. Ellis Hubers Text „Das Virus, die Menschen und das Leben – Die Corona Pandemie und die alltägliche Gesundheitsversorgung“ (derzeit täglich aktualisiert)
  5. Zwei Texte von Gabriele Muthesius
  6. Koronis-Krise: „Klar ist die Sache faul, so oder so“
  7. Forschungen und Analysen mit mythologisch-astrologischer Methodik
    von Werner Held: „Corona, Koronis und die neue Ordnung“

1. „Vom Virus lernen“ von Paul B. Preciado

Ein sehr lesenswerter, längerer Debattenbeitrag des spanischen Autors Paul B. Preciado vom 28. März 2020 in „El País“ zur Covid-19 Epedemie mit Rekursion auf Foucaults Forschungen zur Bemächtigung der Körper durch die Mächtigen im politischen Managmenent bis hin zu Beschreibungen kulturell umwälzender Beschleunigungen für eine umfassende Sphärenauflösung zwischen Arbeit und Privatheit durch Immunpolitik in der „Telerepublik“.

Mithin also die Beschreibung eines großen Transmissionsriemens, die Verhältnisse zu verändern und neu zu gestalten, gerade unter den gegenwärtig beobachtbaren Vorgängen einer „Biopolitik in der pharmapornographischen Ära“ (Massenvermessung, Apps, Testungen von Temperatur, Viren und Antikörpern, Cluster-Ortung, Individual-Ortung etc.).

Gesundheit, so schreibt er, entsteht jedoch nicht durch das Auferlegen von Trennungen, Grenzen und Disziplinarmaßnahmen. Epedemien seien darin wichtige Laboratorien für eine groß angelegte Umstrukturierung der Techniken des Körpers und der Technologien der Macht. Die Maske wird zum Gesicht einer radikal neuen Subjektivität und diese Maske besteht auch aus Facebook-Profil, Email-Adresse, Instagram-Konto etc.

Ein radikal guter Text.

Link:
https://elpais.com/elpais/2020/03/27/opinion/1585316952_026489.html

in spanischer Sprache, brauchbar machinen-übersetzbar in andere Sprachen mit DeepL und translate.google in 5000-Zeichen-Häppchen.


2. Hinweise aus Ayurvedischer Sicht von Vasant Lad

ayurveda.com

Ayurvedic Perspective on COVID-19

Vasant Lad shares with us the Ayurvedic perspective on Coronavirus COVID-19.

Dear Friends,

Wishing you health and wellness at this time.

Take care and be well,

Vasant Lad and the staff of The Ayurvedic Institute

Here is a transcript of Vasant Lad’s talk.

Englische Transkription des Videos:

https://www.ayurveda.com/ayurvedic-perspective-on-covid-19

Video-Links:

https://www.youtube.com/watch?v=bdEClkUR1s0&fbclid=IwAR0Kw6436Zb0ybF7PpCMBkoqlwYHdSMtum0r_MudhEuz0RnUfejzkvrDK2E

https://newslettertogo.com/o2b62uv7-lglz44o2-x2xhkpmf-752

Intro zu Ayurveda in Englisch:

https://www.ayurveda.com/pdf/intro_ayurveda.pdf


3. Drei Beiträge aus der homöopathischen Forschung:

aus Italien:
https://www.narayana-verlag.de/spektrum-homoeopathie/drei-homoeopathische-arzneimittel-die-ich-fuer-covid-19-eingesetzt-habe

aus dem Iran/Indien:
https://www.narayana-verlag.de/spektrum-homoeopathie/homoeopathie-fuer-infektionen-mit-covid-19

Quelle: https://hpathy.com/homeopathy-papers/homeopathy-for-coronavirus-covid-19-infection/

Update: 17. April 2020:
https://www.narayana-verlag.de/spektrum-homoeopathie/update-zur-studie-ueber-die-homoeopathische-behandlung-von-covid-19-infektionen-im-iran

Quelle: https://hpathy.com/homeopathy-papers/update-of-the-prior-study-of-homeopathy-for-coronavirus-covid-19-infection-in-iran-by-dr-aditya-kasariyans-and-dr-rajan-sankaran/

aus Indien:
https://www.narayana-verlag.de/spektrum-homoeopathie/coronavirus-covid-19-homoeopathie

Quelle: https://www.doctorbhatia.com/treatment/coronavirus-covid-19-symptoms-homeopathic-remedies-for-treatment-and-prophylaxis/?v=3a52f3c22ed6


4. Ellis Hubers Text „Das Virus, die Menschen und das Leben – Die Corona Pandemie und die alltägliche Gesundheitsversorgung“

https://www.praeventologe.de/

https://www.praeventologe.de/hauptbeitraege-nicht-loeschen/1380-informationen-zu-corona

https://www.praeventologe.de/hauptbeitraege-nicht-loeschen/1380-informationen-zu-corona#Corona

dort: täglich aktualisierter pdf-Link

Relais-Link, im Stand der Erstveröffentlichung, ohne tägliche Aktualisierung: https://www.peira.org/das-virus-die-menschen-und-das-leben/


5. Zwei Texte von Gabriele Muthesius

Gabriele Muthesius, Jahrgang 1956, ist Politologin und freischaffende Publizistin. Sie veröffentlicht regelmäßig Beiträge zu vor allem sicherheitspolitischen Fragen und zum NSU-Komplex.

https://www.nachdenkseiten.de/?p=60043

https://www.nachdenkseiten.de/?p=59558


6. Koronis-Krise: „Klar ist die Sache faul, so oder so“

Telepolis zur Corona-Krise:

„Coronavirus: „Made in China“ oder „Made in the USA“?“
14. März 2020, Text von Bulgan Molor-Erdene

https://www.heise.de/tp/features/Coronavirus-Made-in-China-oder-Made-in-the-USA-4682880.html

„Warnten US-Geheimdienste schon Anfang November vor einer Epidemie in Wuhan?“
19. April 2020, Text von Florian Rötzer

https://www.heise.de/tp/features/Warnten-US-Geheimdienste-schon-Anfang-November-vor-einer-Epidemie-in-Wuhan-4705301.html

„Wenn die Berichte zutreffen würden, entsteht die Frage, wie US-Geheimdienste von der Covid-19-Epidemie schon informiert waren, bevor sie in größerem Maße ausgebrochen ist. In China zirkuliert bekanntlich die Theorie, dass das Virus von den 280 US-Soldaten eingeschleppt worden sein könnte, die an den World Military Games vom 18. bis 27. Oktober in Wuhan teilgenommen haben.“


7. Forschungen und Analysen mit mythologisch-astrologischer Methodik
von Werner Held

Kosmos und Psyche am 14.04.2020:
„Corona, Koronis und die neue Ordnung“

https://www.werner-held.de/pdf/corona.pdf

Radio-Handout-Skript zur „Kosmos und Psyche“-Radiosendung vom 14.04.2020

Podcast der Sendung hier:
https://www.werner-held.de/?page_id=29

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Paul B. Preciado

Ein sehr lesenswerter, längerer Debattenbeitrag des spanischen Autors Paul B. Preciado vom 28. März 2020 in „El País“ zur Covid-19 Epedemie mit Rekursion auf Foucaults Forschungen zur Bemächtigung der Körper durch die Mächtigen im politischen Managmenent bis hin zu Beschreibungen kulturell umwälzender Beschleunigungen für eine umfassende Sphärenauflösung zwischen Arbeit und Privatheit durch Immunpolitik in der „Telerepublik“.

Mithin also die Beschreibung eines großen Transmissionsriemens, die Verhältnisse zu verändern und neu zu gestalten, gerade unter den gegenwärtig beobachtbaren Vorgängen einer „Biopolitik in der pharmapornographischen Ära“ (Massenvermessung, Apps, Testungen von Temperatur, Viren und Antikörpern, Cluster-Ortung, Invidual-Ortung etc.).

Gesundheit, so schreibt er, entsteht jedoch nicht durch das Auferlegen von Trennungen, Grenzen und Disziplinarmaßnahmen. Epedemien seien darin wichtige Laboratorien für eine groß angelegte Umstrukturierung der Techniken des Körpers und der Technologien der Macht. Die Maske wird zum Gesicht einer radikal neuen Subjektivität und diese Maske besteht auch aus Facebook-Profil, Email-Adresse, Instagram-Konto etc.

Ein radikal guter Text.

Link:
https://elpais.com/elpais/2020/03/27/opinion/1585316952_026489.html

in spanischer Sprache, brauchbar machinen-übersetzbar in andere Sprachen mit DeepL und translate.goole in 5000-Zeichen-Häppchen.

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Byung-Chul Han

Byung-Chul Han hat heute ein Essay zum Thema „Corona als Systemtest“ veröffentlicht, den ich in seiner konzisen Dichtheit und Analsyseschärfe für sehr bemerkenswert, sehr lesenswert erachte. Man könnte nach der Lektüre seines Textes auch von von einem Intelligenztest durch Corona sprechen, den die Europäer und die Nordamerikaner gerade dabei sind, zu verlieren. Es zeichnet sich die Lage einer katalytischen Beschleunigung ab, insbesondere beim globalen Hegemonialwechsel mit Krisenfortsetzungsphänomenen durch Verstärkungsdynamiken. Sein Text trägt den Titel „Vernunft nicht dem Virus überlassen“ und wurde von WELT online veröffentlicht, einem Leistungsschutzrecht-Medium des Springer-Konzerns. Deshalb kein Link, bitte selber suchen.

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ZEIT-Kritik an den Verharmlosungen der „Leichtmatrosen“: Causa Rainer Rother / Wolfgang Jacobsen / Prinzler / SDK

Unter dem Titel „Alfred Bauer: Ein ganz normaler Nazi“ legt Armin Jäger für ZEIT ONLINE in der Causa SDK / Rainer Rother / Wolfgang Jacobsen nach und kritisiert deren jüngste Verharmlosungen durch Auslassungen, Umdeutungen und Verfehlungen in Medienveröffentlichungen scharf, wie auch die Ignoranz der BERLINALE 2020, im laufenden Filmneuheitentrubel die Angelegenheit zum Thema zu machen.

Auf die Notwendigkeit zur Demission von Rother vom Direktorium der SDK und auf die Frage einer möglichen Co-Verantwortung des Direktoriumsvorgängers Prinzler beim Geschmeidighalten des filmkulturellen Betriebs mit den dafür notwendigen Forschungs- und Publikations-Auslassungen ging der vorherige Blogartikel vom 20. Februar bereits ein.

https://www.zeit.de/2020/10/alfred-bauer-ns-filmbuerokratie-berlinale?utm_source=twitter_zonaudev_int&utm_campaign=ref&wt_zmc=sm.int.zonaudev.twitter.ref.zeitde.redpost.link.sf&utm_medium=sm&utm_content=zeitde_redpost+_link_sf

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Filmhistoriker als die „Leichtmatrosen“ der Historiker-Zunft

Die Internationalen Filmfestspiele Berlin starten heute. Berlinale zum siebzigsten Mal. Vor einigen Wochen haben Veröffentlichungen der Wochenzeitung „Die Zeit“ zur NS-Verstrickung des Berlinale-Gründungsdirektors, Alfred Bauer, für Wirbel gesorgt. Ein „Amateuer-Historiker“ hatte mit einem Verweis auf Dokumente, die seit dem DDR-Zusammenbruch in Archiven verfügbar waren, in einer Email-Zuschrift an die Redaktion der „Zeit“ diese Veröffentlichungen ausgelöst. Ein Paukenschlag. Damit verbunden war die Frage, warum ein Hobby-Historiker aus Passion den Fingerzeig auf diese Aufarbeitungs-Leerstelle legen konnte –– und nicht etwa die gegenwärtige bzw. frühere Leitung der Berlinale oder gar die in historischer Aufarbeitung von Filmgeschichte für Berlin und Berlinale maßgebliche Stiftung Deutsche Kinemathek (SDK) seit zwei Direktoriumsgenerationen für eine deutliche Aufarbeitung oder zumindest Darstellung der Fakten bislang sorgte.

Eine zur diesjährigen Berlinale geplante „Leicht-Broschüre“ zu Alfred Bauer mit einem Umfang von 68 Seiten in der Autorenschaft von Rolf Aurich und – wie der frühere SDK-Bereichsleiter für Publikationen, Wolfgang Jacobsen, im Tagesspiegel-Interview vermutet – redaktionellen Oberaufsicht von Rainer Rother, dem gegenwärtigen Direktor der SDK, wurde kurz vor der Veröffentlichung zurückgezogen; eine angekündigte Buchpremieren-Veranstaltung während der Berlinale wurde ebenfalls gecancelt. Die neue Direktion der Berlinale unter Chatrian und Rissenbeek kündigte an, dass nunmehr „richtige Historiker“ und nicht etwa „Filmhistoriker“ und schon gar nicht die von der „SDK“ für eine Aufarbeitung der NS-Vergangenheit von Alfred Bauer sorgen sollen.

Zum Auftakt der Berlinale 2020 ist jetzt der Eindruck entstanden, so auch im heutigen DLF-Gespräch mit Julius H. Schoeps, dem Leiter des Moses-Mendelssohn-Zentrums in Potsdam, dass die in und mit der Berlinale beschäftigen „Filmhistoriker“ kein Interesse an einer Aufarbeitung oder auch nur einer entsprechenden Darstellung gehabt haben. Es ist durch diese Berliner Verhältnisse damit der Eindruck und gleichzeitig die Kalamität entstanden, dass es anscheinend drei Klassen von Historikern der Zunft gibt: die „richtigen und echten Historiker“, denen man die Aufarbeitung der Verstrickungen von zeitgeschichtlichen Personen in den NS-Staat zutrauen kann, –– dann die für’s Unterhaltsame, Oberflächliche und für das unter den Teppich zu Kehrende zuständigen „Filmhistoriker“, die Wichtiges von Unwichtigem nicht unterscheiden können –– und schließlich die „Amateurhistoriker“, die Steine und damit Ballast der Vergangenheit durch Nachfragen und Insistieren erst in’s Rollen bringen können, weil alle anderen keine Lust darauf hatten. Schlimmer hat es nicht kommen können. Kenner der Verhältnisse in Berlin vermuten indes ein geschichtlich gewordenes System dahinter, das in den Schismen nicht nur der Berliner Filmpolitik ihre Ursachen hat (Trennung der Berlinale-Gegenwartsbezogenheit vom SDK-Vergangenheitsfokus, Trennung der Theorie an der SDK in Publikation, Sammlung und Display von der Kinopraxis der „Freunde der Kinemathek“ im Arsenalkino und deren Sammlungen, etc.) — Wer soviel systematisch voneinander trennt, der trennt auch Traumatisches ab und drängt es ab in den Keller der Geschichte. Insofern passt die Logik.

Durch diese beispiellosen Vorgänge und Versäumnisse ist die Reputation des „Filmhistorikers“ in Deutschland als Zunft in ihrer Gesamtheit ernsthaft beschädigt worden. Von deren Vertretern hört man selbst wenig in der Sache zu ihrer eigenen Verteidigung, wenn man von Wolfgang Jacobsen absieht, der zwei Berlinale-Chroniken publizistisch unter seiner Ägide bei der SDK zu verantworten hatte. Wenn Jacobsen sagt (im Tagesspiegel-Interview), seine Aufgabe sei damals gewesen, die Geschichte der Berlinale darzustellen und nicht deren Vorbelastungen, dann wird man nachfragen dürfen, ob nicht Rothers Vorgänger Prinzler in der Angelegenheit auch in die Erklärungs-Pflicht zu nehmen wäre. Denn spätestens seit der Erstausstrahlung der US-
Fernsehserie Holocaust und den Diskussionen um die „Topographie des Terrors“ durch Rürup in West-Berlin, seit den Exilstudien an der SDK und seit dem Diskurs um das Holocaust-Denkmal unweit des Berliner Filmhauses wird man um die Relevanz des Themas gewusst haben. Man wird, so ist zu vermuten, halt nur ungern dem „anderen Ich“, auf der anderen Seite der Potsdamer Straße, „an’s Bein hat pinkeln wollen“. Vergangenheit und Gegenwart sind an der Potsdamer Straße zwei Welten, schismatisch und nicht nur eine Straßenseite voneinander getrennt.

Ich persönlich halte die Demission des gegenwärtigen Direktors der Stiftung Deutsche Kinemathek aufgrund des Sachstandes für unvermeidlich, selbst wenn noch ein dicke Bretter bohrender Forschungsband zur Causa Alfred Bauer von dort nachgereicht werden würde. Man wird dadurch freilich nicht das die Dynamik verursachende Prinzip des Berliner Schismas beseitigen. Hier wären größere und gröbere Besen zum Kehren notwendig, die schisma-beseitigend strukturell und institutionell eingreifen. In der derzeitigen Verfasstheit mit der Bundeskulturministerin ist daran allerdings nicht zu denken.

Man kann das Schisma als Generalthema für die deutsche Hauptstadt (West-Berlin und Westberlin, Berliner Mauer, Ost und West, etc.) auch als direkte Folge des unbewältigbaren NS- und Holocaust-Traumas werten und die hochintegrierte, damalige NS-„Reichfilmkammer“ als Auslöser insbesondere für die vielen Spaltungen und Abspaltungen der in Berlin mit Film und Kino befassten öffentlichen Institutionen.
Die Vergangenheit wirft lange Schatten, auch in die Archiv-Kabinette. Die SDK feiert synchron dazu 100 Jahre „Das Cabinet des Dr. Caligari“.

 

https://www.tagesspiegel.de/kultur/interview-zum-fall-des-berlinale-gruenders-bauers-mitgliedschaft-in-der-sa-war-lange-bekannt/25500320.html

https://www.tagesspiegel.de/kultur/deutsche-kinemathek-streiten-fuers-kino/23811578.html

https://www.tagesspiegel.de/kultur/ns-vergangenheit-von-berlinale-chef-eine-vertane-chance-fuer-die-historische-aufarbeitung/25493116.html

Audio-Link DLF-Interview mit Julius H. Schoeps am 20.02.2020 https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2020/02/20/interview_mit_julius_h_schoeps_mendelssohn_zentrum_zu_dlf_20200220_0822_56836a88.mp3

Update, 22.02.2020, weitere Links:

https://www.berlinale.de/de/presse/pressemitteilungen/detail_40904.html?openedFromSearch=true

https://www.rbb24.de/kultur/berlinale/beitraege/2020/alfred-bauer-direktor-ns-vergangenheit-wolfgang-jacobsen.html

https://www.rbb24.de/kultur/berlinale/beitraege/2020/berlinale-2020-ohne-silberner-baer-bauer-preis-ns-vergangenheit.html

Audio-Link RBB-Inforadio, Sendereihe Geschichte, 22.02.2020 https://rbbmediapmdp-a.akamaihd.net/content/fc/d7/fcd72c79-42a9-4409-8987-f89b6c4dec94/cccbd7d4-898e-44d1-b4d1-155e09d796ed_2c0517ca-93a4-41db-88cf-6f6267f3549b.mp3

https://www.bazonline.ch/kultur/kino/die-nazivergangenheit-verdunkelt-die-berlinale/story/10057881

https://www.fr.de/kultur/tv-kino/berlinale-affaere-nazi-vergangenheit-daemonen-alfred-bauer-13519509.html

https://www.perlentaucher.de/efeu/2020-02-01.html#a76476

https://www.deutschlandfunkkultur.de/alfred-bauer-und-die-berlinale-in-den-kontext-der.2168.de.html?dram:article_id=469277

Video-Link RBB-Kultur, 15.02.2020 https://www.ardmediathek.de/rbb/player/Y3JpZDovL3JiYi1vbmxpbmUuZGUvcmJia3VsdHVyLzIwMjAtMDItMTVUMTg6MzA6MDBfZWJiNjFlMTYtZmZjZS00ZDNiLWE0NTAtMGNiODMzNmI3YzNmL2FsZnJlZC1iYXVlci1iZXJsaW5hbGUtY2hlZi1uYXppLXByb3BhZ2FuZGE/alfred-bauer-im-spiegel-der-zeit

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akiwiwa – als Kino wichtig war | Podcast Folge 4 | Februar 2020

akiwiwa – als Kino wichtig war…

Audio-Podcast von und mit
Kilian Mutschke und Joachim Polzer

Again, audio podcast only –
akiwiwa – die Kino-Lautsprecher:
„Hey, it’s OSCAR night 2020!“

Folge 4

Februar 2020

Spieldauer: 82 Minuten


Thema dieser Folge:

Von „Menschen am Sonntag“ zu Film Noir.
„Double Indemnity“ (1944) Regie: Billy Wilder
„Phantom Lady“ (1944) Regie: Robert Siodmak
„The Suspect“ (1944) Regie: Robert Siodmak
„Detour“ (1945) Regie: Edgar G. Ulmer
„Menschen am Sonntag“ (1929), Premiere in Berlin am 4. Februar 1930,
Filmautoren: Billy Wilder, Robert und Curt Siodmak, Edgar G. Ulmer,
Eugen Schüfftan (Kamera), Fred Zinnemann (Kamera-Assistenz)


Download dieser akiwiwa-Folge als Audiodatei

Download als .mp3-Datei (79 MB, 128kbs):
http://akiwiwa.de/audio/akiwiwa_F04_128.mp3

Download als .m4a-Datei (31 MB, 48kbs):
http://akiwiwa.de/audio/akiwiwa_F04_48.m4a

Download als .opus-Datei (16 MB, 24 kbs):
http://akiwiwa.de/audio/akiwiwa_F04_24.opus

Anmerkungen:
Der VLC-Player und Firefox/Chrome-Browser spielen .opus und AV1-Dateien ab.
VLC Download bei https://www.videolan.org


Die akiwiwa-Präsenz bei YouTube.com:

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https://www.youtube.com/channel/UCxA4HTAIq5iJ-p2ClVb9y3g


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akiwiwa – als Kino wichtig war | Podcast Folge 4 | Februar 2020
[Link folgt und wird demnächst aktualisiert]

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Das Blog zum akiwiwa-Podcast:
http://digitaledämmerung.de

Die Website des akiwiwa-Podcast:
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Diese Folge wurde am 09. Februar 2020 aufgezeichnet.

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Heinz Haber wiedergelesen: „Stirbt unser blauer Planet?“ von 1973

Wenn ein sozialpsychologischer Erkenntnisbegriff wie „Klimahysterie“ unter Juryentscheidung zum „Unwort des Jahres“ gekürt wird, wie geschehen, dann zeigt dies – nach Jean Gebser – die Deffizienz der herrschenden Bewußtseinsstruktur an, ihren Wirksamkeitsverlust. Dass wir in den 1970er-Jahren mit einer differenzierten Erkenntnis und Darstellung der komplexen Menschheitsprobleme weiter, weil klarer und luzider waren, belegt mir ein Griff in meine Privatbibliothek: Eine meiner frühesten Bucherwerbungen war der 1973 bei DVA ersterschienene Band „Stirbt unser blauer Planet?“ von Heinz Haber, der hier seine Standortverlagerungen vom Wissenschaftspositivisten und Weltraumhobbyisten zum fortschrittskritischen Analytiker vollzieht und gleichzeitig dokumentiert. Aus dem Buchprojekt wurde 1974 eine 12-
teilige ZDF-Wissenschafts-Sendereihe; 1975 erschien der Band als Rowohlt Taschenbuch.

Ohne die gesellschaftlichen, kulturellen und geistigen Veränderungen seit 1966 (vgl. Werner Held: 1. Uranus/Pluto-Konjunktion) wäre dies undenkbar gewesen. Die „Pagemaker-Revolution“ des digitalen Mainstreams seit 1966 (vgl. Werner Held: 3. Uranus/Pluto-Konjunktion) samt deren ‚Aufhübschung des Lebens‘ seit 1982 (Saturn/Pluto-Konjunktion in Waage) hatte dann den Blick verstellt, den Erkenntnissen auch Taten folgen zu lassen, was uns jetzt (Saturn/Pluto-Konjunktion in Steinbock, 12. Januar 2020) auf die Füße fällt.

Habers Buch ist angesichts der „Klimahysterie“ mit ihrer Blickverengung und Perspektivverdrehung dringend wieder und neu zu lesen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Heinz_Haber

https://de.wikipedia.org/wiki/Stirbt_unser_blauer_Planet%3F

http://www.werner-held.de

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Abgänge und Verabschiedungen 2019

Dem letzten Tag des Kalenderjahres obliegt es wieder, eine Liste der “Abgänge und Verabschiedungen” zu erstellen, sehr subjektiv nach Lieblingen und Liebhabereien, in ihrer eigenen un-alphabetisierten Ordnung, in ihren seltsamen Verkettungen und Assoziationen (des Lebens höchst-selbst) und mit ihren inhärenten, innewohnenden Prioritäten:

Rudolf zur Lippe

Ralph Metzner

Ram Dass

Bert Hellinger

Jesper Juul

André Barbault

Claudio Naranjo

Kary B. Mullis

Sogyal Lakar Rinpoche

Immanuel Wallerstein

Jürgen Zimmer

 

Horst Stern

 

Agnès Varda

Stanley Donen

Franco Zeffirelli

 

Donn Alan D.A. Pennebaker

Jonas Mekas

Barbara Hammer

 

Artur Brauner

 

Robert Evans

Sid Sheinberg
Ron Miller

Mildred Lewis
Edward Lewis

Eric Pleskow

 

Thomas Elsaesser

Werner Faulstich

Scotty Bowers

 

Albert Finney

Rip Torn

Peter Fonda

 

Doris Day

Bibi Andersson

Anna Karina

Anna Quayle

 

Bruno Ganz

Peter Matic

Hannelore Elsner

Gerd Baltus

 

Michel Legrand

André Previn

Martin Böttcher

Atli Heimir Sveinsson

 

Mark Hollis

Scott Walker

Jacques Loussier

Joao Gilberto

 

Harry Alfred Robert Kupfer

 

Mariss Jansons

Michael Gielen

 

Jessye Norman

Peter Schreier

Theo Adam

 

Johann Kresnik

 

Karel Gott

 

Wiglaf Droste

Werner Schneyder

 

Wibke Bruhns

Michael Jürgs

Arnulf Baring

 

Norbert Beilharz

 

Luigi Colani

Florence Knoll

Ieoh Ming Pei

Francisco Toledo

Guillermo Mordillo

 

Karl Lagerfeld

 

Niki Lauda

Heidi Hetzer

 

Volker Hinz
Peter Lindbergh
Charlie Cole
John Shearer
Terry O’Neill
Fred Herzog
Stuart Heydinger
Neil Montanus
Georg Gerster
Yannis Behrakis
Robert Freeman
Ed Bonja
Ed Westcott
David Sinclair
Orlando Suero
Sally Soames
Raeanne Rubinstein
Ken Heyman
John Cohen
Michael Wolf
Richard Gleim
Wilmar König
Wolfgang Krolow
Walter George Chandoha

Pierre Lhomme
Bruno de Keyzer
Ross Lowell
Ennio Guarnieri
Jerzy Wójcik
Pio Corradi
Rob Gnant
Andrew Berends

Raimund Barthelmes
Barry Malkin
Norman Hollyn
Terry Rawlings

James Riley Alexander
Gregg Rudloff
Jan Erik Kongshaug
Jack Renner

Lawrence G. Paull
Peter Larkin
William J. Creber
Dan Striepeke
Matt Rose
John W. Corso
Syd Mead
Pieri Tosi
Wayne Fitzgerald
David Gips

Alvin Sargent
John Briley
Mardik Martin
Bernard Slade
Dorothy Catherine DC Fontana
Mark Medoff
Bill Wittliff
Michel Baier
Friedhelm Werremeier
Lucino De Decrescenzo

Mohammed Zahur Khayyam

John Singleton
Javier Aguirre
Jean-Pierre Mocky
Dusan Makavejev
Pol Cruchtens
Claude Goretta
Jean-Claude Brisseau
John Llewellyn Moxey
Vaclav Vorlicek
Vojtěch Jasný
Janusz Kondratiuk
Sergei Jurjewitsch Jurski
Mark Anatoljewitsch Sacharow
Georgi Nikolajewitsch Danelija
Marlen Martynowitsch Chuzijew
Ryszard Bugajski
Larry Cohen

Andrew Horn
Rotraut Pape
Jocelyne Saab
Gustav Deutsch
Heinz Brinkmann
Kurt Mündl
Ugo Gregoretti
Sára Sándor
Jim Fowler
Perry Wolff

Johannes Schaaf
Rolf von Sydow
Klaus Dieter Fröhlich
Angeli Agethen

Lee Mendelson
David Foster
Steve Golin
David Weisman
Nik Powell
Andrew G. Vajna
Branko Lustig
David V. Picker
David Groenewold
Tom Zickler

Meyer Ackerman

Rutger Hauer
Michael J. Pollard
Seymour Cassel

Richard Erdman
Ron Leibman
Robert Forster
Luke Perry
Bill Macy
Clive Swift
Dick Miller
Joseph Sirola
Shane Rimmer
René Auberjonois
Danny Aiello
David Hedison
Billy Drago
Paul Koslo born Manfred Koslowski
Carlo Delle Piane
Omero Antonutti
Carmen Argenziano
Eduardo Fajardo
Fernando Lujan
Max Wright
Tony Britton
Freddie Jones
Carmine Caridi
Jean-Pierre Marielle
Michel Aumont
Serge Merlin
Ken Kercheval
Kristoff St. John
William Morgan Sheppard
Peter „Chewbecca“ Mayhew
Morgan Woodward
Jan-Michael Vincent
James Frawley
Rip Taylor
Charles Levin
Pyotr Zaychenko

Sylvia Miles
Marie Laforêt
Sue Lyon
Kaye Ballard
Claudine Auger
Verena Bloom
Carol Channing
Louise Moritz
Muriel Pavlow
Mag Bodard
Julie Adams
Carol Lynley
Diahann Carroll
Katherine Helmond
Valentina Cortese

Carl Schell
Lis Verhoeven

Ursula Karusseit
Lisa Martinek
Ellen Schwiers
Elfriede Ott

Rainer Jordan
Klaus Sonnenschein
Ernst Fern
Bruno Thost
Wolfgang Winkler
Wolfram Mucha
Jan Fedder
Uwe Detlev Jessen
Helmut Krauss
Joachim Tomaschewsky

Hans Mittermüller

Hans Rainer Lange

Goetz Kronburger

Wilhelm Wieben

Harald Halgardt
Franziska Pigulla

Thomas Schmidt

Michael Brennicke

Jochen Pützenbacher
Walter Freiwald
Hans Karl Schmidt

Russi Taylor
Gay Byrne

Paul Krassner

Neil Innes
Herbert Bonewitz

Wolfram Eicke
Manfred Uhlig

Art Neville
Dr. John
Ginger Baker
James Ingram
Bob Wilber

Ingo Bischof
Joseph Jarman
Dick Dale
Hal Blaine
Garrett List

Wanda Warska
Nancy Holloway
Dorothy Masuka
Oliver „Tuku“ Mtukudzi

David Berman
Johnny Clegg
José Mario Branco
Daniel Johnston
Marcel Azzola
Edo Zanki
Camilo Sesto
Connie Jones
Herbert Joos
Ruud Jacobs
Cees Schrama
Dave Bartholomew
Einar Iversen
Lawrence Leathers
Duncan Lamont
Tony Glover
Paul Barrere
Ric Ocasek
Peter York
Iain Sutherland
Neal Casal
Astrid North

Marie Fredriksson
Audun Laading und Stephen Fitzpatrick
Willy Lambregt

Costa Cordalis
Martin Lauer
Gus Backus

Walter Hedemann
Dieter Hoff
Dick Rivers
Roky Erickson
Leon Redbone
Henri Belolo
Gary Duncan
Larry Taylor
Sleepy LaBeef

Raymond Leppard
Jean Guilliou
Helmut Steinbach
Hans Zender
Hartmut Klug
Helmuth Froschauer
Stephen Cleobury
Abbey Simon
Jörg Demus

Jan Buchwald
Ekkehard Wlaschiha
Rolando Pannerai
Marcello Giordani
Wilma Lipp
Hilde Zadek
Erika Schubert

Manfred Scheffner
Bogusław Schaeffer
Ivan Eröd
John Joubert
Christopher Rouse
Georg Katzer
Sid Ramin
Allee Willis
Irving Louis Burgie Lord Burgess
Dominick Argento
Phil Mattson
Jerry Herman
Stanley Applebaum

Izzy Young
Les Reed
Pete Sibley
Joe Smith
Elliot Roberts
Helmut Richter

Peter Rüchel
Sigvalt Tveit
Ira Gitler
Chris Albertson

Heiner Bruns
Eva Kleinitz
Harold Prince
Terry Allen Kramer

Jonathan Miller
Hagen Mueller-Stahl
Andrzej Wirth
László Marton
Claude Régy

Andy de Groat
Jean Cébron
Lawrence Rhodes
Nita Bieber

Hermann L. Gremliza
Lutz Lehmann
Werner Doyé
Ann Ladiges
Klaus Podak
Uwe Schlicht
Ulrike Gondorf
David Binder
Werner Theurich
Dieter Wild
Gerhard Weis
Peter Roebke-Doerr
Peter von Bechen
Wolfgang Back
Michael Born

William Greider
Michael Hartmann
Karl Heinz Ritschel
Walter Konrad
Frank Giles
William Davies

Gero Gandert
Peter Wollen
Jean Douchet
John Simon
Bob Dorian

Okwui Enwezor
Christoph Vitali
Werner Knopp
Alexander Koch
Georg Haber
Peter Pachnicke
Manfred Schneckenburger

Wander Bertoni
Tomi Ungerer

Robert Ryman
Dana Fradon
Howard Cruse
Richard Williams
Carlos Cruz-Diez
Philippe Vandevelde aka Tome
Milton Quon
Gloria Vanderbilt
Helmut Nickel
Wolfgang Lämmle
Eberhard Havekost
Michael Schoenholtz
Vaughan Oliver
John Giorno
Ingo Maurer
Axel Bertram
Eckhart Dietz
Gerd Jaeger
Claus Korch
Emanuel Ungaro

Sam Savage
György Konrád
Ágnes Heller
Miriam Pressler
Peter Hamm
Brigitte Kronauer
Hermann Graml
Vera Friedländer
Hanni Lévy
George Brady
George Sakheim
Leonie Ossowski
Ingomar von Kieseritzky
Günter Kunert
Gerlind Reinshagen
Kiran Nagarkar
Sven Lindqvist
Judith Kerr
Tony Morrison
Alasdair Gray
Edmund Morris
Ward Just
Peter Wells
John Burningham
Tom MacIntyre
Ciaran Carson
Andrea Camilleri
Christine de Rivoyre
Arno Gassmann
Brian Garfield
Rosamunde Pilcher
William E. Butterworth III aka W.E.B. Griffin
Diana Athill
Angelika Gundlach

Wolf-Dieter Narr
Nikolaus Lobkowicz
Rudolf Kučera
Peter Gerlich
Rainer Stadelmann
Harold Bloom
Susan Hiller
Norman Birnbaum
Nathan Glazer
Erik Olin Wright
Danny Cohen
Walter Munk
Thorsteinn Ingi Sigfusson
Schores Alfjorow
John Lukacs
Udo Schaefer
Anne Firor Scott
Leonard Dinnerstein
Peter Howard Selz
Douglas Crimp
Michel Serres
Peter Gorny
Carl Ludwug Fuchs
Martin L. Weitzman
Paul Volcker
Bernard Lietaer
Helmut Berding
Manfred Eigen
Wolfgang Frühwald
Walther Umstätter
Walter Koch
Alf Lüdtke
Dieter Welzel

Christopher Kraft
Owen K. Garriott
Sigmund Jähn
Alexei Leonow

George Lauer
Werner Buchholz
Tony Brooker
Randy Suess

Gustav Peichl
Wilhelm Holzbauer

David H. Koch
Don Valentine
John Bogle
Jeffrey Epstein
T. Boone Pickens
William Barron Hilton
Herb Kelleher
Marella Agnelli
Ferdinand Piëch
Hans Rausing
Hans Wall
Dieter Fuchs
Frieder Burda
Johannes Dietrich Hengstenberg
Mark Hurd
Frank Biondi
Michael Lynne
Mark Urman
Andy Gruenberg
Leonard Goldberg
Joseph Segel
Arthur Ryan
Lars Larsen
Friedrich Boyens

Theo Breidenbach
Philip H. Geier
Christian Köster

Gert Frederking
Monika Schoeller
Peter Meyer

Erhard Eppler
Manfred Stolpe
Susanne Neumann
Jacques Chirac
Li Peng
Robert M. Morgenthau
Ross Perot
Jack Thomas Brinkley
Harris Wofford
Moshe Arens
Robert Mugabe
Alan Garcia
Mohamed Mursi
Anatoli Iwanowitsch Lukjanow
Prem Tinsulanonda
Heinrich Lummer
Jörg Schönbohm
Walter Lübcke
Werner Müller
Klaus Kinkel
Anke Fuchs
Hans-Peter Uhl
Jimmy Schulz
Franz Bertele
Gebhardt von Moltke
Ernst-Wolfgang Böckenförde

Rudi Gutendorf
Rudi Assauer
Matti Nykänen
Peter McNamara
Heinz Fütterer

Fritz von Weizsäcker
Detlef Olaf Wolfgang Schlöndorff

Werner Gustav Doehner

Werner Clemens-Walter

Elisabeth Adenauer

+++

Berichtsstand: 31. Dezember 2018, 16.10 h

Die Jahreslisten der 2010er-Jahre (2010 – 2019) im Überblick: https://duskofdigital.wordpress.com/tag/abgange-und-verabschiedungen/

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Thomas Elsaesser

Mit Thomas Elsaesser muss ich mich nach Rudolf zur Lippe nun von einem zweiten meiner wichtigen Lehrer in diesem Kalenderjahr verabschieden.

Mein persönliches Verhältnis zu ihm war stets spannungsreich, zuletzt überworfen.

Zunächst einmal inhaltlich.

Seine „Last Public Words“, festgehalten auf „digital video“ aus dem Auditorium heraus, in Peking, bei Youtube am 5. Dezember 2019 veröffentlicht:

Link: https://www.youtube.com/watch?v=w3eDUXs4P_M

Fine Grain Intermediate Materialen?

Wetgate-Kopierung?

Oxberry?

Optische Bank?

Blow Up?

Die ehemalige Handwerkskunst der Filmkopierwerke?

Hat’s nie gegeben?

Medienwandel wischt alles weg?

Sieg des Stärkeren und vermeintlich Besseren über das Schwache, Alte und das kuratorisch zu Pflegende?

Mir scheint, hier redet jemand von „Medienarchäologie“ und „Filmgeschichte“, ohne die blasseste Ahnung von deren technisch-materiellen Voraussetzungen und Grundlagen im geschichtlichen Werden und der Entwicklung dieser Weltkunstform — und noch dazu ohne Ahnung von den eigenen Prädispositionen in der Grundhaltung, die zu solchen Aussagen führt.

Ich hatte seine reflektorisch-esayistischen Geistesblitze zu den Lebensdarstellungen der Filmkunst in seinen Vorträgen und Texten einst sehr genossen; strukturell war er dafür mit einer Merkur-Uranus-Konjunktion prädisponiert: Aus dem identifzierten und ausgesprochenen Detail einen einsichtsvollen Weltkosmos zu erschaffen, also aus dem Besonderen eines Filmwerks oder eines OEuvres dann das aller Allgemeinste stringent und universalgültig intuitiv schlussfolgern zu können. Diese Fabulierkunst als Talent und strukturelle Anlage wollte ausgebildet und geschliffen werden. Er hat sein Leben dafür eingesetzt.

Alles wäre im ästhetischen Urteil nichts, ohne seine ästhetische Sensibilität: Sonne 1° Krebs, die Empfindlichkeit an sich, Quadrat Neptun 29°19′ Jungfrau, spröde und werknah, mit jeweils Halbquadrat auf Löwe Venus | Nördlicher Mondknoten, im gewinnend-angenehmen Lebensgenuss. Das geht wohl schlecht zusammen, mußte aber, irgendwie.

Mitte der 1990er-Jahre am „Europäischen Institut des Kinosfilms“ in Karlsruhe, ZKM/HfG-nah, habe ich seine dunkle charakterliche Seite allerdings gleich auch sehr zu spüren bekommen. Er hat die dunkle Zeitqualität seiner Geburtszeit im Jahr 1943 für sein Leben mitbekommen, abbekommen und auf seine Weise gelebt: Pluto Quadrat Nessus mit Konjunktion Saturn | Asbolus im Halbquadrat dazwischen, mit zusätzlichem Quadrat auf Chaos. In dieses Aspektbild greift das Sextil von Saturn|Asbolus auf die Konjunktion von Mars | Sedna | Varuna in Widder aus. Er sammelte schon damals internationale Gastprofessuren wie andere Leute Briefmarken und war besessen davon, eine möglichst große Sammlung davon aufzubauen. Und wenn er etwas nicht so bekam, wie er es wollte, dann waren Pluto, Nessus und Saturn aktiviert und schließlich auch involviert. Er konnte hoch-manipulativ sein, um sein Ding zu bekommen. Ich hätte schon damals bei ihm den „Überlebenskampf des Besseren“ wittern und benennen können, so vertraut als Seelennatur kam dieser einem vor, als zweite deutsche Natur, als Deutscher mit seiner Geschichte. Dumm nur, dass David Bordwell bereits den Stil-Begriff für sich und die junge Filmwissenschaft in den USA reklamiert hatte. Plagiator wollte er, hoch-originell im Denken, nie sein. So dachte er eben drumherum.

Je älter ich werde, desto angenehmer wird mir David Thomson als ferner Lehrer mit seinen Buchveröffentlichungen. Elsaesser musste Deutschland in Richtung UK verlassen, um den Siegeszug als Mr. Filmwissenschaft worldwide in der Anschauung anderer anzutreten. Thomson ging von UK nach San Francisco, weil man dort gelassen bleiben kann und trotzdem von seinem sozialen Umfeld höchst inspiriert wird. Bei Thomson kann man im übrigen auch nachlesen, dass die Gründung der akademischen Disziplin Filmwissenschaft wie der Beginn desjenigen Mediums, das darin reflektiert werden sollte, Wesensähnlichkeiten zeigt: Es war keine Alleintat, sondern verschiedene Tendenzen auf verschiedenen Kontinenten hatten vielschichtige Player beim ersten Erkunden von (akademischen) Möglichkeiten, die sich dann stetig verdichteten und verschränkten. Das scheinen mir die bisher veröffentlichen Nachrufe auf Elsaesser etwas vergessen zu haben.

Häufige Inter-Kontinentalflüge in anderes Klima sind in höherem Alter keine gute Idee, wie Jürgen Zimmer diesen Sommer in Thailand leider auch erfahren musste. Allerdings hätte man sich einen nicht überall als Gastprofessor feiern lassen wollenden Thomas Elsaesser auch in hohem Alter nicht vorstellen können.

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akiwiwa – als Kino wichtig war | Podcast Folge 3 | Dezember 2019

akiwiwa – als Kino wichtig war…

Audio-Podcast von und mit
Kilian Mutschke und Joachim Polzer

This time audio podcast only:
akiwiwa – die Kino-Lautsprecher

Folge 3

Dezember 2019

Spieldauer: 94 Minuten


Thema dieser Folge:
Jahresrückblick 2019
auf Kinokultur und Filmkunst,
zugleich Dekadenrückblick auf die 2010er-Jahre,
Rückblick auf die ersten 20 % des 21. Jahrhundert
und auf 124 Jahre Kino, am Vorabend des 125. Jubiläums.


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Anmerkungen:
Der VLC-Player und Firefox/Chrome-Browser spielen .opus und AV1-Dateien ab.
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akiwiwa – als Kino wichtig war | Podcast Folge 3 | Dezember 2019
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Diese Folge wurde am 01. Dezember 2019 aufgezeichnet.

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Rudolf zur Lippe

Rudolf zur Lippe ist am 6. September 2019 gestorben, wie ich dem zwei Tage später, am 8. September, im Berliner Tagesspiegel online veröffentlichten und würdigen Nachruf von Hermann Rudolph entnahm. Und auch für mich plötzlich und unerwartet.

https://www.tagesspiegel.de/kultur/zum-tod-von-rudolf-zur-lippe-er-brachte-das-denken-zum-tanzen/24993316.html/

Seine Buchveröffentlichung Sinnenbewußtsein von 1987 war für mich in der Lektüre damals eine enorm prägende Erfahrung, für mich zeitlich gleich nach Moris Bermans The Reenchantment of the World (Cornell University Press, Ithaca NY 1981; dt. 1984, dt. TB 1985). Das waren in den 1980ern die Zeiten, wo man sich grundlegende Gedanken darüber machte, was falsch läuft und wie man es in den Tiefendimensionen (des Bewußtseins und der Sinnenwahrnehmung) ändern könnte. Als man „Erkennen“ wollte, statt nur noch „Verbieten“ zu wollen. Bermans „Reenchantment“ und RzLippes „Sinnenbewußtsein“ verweisen beide überdeutlich auf die überragende Bedeutung von Gregory Bateson im Bezug auf Erkenntnisprozesse.

Die einen nannten das „New Age“; der Rowohlt-Verlag nannte seine Taschenbuchreihe „transformation“. Das „Sinnenbewußtsein“ erschien damals in der Rowohlt-Reihe „Deutsche Enzyklopädie“ als einbändige Taschenbuch-Erstausgabe. Es liegt seit 2000 als zweibändige Hardcover-Ausgabe vor, wie vom Autor einst intendiert.

Ich war so fasziniert von Rudolf zur Lippes Texten und Bildern, dass ich mir ihn während meines Reise-studium-generale (damals, 1987/1988, mit dem „Tramper-Monats-Ticket“ der Deutschen Bundesbahn, zwischen Martin Greiffenhagen in Stuttgart, Robert Kudielka, Peter Simhandl sowie Hans Poser in Berlin und eben Rudolf zur Lippe in Oldenburg), ja, dass ich mir ihn einmal persönlich anschauen wollte, um zu sehen und mich durch Augenschein und Dabeisein davon zu überzeugen, ob seine Berichte von praktischen Universitätsübungen im „Sinnenbewußtsein“ auch tatsächlich und wirklich stimmten. Ich nahm an den damaligen Lehrveranstaltungen als studentischer Gasthörer teil. So kam ich in seinen Kreis der Privatissima, den „Kolloquien für selbständig denkende Menschen“, auch in der Residenz von RzL im Kloster Hude, wo ich mich an anschließende, lebhafte Gespräche mit Jan-Peter E.R. Sonntag erinnere. Durch den Einfluß von Ivan Illich auf den RzL-Kreis meine ich, mich auch an spätere Besuche von Bernhard Pörksen (oder Berichte davon) erinnern zu können. – Peter Gottwald war ebenfalls wesentlicher Teilnehmer des Hude’schen RzL-Kreises, der – mir sehr sympathisch als dortiger Lehrstuhlinhaber für Psychologie – sich sehr intensiv für eine Verwirklichung des „integralen Bewußtseins“ nach Jean Gebser einsetzte. Mit Gebsers Theoremen einer stufenweisen Bewußtseinsevolution konnte Rudolf zur Lippe damals jedoch so gar nichts anfangen, weil ihm das „zu pauschal“ war; er hatte seine Auffassung später vielleicht nochmals überdacht. Bei den Weisheitsmethoden der mythenbasierten Astrologie fand man bei ihm auch keinen Resonanzboden. – Jedenfalls war das Studienklima rund um den „Prinzenpark“ bei den Gebäuden der ehemaligen Pädagogischen Hochschule in Oldenburg ein hoch anregender Geistesraum, der neben den bereits genannten auch auf Arbeiten von Humberto Matorana, Hugo Kükelhaus und Viktor von Weizsäcker beruhte. So etwas hatte man in der deutschen Hochschullandschaft nicht oft, Oldenburg war darin ein Geistes-Unikat.

1989 drehte ich in Oldenburg an der Universität eine kurze Filmdokumentation über Franz Erhard Walther, der dort mit Standstellen (längliche Metallplatten im Boden zum Begehen und Draufstehen) „Kunst am Bau“ machen durfte und diese statt Vernissage persönlich vorführte und damit einweihte; RzL setzte den kunstphilosophischen Rahmen dazu. Reinhard Kahl war damals, stets auf der Suche nach Berichten über Reform-Pioniere der Bildung, mit Kamerateam auch öfters vor Ort.

Von Rudolf zur Lippes umfangreichem und mehrjährigem Projekt der „Karl Jaspers Vorlesungen zu Fragen der Zeit“ während der 1990er-Jahre erfuhr ich durch seine Berichte und aus den Medien. Ich hatte mich für ein reguläres Studium in Berlin entschieden. Nach seiner Emeritierung und seinem Umzug in die Dovestraße in Berlin-Charlottenburg im Jahr 2002 setzte sich der private Studienkreis eine Weile weiter fort. Ich hielt über die Jahrzehnte immer mal wieder brieflich-freundschaftlichen Kontakt mit ihm, zuletzt zu seinem 80. Geburtstag, als ich ihm einige Aufzeichnungen seiner Rundfunkvorträge aus meinem privaten „Schallarchiv“ zusandte. Mein Geburtstagsgruß kam mit Verspätung an, da ich von seinem Umzug in die Eisenacher Straße und den Nollendorfkiez erst durch seinen Dankesanruf erfuhr.

Energetisch hat er bei mir meine Venus angesprochen und getroffen (3° Krebs in 5) und zwar mit seinem fast gradgenauen Trigon von Mars (1° Skorpion) und Venus (2° Fische). Könnte nicht besser passen und so eine „dynamische Beziehungskomponente“ zieht unvermeidlich die Bezogenen an. Wäre da nicht (in der Synastrie, dem Energiefluß zwischen zweien) meine Sonne (5° Zwilling) auf seinem Orcus, mein Merkur (20° Zwilling) auf seinem Chiron und mein Mars (27° Widder) auf seinem Nessus. Da hält man dann doch entschieden Distanz und bleibt auch dort. Er war mir im Freundschaftlichen stets eine „Sie-Person“ geblieben.

Jetzt wird mir auch klar, dass ich manches bei ihm nicht wirklich so ganz verstanden habe: Wie also die gesuchte Leib-Geistigkeit des Za-Zen-Sitzens bei Karlfried Graf Dürckheim seit 1960 mit den SM-Praktiken und dem Leder-Fetisch zusammenhingen (man kann vieles als Kunst-Performance verkaufen) und witterte dann doch eher Verrat, dass das eine vorgegeben wurde, um das andere anständig betreiben zu können. Vielleicht war es auch nur eine Kompensation von der erdrückenden Steinbock-Ordentlichkeit; sanfter formuliert: eine Leidenschaft in der Passion. Oder aber Dürckheim war eine Möglichkeit, Masochismus auf hohem geistigen Niveau nicht nur zu erlernen, sondern damals bereits avangardistisch als Leibpraxis auch schon betreiben zu können. Vielleicht gibt es einfach auch beides nebeneinander, völlig undramatisch: Die japanische, leibbasierte Geistigkeit bei Dürckheim und den Mr. B. für den Sex-Spaß. Kurse unter dem Titel „SM und Zen: Schmerz, Durchlässigkeit, Hingabe“, wie bei der Berliner Veranstaltungsreihe „Xplore04“, anzubieten, schien mir doch zu sehr den kapitalistisch- merkantilen Tausch-Faktor der Körperlichkeit nicht nur in der schwulen Sexszene Berlins zu ignorieren und ihr dadurch quasi auch noch „höhere geistige Weihen“ verleihen zu wollen, also geradezu das Gegenteil von Leibarbeit zu sein. – Mir erschienen die Forschungen zu Trieb und Gesellschaft bei Michel Foucault damals jedenfalls plausibler; auch wenn Rudolf zur Lippes Praxis –, den Lebensgrund der mystischen All-Einheit als punktueller, transzendierender Raumzeit-Ursprung durch verschiedene Weisen und Methoden vielschichtig sensorisch erfahren zu können (also durch Leibarbeit, Tanz, Bewegung, Agilität, bildnerische Kunstübung, Zen oder SM) – diese Unterscheidung wahrscheinlich egal war. Vieles mag der „schwankende Lebensboden“ der Kinderheit und Jugend erklären helfen, biographisch gesehen.

Und auch beim Berliner „Humboldt-Forum“ waren wir beispielsweise komplett anderer Ansicht. Er schwärmte vom unbedingt notwendigen „Forum der Kulturen“ im Humboldtschen Geiste an zentraler Stätte in Berlin (das ich im grünen Dahlem viel besser aufgehoben sah, weil eben nicht im Brenn-Spot(t) des Hauptstadttreibens) und so sah ich die übliche Berliner Provinzposse der Kulturpolitik im Geiste und in der Antizipation kommen, die wir jetzt mit der neuen Stadtschloss-Simulation auch haben. Mit Staatsakten, wie dem heutigen zum 250. Geburtstag von Humboldt als repräsentatives Event im besagten Ort, wird das „voneinander und miteinander Lernen der Kulturen“ jedenfalls nicht beginnen. Dieses: „es muß schon was ordentlich Reputables sein“, wie vielleicht ein Kloster-Herrenhaus oder ein Palast-Schloss, hat mich denn eher befremdet, auch wenn seine Kunstpraxis von jeglichem Bombast befreit war. Insofern passte der Nobilitätsgrad des „Prinzen“ wirklich. Und wer kann ohne einen in der Nähe zu haben, heutzutage wirklich gut leben? Seine Jugendlichkeit und Frische, gerade im Alter, ließen in mir die Illusion wachsen, er werde immer da sein. Jetzt ist er nicht mehr da und wir werden weiter mit den Erfahrungen, die wir mit ihm machen durften, mit ihm in diesem Sinne weiterleben, in diesen Erfahrungen der Beziehungen der Bezüge des Lebens. Sein Thema: Wie lebt das Leben?

Wenn bei Rudolf zur Lippe etwas im Lebensalltag ins Rutschen zu drohen kam (wie vielleicht mal meine freundschaftliche Bitte um ein Empfehlungsschreiben; Reaktion: Orcus, Nessus, Chiron), konnte er eine Instanz der Korrektheit und ablehnenden Reputationsachtung sein (Fische-Saturn Opposition Jungfrau-Neptun mit Steinbock-Sonne im harmonischen Punkt, ziemlich gradgenau). Jetzt beim Überlauf von Neptun über Saturn und von Saturn über Sonne ist er gestorben. Während die Medien bei den Sterbezeit-Genossen Robert Frank und György Konrád sich mit Nachrufen geradezu überschlugen, war es bis auf den dankenswerten Obituary-Schnellschuss von Hermann Rudolph jetzt eine Woche wirklich fast still um ihn. RzL hat Stille erzeugt. Ich fand, dass es jetzt Zeit wäre, diese zu durchbrechen. Verzeihung, wenn ich damit auch wieder Orcus, Nessus und Chiron mit-ausgelöst haben mag. Er hat wichtige Gedankengänge und Methoden hinterlassen; diese sollen bleiben und wirken, gerade heute.

Was bleibt? Sein Sinnenbewußtsein. Bitte wieder lesen!

+++

Klicke, um auf zum-gedenken-an-rudolf-prinz-zur-lippe.pdf zuzugreifen

https://trauer.tagesspiegel.de/traueranzeige/rudolf-prinz-zur-lippe

https://blogs.taz.de/hausmeisterblog/2006/08/07/postproletarische-sinnerfullung/

https://uol.de/fk3/profil-und-struktur/prinzenpark
https://uol.de/kunst/prinzenpark

Reinhard Kahl, 1992, über die „Karl Jaspers Vorlesungen zu Fragen der Zeit“:
https://taz.de/!1661724/

https://www.nwzonline.de/oldenburg-kreis/bildung/hude-trauer-rudolf-zur-lippe-war-dem-kloster-eng-verbunden_a_50,5,3476944554.html

https://www.thueringer-allgemeine.de/regionen/erfurt/erinnerung-an-rudolf-zur-lippe-id227083905.html

Video-Interview mit Rudolf zur Lippe, 2010, Link: https://www.youtube.com/watch?v=HWeoPHPlbj0

https://www.presse.uni-oldenburg.de/mit/2019/299.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_zur_Lippe

Gereifter Blick auf Jean Gebsers Philosophie, anno 2009:
http://www.gewebewerk.silvia-klara-breitwieser.cultd.de/lippe/index.htm

Letzte Meldungen zum „Humboldt-Forum“ und deutscher Kulturpolitik:
https://taz.de/Notwendige-gegenseitige-Aufklaerung/!5631012/


Update 20. September 2019: Ergänzungen und Erweiterungen.
Update 28. September 2019: Ergänzungen und Erweiterungen.
Update 28. Oktober 2019: weitere Links
Update 09. November 2019: Ergänzungen und Erweiterungen
Update 03. Februar 2020: Ergängzungen, Erweiterungen und Korrekturen

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„Caprice“ von Frank Tashlin aus dem Jahre 1967 mit Doris Day

Ich habe heute zum ersten Mal Caprice gesehen, 1967 herausgebracht, in der Regie von Frank Tashlin (1913 – 1972), mit Doris Day († 13. Mai 2019) und Richard Harris († 2002) in den Hauptrollen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Caprice_(Film)

Ich muß gestehen, ich kannte den bislang noch nicht – und erkenne erst jetzt, dass das Film-Duo aus Charade (1963) und Arabesque (1967) von Stanley Donen († 21. Februar 2019) hier zum Trio erweitert wurde, ein Follow-Up von Tashlin zu und gedreht nach Glass Bottom Boat (1966), zielt sowohl auf Donen als auch auf die damals noch frische aber boomende James-Bond-Serie mit ihren demonstrativ vorgeführten Schauplatz-Wechseln. Herr Bogner mit Skiszenen und das Schweizer Kleinstadtidyll mit Hinterzimmerlabor lassen ebenfalls grüßen.

Schon im Filmtitel als beschreibendes Substantiv verbindet Caprice sich mit Charade und  Arabesque, eine jeweils substantivierte, ästhetische Handlungsform.

Wikipedia sagt zu Cappriccio: „Als Begriff der Kunsttheorie bezeichnet es den absichtlichen, lustvollen Regelverstoß, die phantasievolle, spielerische Überschreitung der akademischen Normen, ohne die Norm außer Kraft zu setzen. In die Kunstgeschichte führte den Begriff Giorgio Vasari ein, der ihn für all das verwendete, was dem Kunstkanon seiner Zeit widersprach.“

Insofern passt der Titel mit seinem Triple-Triple-Triple Double-Cross auch inhaltlich. Nicht nur lag Triple Cross in der Luft, die Verfilmung in der Regie von Terence Young mit Romy Schneider aus dem Jahr 1966. Das mehrfache Frontenüberschreiten war damals in der Hochphase des Kalten Kriegs ein Topos, der nur zu gerne filmisch ausgekostet wurde. Es trainierte im Kino mental sozusagen für das, was jenseits von 1968 gesellschaftlich dann sich vollzog. Das ist etwas, das uns heute fehlt, weil uns das Kino als gesellschaftliche Macht und als Diskursraum der Gesellschaft abhanden gekommen ist, auch wenn es als Absatzmarkt noch da sein mag. Uns geht es heute gesellschaftlich deshalb so schlecht, weil uns das Kino in diesem Sinne abhanden gekommen ist. Es gibt keinen in diesem Sinne sinnstiftend übergreifenden wie welterklärenden-integrativen Diskursraum mehr.  Talkshows und Blogs sind dafür keine Lösung.

Frau Saubermann kam damals, anno 1967, langsam in die Jahre, die Jahre nämlich der so genannten „sexuellen Befreiung“, really, fast schon zum Ende ihrer Spielfilmkarriere, die in den 1960ern ja gerade eben noch auf Hochtouren lief. Man sieht hier, wie sie langsam auf der Leinwand zum Zeitgeist „unpassend“ wird, gerade weil sie in einem so eleganten Film Frontenüberschreiterin spielt. Man schaut denn auch eher auf die Bond-Girls und die extravagant durch sie ausgestellten DorisDay-Modenschau-Kleider, was das Werk auch mit Thomas Crown Affair (Jewison, 1968) verbindet – so fashionable war alles geworden zum Ende der 60s. Norman Jewison etablierte sich als Regisseur 1963 mit The Thrill Of It All und 1964 mit Send Me No Flowers zur produktiven Zeit der Kraftmaschine Kappelhoff.

Musik, sehr John-Barry-haft zu visuellen „Bond-Effekten“, hier von Frank De Vol.
DOP Leon Shamroy, 30 Jahre lang Chefkammeramann der 20th Century Fox, war bereits der Kameramann bei The Robe (1953), dem ersten CinemaScope-Film, hier hat er in gelungener Farbregie und stets öffnenden, recht kurzbrennweitigen, Raumtiefe erfassenden, weitwinkligen, dann auch wieder gewagten Proportions-Kompositionen diesen letzten originalen CinemaScope-Film gedreht, bevor in USA alles Panavision wurde. Dass er die Breite von CinemaScope wirklich beherrschte (auch durch seine Erfahrungen mit CinemaScope-55-Filmen und Todd-AO-Produktionen im 65mm-Negativformat), führt Caprice geradezu drastisch vor.

Das „Kalb“, um das es in dem Film geht, ist zudem psycho-aktive Asche für den damals aufkommenden Psychodelika-Markt weltweit, neben den Kosmetik-Multis mit ihren neuerdings global boomenden Geschäften samt humanen Optimierungsfantasien.
Die Filmerzählung setzt das interessanterweise in eins: Drogenhandel und globalisierte Distributionssysteme der Kosmetikindustrie, ja auch auf stofflich-chemischer Ebene im Verbrennen des Kosmetik-Puders als tarnender Rohstoff, sind hier kausal verwoben. Der „mad scientist“ ist Psychopath; der in beiden Branchen beheimatete „mastermind“ hingegen kommt in Gewändern und Manieren des weltläufig umherjettenden Gentlemen daher.

Wikipedia zitiert den Evangelischen Filmbeobachter: „Alles wie gehabt: Clowniges Sommersprossengesicht, Hollywood-Perfektion, nette Gags und Attrappenluxus.“

Attrappenluxus! – Der ist uns irgendwie abhanden gekommen. Die anarchische Weltsicht des Frank Tashlin hätte uns auch heute noch viel zu bedeuten. Wie viele „mad scientists“ und „Gentlemen“ laufen heute frei herum?

Ich finde, der Film hat seine Meriten im Zeigen der Schauwerte seiner Zeit und taugt darüber hinaus, gegen Ende der Kino-Karriere von Doris Day mit dem Abschluss des originalen CinemaScope-Zeitalters darin durchaus als Zeitdokument einer darin doppelt zu Ende gehenden Epoche. Dass die Hauptfigur (Patricia Foster) sich ihren Film, in dem sie gerade spielt, in einem Kino selbst anschaut… (um der Bestuhlungsreihen-Vorsitzerin des allseits im hintersten Eck knutschenden Kino-Balkons Haarlocken zwecks Beweismittelsicherung mit einer Schere abzuschneiden und daraufhin in wildem Begrapschen ihrer Person samt Fall über die Brüstung in einem männlichen Popcorn-Schoß des Parketts landet) …und die Leuchtreklame des Kinos zuvor beim Zuströmen des Publikums hinwärts in der Filmhandlung genau für diesen Filmtitel mit dem „echten“ Darstellernamen (Doris Day) wirbt, das war sehr neu als Metamedienreferenz-Joke für ein damals heraufziehendes Weltzeitalter des Medien, das noch wirklich überraschen wollte und das seinen Ort im Kino für das Kino hatte.

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Das Atrium. Home of 7OMM Film Cinema in Stuttgart, Germany

Hans Hänssler hat gestern auf der Fan-Website in70mm.com einen längeren Beitrag zur Entstehungs-, Betriebs- und Repertoiregeschichte des inzwischen geschlossenen Stuttgarter ATRIUM Kinos auf Englisch veröffentlicht:

https://in70mm.com/news/2019/atrium/index.htm

Sein jüngster Beitrag bei in70mm.com ist eine wichtige Ergänzung zu den bisherigen Darstellungen der Kinogeschichte des ATRIUM in Stuttgart hier im Blog:

https://duskofdigital.wordpress.com/2015/05/22/stuttgarter-kinogeschichten-leben-live-im-kino/

https://duskofdigital.wordpress.com/2015/04/21/ddd-diskurs-digitale-dammerung-joachim-polzer-im-gesprach-mit-hans-haenssler/

https://duskofdigital.wordpress.com/2015/05/24/ddd-diskurs-digitale-dammerung-joachim-polzer-im-gesprach-mit-peter-erasmus-150526/

https://duskofdigital.wordpress.com/2015/05/24/3-x-stuttgarter-kinogeschichten/

Dank an Jean-Pierre Gutzeit für den aktuellen Veröffentlichungshinweis.

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MINDJAZZ: das Handwerk, das Material und das Netzwerk der Natur verstehen

Von Eberhard aus Stuttgart kam der Hinweis zum Dokumentarfilm „Campus Galli – Das Mittelalter-Experiment“ von Reinhard Kungel, den das sehr engagierte Dokfilm-Label MINDJAZZ PICTURES gerade in die deutschen Kinos bringt (und später auf BluRay-Disks). „Campus Galli“ ist eine Koproduktion mit dem SWR.
MINDJAZZ war mir bereits aufgefallen, als sie 2011 die Filmbio „An Ecology of Mind“ über Gregory Bateson herausbrachten, die ich kurz zuvor als Kurator des „Globians Doc Fests“ in Berlin, im Kino Toni, zeigte. Letztes Jahr brachte MINDJAZZ dann „Jane“ in die deutschen Kinos und auf BluRay. Thematisch zu Jane und Bateson passend, der demnächst startende Dokfilm „The Whale and the Raven“ als ARTE-NFB-Koproduktion.
Derzeit bewerben sie auf der Website die Filmbio „Das Leben zwischen den Bildern“ über Werner Nekes, dem 2017 verstorbenen Avantgarde-Filmkünstler des Filmhandwerks und seiner historischen Instrumente.

MINDJAZZ sind klein und fein und sie machen schon seit Jahren – in Deutschland neben Filmgalerie 451 – interessant kuratiertes and anspruchsvolles Programm. Dass mich der Sport-Doku-Zweig von ihnen gar nicht anspricht, liegt an mir. Wahrscheinlich ist der dann auch ökonomisch notwendig und liegt mit der allgemeinen Fussballbegeisterung in NRW auch nahe. Ja, es gibt auch interessante Dokfilme über Sportthemen, ich weiß.
In Deutschland gibt es als anspruchvolles Indy-Label darüber hinaus noch „absolut medien“; aber dort warte ich seit mehr als fünf Jahren auf die BluRay-Ausgabe des „Dekalogs“ von Kieslowski mit (auch) deutscher Tonspur. Der SFB war damals Koproduzent des „Dekalogs“ und hat die polnische Originaltonfassung damals sorgfältig deutsch synchronisiert. In UK bringt man statt dessen inzwischen die dritte Disk-Edition von „Dekalog“ (als 4K O-Kameranegativ-Scan bei Arrow-Video auf BluRay) heraus, ohne deutsche Tonspur.  Dass man auch in kleiner Auflage BluRay-Editionen, auf der Höhe des Zeit also, ökonomisch darstellen kann, beweist das Kölner Label offenbar stets erneut.

https://mindjazz-pictures.de/filme/campus-galli/
https://mindjazz-pictures.de/filme/jane/
https://mindjazz-pictures.de/filme/an-ecology-of-mind/
https://mindjazz-pictures.de/filme/the-whale-and-the-raven/
https://mindjazz-pictures.de/filme/werner-nekes-das-leben-zwischen-den-bildern/
https://de.wikipedia.org/wiki/Dekalog_(Filmreihe)
https://de.wikipedia.org/wiki/Krzysztof_Kie%C5%9Blowski

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Das neuner Jahr

120 Jahre 1899 Alfred Hitchcock geboren
100 Jahre 1919 Staatsvertrag von Saint-Germain-en-Laye
100 Jahre 1919 Friedensvertrag von Versailles
100 Jahre 1919 Weimarer Verfassung
100 Jahre 1919 Die Austernprinzessin, Madame Dubarry (Lubitsch), Broken Blossoms (Griffith), Anders als die Anderen (Oswald/Hirschfeld)
100 Jahre 1919 United Artists
100 Jahre 1919 Bavaria Filmstudios
100 Jahre 1919 Ufa-Palast am Zoo, Berlin
100 Jahre 1919 Bauhaus
100 Jahre 1919 Waldorf-Pädagogik, Schuleröffnung Stuttgart
100 Jahre 1919 Beginn regelmäßiger Radiosendungen (Niederlande)
100 Jahre 1919 Aufnahme des Linien-Flugverkehrs (UK)
100 Jahre 1919 Zentral-Globale Preisbildung bei Gold (Londoner Goldfixing)
100 Jahre 1919 James Lovelock geboren
 90 Jahre 1929 Menschen am Sonntag (Wilder/Siodmak/Ulmer et.al.),
90 Jahre 1929
Frau im Mond (Lang), Asphalt (May), Blackmail (Hitchcock)
90 Jahre 1929 Tonfilm, erste Oscars und Weltwirtschaftskrise

 80 Jahre 1939 Beginn Zweiter Weltkrieg
 80 Jahre 1939 Gone With The Wind, Wizard of Oz, Ninotschka, Mr. Smith, Wuthering Heights, La Grande illusion
80 Jahre 1939 Peter Bogdanovich geboren
70 Jahre 1949 Grundgesetz, Bundesrepublik und DDR
70 Jahre 1949 VR China

70 Jahre 1949 Gründung Süddeutscher Rundfunk Stuttgart
70 Jahre 1949 Der dritte Mann, Bitterer Reis,
Der Schatz der Sierra Madre, Gangster in Key Largo
70 Jahre 1949 Bruce Springsteen geboren
 60 Jahre 1959 Ben-Hur, Hiroshima mon amour, Anatomy Of A Murder,
Some Like It Hot, North By Northwest, Porgy and Bess, On The Beach, Imitation of Life, Odds Against Tomorrow, Pickpocket, Shadows; (in der Pipeline:) À bout de souffle
  60 Jahre 1959 AMPEX Quadruplex-Videoaufzeichnung auf 2-Zoll-
Magnetband in Deutschland (SWF Baden-Baden)
  50 Jahre 1969 Unbundling von Computer-Hardware
und Anwendungs-Software (IBM /360), Start der Software-Industrie
  50 Jahre 1969 ARPANET, erste Fernverbindung UCLA/SRI

  50 Jahre 1969 Erstflug Boeing 747 Jumbo Jet
  50 Jahre 1969 Südwest 3, Start des dritten Fernsehprogramms des SDR
  50 Jahre 1969 Stonewall Riots
50 Jahre 1969 Rechtsreform Sexualstrafrecht BRD, §175, Aufhebung des Totalverbots, Gustav Heinemann
50 Jahre
1969 Pornographie-Freigabe Dänemark
50 Jahre 1969 Regierungserklärung Willy Brandt: „Wir wollen mehr Demokratie wagen“
50 Jahre 1969 Erste Mondlandung
50 Jahre 1969 Theodor W. Adorno gestorben
50 Jahre 1969 Wendepunkt und Endpunkt von „Flower Power“: das Massaker der „Manson-Sekte“ auf dem Polanski-Anwesen in Hollywood
50 Jahre 1969 Woodstock

  50 Jahre 1969 Easy Rider, Midnight Cowboy, Marooned, Topaz, Teorema, Medea, Butch Cassidy and the Sundance Kid, The Wild Bunch, Z, They Shoot Horses, Don’t They?, Katzelmacher, Liebe ist kälter als der Tod, C’era una volta il West, Le chagrin et la pitié, Salesmen, Medium Cool, Amore e rabbia, La sirène du Mississippi, The King of Marvin Gardens; (in der Pipeline:) La strategia del ragno, Il conformista, Il giardino dei Finzi-Contini, L’enfant sauvage
 50 Jahre 1969 Entwicklungsstart TED-Bildplatte
 50 Jahre 1969 Videocassette, Prototypvorstellung u-matic von SONY
 40 Jahre 1979 Walkman von SONY, VHS-Siegeszug beginnt, Laserdisc
 40 Jahre 1979 Apocalypse Now, The Deer Hunter, Coming Home, Midnight Express, Interiors, The China Syndrome, Days of Heaven, Heaven Can Wait, Die Blechtrommel
 30 Jahre 1989 Wendezeit, Zusammenbruch des Ostblocks und der DDR
 30 Jahre 1989 HTML
30 Jahre 1989 Sex, Lies and Video, Cinema Paradiso, Landschaft im Nebel
30 Jahre 1989 Herbert von Karajan gestorben
 20 Jahre 1999 Netflix DVD Flatrate
20 Jahre 1999 Open Source Software
20 Jahre 1999 The Thin Red Line, Saving Private Ryan, Affliction, Magnolia, Elizabeth, Wer mich liebt, nimmt den Zug

 10 Jahre 2009 Netflix Streaming, iPhone-iPad-Android
10 Jahre 2009 Das Weiße Band, Avatar, Antichrist, A Single Man

   0 Jahre 2019 5G, Weltraum-Internet, Deep Data Inspection,
Kommunikationsinversion /was redet da mit wem?
   0 Jahre 2019 Pastik, Monsanto, Trockenzeit, Hitze, Klima, Artensterben, Amazonas, Tropenfeuer, Versteppung, Hurricanes, Grönland, Kalifornien, abbrechende Baumstämme, zurücklaufende Spree
   0 Jahre 2019 The End of the Way of Life as we know it and the End of familiar habits
0 Jahre 2019 Schweden, höchstrichterliche Entscheidung nach Rechtsreform: Geschlechtsverkehr nur noch als konsensuales, explizites Vertragsverhältnis legal.
0 Jahre 2019 Sich verbergende Kulturspeicher als Stromfresser: Videostreaming, jeder alles überall, Cloud-Klima, monostrukturelle Giganto-Rechenzentrenfarmen unter Abschluß mit steigendem Energieverbrauch.
0 Jahre 2019 Gatekeeper statt Plattform: Unsoziale Medien schalten nach Gutdünken alternativen Gedankengut-Content ab, der mit Kritik gegen den Machtdiskkurs, die Reden der Mächtigen in tradierten Resonanzräumen, inzwischen auf breiter Basis zu stören scheint; Fundamentalkritik und Schmähungen sollen Offizialdelikt werden.
0 Jahre 2019 „Flugscham“ wird, aus Schweden kommend, ein Begriff der Allgemeinsprache; die Automobil-Ausstellung löst Massenproteste aus.
0 Jahre 2019 Finanzielle Repression (Steuererhöhungen) als vermeintliche Lösung aller Probleme, statt politische Neu-Gestaltung der kulturellen und ökonomischen Lebensverhältnisse.
0 Jahre 2019 Kino ?
0 Jahre 2019 Joker, Paradise, The Irishman, Once Upon a Time in Hollywood
125 Jahre 1895 – 2020 Projektion bewegter Bilder von Filmträger als öffentliche Präsentation vor Publikum


Update: Diese Liste wird b.a.W. laufend ergänzt und editiert.
Letztes Update: 10. November 2019

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Trial and Error

Dank an Kay für den Hinweis zur Weltpremiere eines neuen Dokumentarfilms über Gideon Bachmann (1927 – 2016) mit dem Titel „Trial and Error“ von Marie Falke, die jetzt am 30. Mai beim DokKa Dokumentarfilmfestival in Karlsruhe statt finden wird. Die Aussicht auf diesen Dokfilm ergab bereits ein Beitrag zur jüngsten „lettere aperte“ Schwerpunktausgabe über Gideon.

https://dokka.de/a/trial-and-error

https://www.lettereaperte.net/ausgaben/ausgabe-52018/ich-habe-auch-immer-alles-verstehen-wollen-begegnung-mit-gideon-bachmann

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akiwiwa – als Kino wichtig war | Podcast Folge 2 | Frühjahr 2019

akiwiwa – als Kino wichtig war…

Video- und Audio-Podcast von und mit
Kilian Mutschke und Joachim Polzer

Folge 2

Frühjahr 2019

Spieldauer: 115 Minuten


Inhalt und Laufzeitangaben:

0:00:00 Begrüßung und Einleitung
0:00:42 Textchart Kurzinhalts-Übersicht

0:02:07 Erstes Hauptkapitel: 2018 – in Memoriam

0:02:07 Erinnerung an Nicolas Roeg
0:02:49 Erinnerung an Bernardo Bertolucci
0:13:41 Erinnerung an Milos Forman

0:17:04 Zweites Hauptkapitel: 2018 – 100 Jahre Ingmar Bergman

0:17:04 Besprechung: Wilde Erdbeeren (1957)

0:30:48 Drittes Hauptkapitel: 2018 – Die Film-Favoriten

0:30:58 Kilian Mutschkes Favoriten von 2018:
0:30:58 Besprechung: Hereditary (2018), Aster
0:36:16 Joachim Polzers Favoriten von 2018:
0:36:16 Besprechung: They’ll Love Me When I’m Dead (2018), Neville
0:36:16 Besprechung: The Other Side Of The Wind (2018), Welles

0:43:54 Viertes Hauptkapitel: 1961 – The Innocents

0:43:54 Besprechung: The Innocents (1961), Clayton

0:56:13 Ende des ersten Teils, Intermission
0:56:32 Beginn des zweiten Teils

0:56:51 Fünftes Hauptkapitel: 1941 / 1942 – Film noir
Beginn des Filmgenres

0:58:04 Besprechung: I Wake Up Screaming (1941), Humberstone, Fox

Topos: Aus den Schatten heraustretend: Low-Key Kinematographie
Topos: Kontrast in der Schwarzweiß-Kinematographie
Topos: Laird Cregar (1913 – 1944), Schauspieler

1:04:08 Besprechung: This Gun For Hire (1942), Tuttle, Paramount
aka: Die Narbenhand

Topos: Unebenheiten – Revue-Nummern und Gasmasken-Verwechslungen
Topos: Der Zweite Weltkrieg als Thema: Giftgas-Kapitalismus für Japan
Exkurs: Laird Cregar (1913 – 1944), Schauspieler
Topos: Traumpaare des Kinos – Alan Ladd & Veronica Lake

1:13:20 Besprechung: The Glass Key (1942), Heisler, Remake, Paramount

Topos: Traumpaare des Kinos – Alan Ladd & Veronica Lake
Topos: Sado-Masochismus im Film noir

1:21:43 Besprechung: Saboteur (1942), Hitchcock, Universal

Topos: Fritz Lang, Alfred Hitchcock & Film noir – Stil und Genre
Topos: Der unschuldige, falsch Beschuldigte
Topos: Die Niedertracht der höchsten Kreise der Gesellschaft
Topos: Der Zweite Weltkrieg als Thema: Rüstungsproduktion
Topos: Die Zirkuskarawanen-Sequenz – Groteske, Freaks und Spannung
Topos: Schwarzweiß-Kinematographie als Stilelement
Topos: 1942 Film noir – Ausentwicklung der beginnenden Genreansätze

1:26:51 Sechstes Hauptkapitel: Organe und Atomkraft
Filmwerke der 1970er- und 1980er-Jahre

1:27:13 Besprechung: Coma (1978), Crichton

Topos: Medizin-Industrie und Organbeschaffung als Geschäft
Topos: „Farbe Bekennen“ für Organspenden und Coma als Farbfilm
Topos: Slow-Burn-Dramaturgie
Topos: Gegenwartskino – Die „heißen Themen“ der Gegenwart
Topos: Michael Crichton (1942 – 2008), berufliche Inspirationen
Exkurs: Xerox Palo Alto Research Center, Xerox PARC

1:35:51 Besprechung: The China Syndrome (1979), James Bridges

Topos: Koinzidenz Filmerzählung und Wirklichkeit (Three Mile Island)
Topos: AKW-Unfälle als „heißes Eisen“ im Gegenwartskino
Topos: Jack Lemmon, Michael Douglas & Jane Fonda als Darsteller-Trio
Topos: Medienkritik am Nachrichtengeschäft im Kino der 1970er-Jahre
Topos: Easy-Talk Fernseh-Nachrichten als Showformat

1:41:30 Besprechung: Silkwood (1983); Nichols

Topos: MOX-Brennelemente-Produktion wie in der Pizzafabrik
Topos: Der Regisseur Mike Nichols (1931 – 2014)
Exkurs: Die Enkel setzen die Themen der Großväter fort: Gustav Landauer
Topos: Die Wurzeln des Anarchismus bei Mike Nichols
Topos: Die Schauspielleistung von Meryl Streep
Topos: Meryl Streep, Kurt Russell & Cher als Darsteller-Trio
Topos: Die Beiläufigkeit der lesbischen Beziehungen in der Filmerzählung

1:48:57 Endrunde – „die Zeit ist vorbei“
Die Zeitalter des Kinos:
Film noir der 1940er- und 1950er-Jahre
Der Aufbruch im Kino der 1960er- und 1970er-Jahre
Millenium im Kino: Kino in den 1990er- und Nuller-Jahren

1:51:50 Abspann, Endtitel, Credits
1:54:37 Ende


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akiwiwa – als Kino wichtig war | Podcast Folge 2 | Sommer 2019
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Das Blog zum akiwiwa-Podcast:
http://digitaledämmerung.de

Die Website des akiwiwa-Podcast:
http://akiwiwa.de


Diese Folge wurde am 06. Januar 2019 aufgezeichnet.
Die Erst-Veröffentlichung erfolgte am 16. März 2019.
Redaktionsschluss war der 15. März 2019.

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Offener Brief für Gideon Bachmann (1927 – 2016)

Gideon Bachmann

Die akademische E-zine LETTERE APERTE,
„als Beitrag zur Suche nach Sinn und Form der Italienforschung“,

https://www.lettereaperte.net/
https://www.lettereaperte.net/idee/idee

brachte in der kürzlich erschienenen Edition 5/2018 eine ausführliche Schwerpunkt-Ausgabe (auf 146 Seiten) zum Leben und Wirken von Gideon Bachmann, einem film-weltreisenden Kino-Publizisten bei Zeitungen, Zeitschriften, Radiostationen und sporadisch in eigenen Dokfilm-Arbeiten (zur New Yorker Avantgarde, zu Fellini).
Die einzelnen Beiträge dieser Ausgabe sind als pdf-Datei herunter ladbar. Der obige Fotolink stammt von dort.

Zugleich war Gideon Bachmann ein Dauerreisender und Dauerstammgast bei den Filmfestivals-der-Welt in der Multitude von Beschäftigung (bei PKs oder Moderationen), Projekt-Akquise (für ihn als Schreibenden und für seine in England lebende Ehefrau als Fotografin, was beide z.B. zu Schlöndorffs „Fälschung“ brachte) und dem ganz banalen Dabeisein-Wollen, am Ort, wo die Künstler und Regie-Maestros sich die ‚Klinke des Kinos‘ in die Hand geben. Mit seinen fließenden Siebensprachigkeit war das eine sehr spezielle Welt, für die er wie geschaffen schien.

Unter der Überschrift dieser LETTERE APERTE Ausgabe:

Ciao, Gideon!
Zur Erinnerung und kritischen Würdigung
Gideon Bachmanns und seines Werkes

finden sich sehr lesenswerte Texte, Fotos und Videolinks.

https://www.lettereaperte.net/ausgaben/ausgabe-52018/ciao-gideon-zur-erinnerung-und-kritischen-wurdigung-gideon-bachmanns-und-seines-werkes

Ich persönlich hätte ja noch eine etwas kritischere Würdigung begrüßt, so sei es nun eine  erste ausführliche Hommage in vielen Lebens- und Wirk-Aspekten und dies mit  akademischer Tiefensicht. Wobei zu sagen wäre: Die Verachtung zwischen dem Akademie-Leben (insbesondere der in den letzten Jahrzehnten aufgekommenen Film- und Medienwissenschaft) und ihm gegenseitiger Natur war.

https://de.wikipedia.org/wiki/Gideon_Bachmann

Vielleicht sollte ich mein „verunglücktes Filmporträt“ über Gideon Bachmann, als wir beide Ende der 1990er-Jahre Gründungsmitarbeiter des kurzlebigen EIKK (Europäisches Institut des Kinofilms) in Karlsruhe waren und uns dort kennen lernten, das als Roh-Videomaterial in meinem Archiv liegt, doch noch einmal (und ganz besonders kritisch) durchschauen, um daraus möglicherweise einen experimentellen Rohschnitt zu probieren, gerade wenn man durch die jüngste LETTERE APERTE Ausgabe spüren kann, dass die von Gideon Bachmann hinterlassenen Spuren nun doch weiterreichender sind, als ich es bislang vermutete. Wer kannte schon Gideon Bachmann damals, außerhalb des Filmfestival-Zirkus-Circuits und einiger Bekannten, Freunde und Lebensgefährten, die seine persönlichen Spuren über die Jahre verfolgten?

Die Dreharbeiten zu meinem „verunglückten Filmproträt“ fanden Ende 1996 / Anfang 1997 kurz in Pordenone (beim Stummfilmfestival) und dann insbesondere in England statt, wo Gideon nach seiner römischen Zeit mit seiner Frau bis zu deren Tod lebte. Danach kam er, zunächst stark depressiv, nach Karlsruhe. Wir besuchten während der Dreharbeiten die Orte seines dort gelebten Lebens, insbesondere englischen Self-Storage-Lagerhäuser mit seinen Lebensartefakten. Dabei konnten wir auch die Audiokassetten mit den Interviews der Filmschaffenden (und seine Eisenbahnen) bergen, die nun in dieser Ausgabe von „lettere aperte“ ebenfalls besprochen werden.

Genau so gut wäre der film-weltreisende Gideon Bachmann, der die Nachkriegszeit bald zunächst in den USA verbrachte, freilich auch ein Forschungsgegenstand des deutsch-englisch-sprachigen Kulturraums, wie eben auch ein Gegenstand der Forschung zu erlittenen Traumata von Holocaust-Überlebenden und den Neurosen erzeugenden, notorischen Folgen bis in die Gegenwart hinein. Gideon konnte in seiner Gegenwart kein Schmatzen seines Gegenübers (mit Kaubonbons, z.B.) dulden. Der Übergang von akustophil zu akustophob war bei ihm extrem kurz. Begründet hat er dies mit seiner „Mikrophon-Hören-Sensibilität“, während er über Jahrzehnte mit einem Ton-Galgen Regisseuren bei Presseterminen zu Filmfestivals auflauschte (und dort mit „Fremdgeräuschen“ kämpfte, die andere gar nicht beim Hören wahrnahmen). Tatsächlich war er es, der mit seinen schlechten Manieren anderen bei ihren schlechten Manieren erwischte, sie zurecht wies – und so die Szene beherrschen konnte. Die Erfahrung, ein Flüchtender oder ein Flüchtlingskind zu sein (bei mir auf der anderen Seite der Geschichte), teilte ich mit ihm, was ‚Heimat‘ und stete Seßhaftigkeit stets zu einem schwierigen Topos macht.

Sein Geburtstag, an einem 18. Februar, ist im Jahreslauf ein wichtiger Punkt in meinem energetischen Jahreszyklus. Seine Sonne stand auf meinem AC, meine Mond-Uranus-Opposition spannte die erkenntnis-orientierte, inspirierte Neugier d’rauf. Schade, dass die schlechte, geomantische Energie von Karlsruhe, in räumlich direkter Nähe zur ehemaligen Rüstungsfabrik, so sehr dazwischenfunkte.

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Sleeping With Strangers

David Thomsons neue Buchveröffentlichung ist Anfang des Jahres unter dem Titel „Sleeping With Strangers: How the Movies Shaped Desire“ veröffentlicht worden. Die dort verhandelten Themen tauchten bereits in Andeutungen im Kino-Kosmos bei Thomson Texten häufiger auf, zuletzt beispielsweise das Verhältnis von Laurence Olivier zu Marlon Brando, seine Begehrlichkeiten, in „Why Acting Matters“ von 2015.

Hier nachfolgend einige Links zu Reaktionen auf „Sleeping With Strangers“.

In der aktuellen Buchumschau beim Criterion-Blog, von David Hudson, vom 7. März 2019, eine Übersicht:

https://www.criterion.com/current/posts/6229-march-books

Leseprobe aus dem Buch zu Lancaster/Curtis in „Sweet Smell of Success“ (1957) bei Lithub:

https://lithub.com/the-coded-queer-lives-of-a-hollywood-classic/

Peter Conrads euphorische Rezension für THE GUARDIAN, am 25. Februar 2019:

https://www.theguardian.com/books/2019/feb/25/sleeping-with-strangers-david-thomson-review-how-the-movies-shaped-desire

„Thomson, a stylist extraordinaire, has written an unaccountable and irresistible book.“ Daphne Merkings Rezension unter dem Titel „Sex and the Cinema: How Hollywood Shaped Desire“ in der New York Times, erschienen am 20. Februar 2019:

https://www.nytimes.com/2019/02/20/books/review/sleeping-with-strangers-david-thomson.html

Annalisa Quinn stellt in ihrer Rezension des Textes von David Thomson für die BESOZ-POST dann auch gleich feministische Geschichtsbereinigung und ebensolchen Revisonismus her, dass also die Kulturgeschichte vom Androzentrismus des Kinos nicht mehr wahr sein darf und dann auch nicht mehr so ausgesprochen, erzählt werden kann. Mit anderen Worten: In ihrer Verdammnis, Ihrem Verriss stellt Quinn also genau die Verhältnisse in ihrer aktuellen Dynamik her, deren Ursachen, Historizität und Entwicklungen Thomson beschreibt. Na, wenn das kein positiver Verriss ist, in anscheinend völliger Unkenntnis auf Seiten der Autorin ihre eigene Sache betreffend. Allerdings: So kommt man natürlich niemals zu „some fruitful androgyny“ als neuem, möglichen Geschlechterverhältnis.

https://www.washingtonpost.com/outlook/a-confused-critique-or-celebration-of-sex-in-hollywood/2019/03/01/bcfc4286-2662-11e9-ad53-824486280311_story.html

 

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Hans Günther Pflaum

Die Editionsarbeit an dem Blogposting „Abgänge und Verabschiedungen 2018“ nimmt kein Ende. Heute habe ich den am 19. Dezember 2018 verstorbenen Hans Günther Pflaum hinzufügen müssen, auch eine nachrichtliche Verspätungsfolge von Paywalls und Übermittlungsblockern zum Beispiel der mittlerweile nur noch mit spitzen Fingern anzufassenden „Süddeutschen Zeitung“. Tobias Kniebes Nachruf auf den nach Arbeitsjahren längsten Filmkritiker des damals ernst zu nehmenden Blattes scheint mir in seiner Kürze eher ein „bad joke“ zu sein. Ich frage mich, ob es sich dabei nicht auch um eine generelle Darstellung von Marginalisierungserscheinungen der Filmkritik in deutschen Tageszeitungs-Redaktionen handelt – oder ob es sich dabei gar um ein spätes Echo der verlagsinternen Auseinandersetzungen und Querelen um einen als widerspenstig, kantig und knorrig wahrgenommenen Journalistenkollegen handelt. Man kann es freilich auch als Pflichtübung über einen alten Kollegen auffassen, der „aus der Zeit gefallen schien“, weil er die Moden und Wellen der Zeiten nicht mitmachen wollte.

Hans Günter Pflaum war mir als Publizist deshalb wichtig, weil sein Werkstattbuch über RWF mit dem Titel „Das bißchen Realität, das ich brauche“ aus dem Jahre 1976 eines der ersten selbsterworbenen, deutschsprachigen Filmbücher war – in einer damals noch extrem kargen westdeutschen Filmpublizistik-Landschaft. Es ließ einen aus Erstsicht in die Produktionsverhältnisse des damals Jungen Deutschen Films Einblick nehmen. Heute stellt es ein zeithistorisches Dokument dar, wenn man beispielsweise nachlesen kann, wie ein mittlerer RWF-Film kalkuliert war. Mein zweites Filmbuch von 1977 war das Patalas-Buch als deutsche Ausgabe zu  Truffaut/Hitchcock „Wie haben Sie das gemacht?“. Auch Patalas ist letztes Jahr verstorben. Mein drittes Filmbuch war 1977 ein großformatiger, farbiger, schwerer Bildband über Disneys Werk und Leben. Damals gab es selbst bei Konrad Wittwer in Stuttgart vielleicht zehn Filmbücher im kombinierten Theater/Opern/Medien-Regal. Regal im Singular. Stuttgart war damals eine Peymann/Cranko-Stadt. Ein Jahr später, bei meiner ersten Reise nach London, konnte ich dann sehen, wie die englischsprachige Welt das Spektrum der Film-Publizistik bereits aufgefächert hatte. Jedenfalls war damals ein filmpublizistischer Aufbruch spürbar, auch die blaue „Reihe Film“ bei Carl Hanser kam auf. Peter W. Jansen war häufig im Fernsehen zu sehen und zu hören. Filmland Presse in München mit seinen Publikationslisten war für die damalige Weiterentwicklung der Filmpublizistik in Westdeutschland ein weiterer, wichtiger Mosaikstein.

Die zehn Jahre des von H.G. Pflaum herausgegebenen „Jahrbuch Film“ (1977 – 1986) brachten mir weitere, wichtige Erkenntnisse um die damals laufenden Auseinandersetzungen des Neuen Deutschen Films in einem insgesamt produktiven Umfeld. Ein heißes Eisen war damals der produktions-ästhetische Begriff des „Amphibischen Films“ mit dem damals auszuhandelnden FFF Film-Fernseh-Förder-Abkommen und der Filmpolitik rund um die noch relativ neue Filmförderungsanstalt. Aus FFF ist nun DFFF, Deutscher Filmförderfonds, geworden, als Zeichen der Zeitläufe. Rüdiger Suchsland hat jüngst im Deutschlandradio der deutschen Filmförderung „mafiöse Strukturen“ nachgesagt. Aus produktiven Zeiten werden unproduktive. Inzwischen wird offen ventiliert, die Filmfördergelder auf die Game-Instustrie mitaufzuteilen. Von der kulturell bedingten und der strukturell – durch den dysfunktionalen, föderalen Staatsaufbau – prädisponierten Unmöglichkeit, Film-Kunst in Deutschland als Kultur- statt als Warenform zu befreifen, davon handelten viele der Beiträge in Pflaums „Jahrbuch Film“-Reihe. Wenn man den heutigen Diskursstau auf seinen historischen „Straßenbelag“ hin überprüfen will, ist man gut beraten, seine Publikationen erneut in die Hand zu nehmen.

Pflaums Filmportrait über RWF aus dem Jahre 1992 zum 10. Todesjahr von Fassbinder unter dem paraphrasierenden Titel „Ich will nicht nur, dass ihr mich liebt“ versuchte dann bereits eine historisch-kritische Einordnung des Phänomens RWF.

In seinem Fernsehgespräch von 2012 im alpha-forum zeigte sich jedoch dann auch Pflaums Verbitterung, dass die große Kino-Zeit von 1965 bis 1982 eben irgendwann vorbei war. Und wenn man in jungen Lebensjahren gleich von intensiven Zeiten stark geprägt wurde, erscheint einem vieles danach nur noch sehr fad, wie der Wiener sagen würde. Mit der Marginalisierung von Kino-Kunst im Besonderen und des Kinos im Allgemeinen gilt es heute umzugehen. Daran werde ich erinnert, wenn ich an Hans Günther Pflaum zurückdenke. Zu einer publizistischen Zusammenarbeit mit ihm ist es bei mir leider nicht gekommen. Ich hätte gerne seine Auffassung zum „Aufstieg und Untergang des Tonfilms“ mit im Buchtitel gehabt, Irland und Geldverdienen war ihm wichtiger, wohl wahr. Wobei ich vom Temperament her Filmpublizisten im persönlichen Umgang wenig schätze, die jagen, angeln oder Skat spielen. Mir kommen solche Freizeitaktivitäten immer wie ein Verrat an der Kino-Sache selbst vor, halte sie für eine ausgeprägte Form von Spießigkeit. Rühmann und Karajan sind lieber selbst geflogen. Wenn ich an der frischen Luft sein will, gehe ich mit meinem Hund spazieren und entdecke dynamisch mit seinen Sinnen meine mir durch Alltagsroutine unspektakulär gewordene Umgebung komplett neu. Aber Horst Stern war dann eben auch ein anderes Kaliber.

Einige Links mit Würdigungen zu Hans Günther Pflaum (ohne Paywalls und Übertragungsblocker):

Wilhelm Roth bei epd-Film:
https://www.epd-film.de/meldungen/2019/erinnerungen-hans-guenther-pflaum

Rainer Gansera beim filmdienst:
https://www.filmdienst.de/artikel/15054/hans-gunther-pflaum-1941-19122018

Peter Kremski beim vdfk:
https://www.vdfk.de/erinnerung-an-hans-guenther-pflaum-1941-2018-1566

Die Transkription des Fernsehgesprächs beim alpha-forum vom 10.12.2012:
https://br.de/fernsehen/ard-alpha/sendungen/alpha-forum/hans-guenther-pflaum-gespraech-100~attachment.pdf

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akiwiwa at vimeo

Die zweite Folge unseres Video-Podcasts akiwiwa – als Kino wichtig war ist bereits Anfang Januar aufgenommen worden und befindet sich derzeit in der Postproduktion.

In der Zwischenzeit gibt es ab sofort eine zusätzliche akiwiwa-Präsenz bei Vimeo:

New Vimeo Channel
When Cinema Mattered
https://vimeo.com/channels/1435418

New Vimeo home section for akiwiwa
https://vimeo.com/akiwiwa

Additional Vimeo video page for
akiwiwa – als Kino wichtig war | Podcast Folge 1 | Sommer 2018
https://vimeo.com/312179175

akiwiwa video podcast main home section:
duskofdigital.wordpress.com/tag/akiwiwa/

akiwiwa podcast web site:
(still under construction)
akiwiwa.de/

akiwiwa podcast all episodes (video and audio)
including predecessor audio podcast DDD Diskurs Digitale Dämmerung
https://duskofdigital.wordpress.com/category/akiwiwa/

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Abgänge und Verabschiedungen 2018

Dem letzten Tag des Kalenderjahres obliegt es wieder, eine Liste der “Abgänge und Verabschiedungen” zu erstellen, sehr subjektiv nach Lieblingen und Liebhabereien, in ihrer eigenen un-alphabetisierten Ordnung, in ihren seltsamen Verkettungen und Assoziationen (des Lebens höchst-selbst) und mit ihren inhärenten, innewohnenden Prioritäten:

Bernardo Bertolucci

Nicholas Roeg

Milos Forman

Vittorio Taviani

Ermanno Olmi

Petr Weigl

Mrinal Sen

Claude Lanzmann

Klaus Wildenhahn
Marceline Loridan-Ivens
Perry Miller Adato
Al Reinert

William Goldman

Michael Anderson

Galt MacDermot

Enno Patalas
Hans Günther Pflaum
Annette Michelson

Hilmar Hoffmann

Theo Hinz
Werner Dütsch
Helmut Merker
Gunther Witte

Leopold Ahlsen
Manfred Gregor Dorfmeister

Ottokar Runze
Uwe Brandner
Jochen Senf

Lewis Gilbert

Frank Buxton
Audrey Wells
Yves Yersin
Palle Kjærulff-Schmidt
Matti Kassila
Angela Ricci Lucchi
Alexander Askoldow
Stanislaw Sergejewitsch Goworuchin
Oleg Pawlowitsch Tabakow
Ringo Lam
Lucian Pintilie

Paul G. Allen
John Perry Barlow

Peter Grünberg
Charles Kao
Lawrence Roberts
Leon Max Lederman
Frank Heart
Evelyn Berezin

Stephen Hawking

Paul Virilio

Daphne Sheldrick

Michael Harner

Hans Christoph Binswanger
Wolfgang Pohrt
Wolf Schluchter
Walter Laqueur
Hermann Glaser
Winfried Engler
Irenäus Eibl-Eibesfeldt
Peter Schellenbaum
Klaus Michael Meyer-Abich
Rolf Tiedemann
Wolfgang Zapf
Robert Spaemann
Klaus Herding
Irving Sandler

Philip Roth

Amos Oz

Neil Simon

Tom Wolfe

Ekkehart Krippendorff
Elmar Altvater
Reinhard Rürup
Michael Rutschky
Kurt Scheel
Sarah Haffner
Dieter Kunzelmann
Christoph Ludszuweit
„-ky“ Horst Bosetzky
„Pico“ Gerhard Janowski
Rainer Höynck
Bernd Philipp

Karl-Ernst Herrmann
Wilfried Minks
Heinrich Kraus
Maria Magdalena Ludewig
Alvin Epstein

Paul Taylor
Arthur Mitchell
Lindsay Kemp
Sono Osato
Nini Theilade
David Shepherd
Donald McKayle
Karin von Aroldingen

Richard H. Kline
Wolfgang Treu
Robby Müller
Ronnie Taylor
Witold Sobocinski

David Goldblatt
David Douglas Duncan
Max Desfor
Erich Lessing
Stefan Moses
Jean Mohr
Henry Wessel
Peter H. Fürst
Werner Braun
Ara Guler
Abbas Attar
Gérald Bloncourt
Polixeni Papapetrou

Geoff Emerick
Ulrich Illing

Achim Bergmann
Russ Solomon

Shinobu Hashimoto
Isao Takahata

Anne V. Coates
Richard Marks
Edward M. Abroms
Mark Livolsi
Angelika Gruber Schlöndorff

Francis Lai
Jóhann Jóhannsson

John Leonard Morris
Patrick Williams
Arthur B. Rubinstein

F. W. Bernstein
Robert Indiana
Antonio Dias
Jean Toche

Don Lusk
Bill Gold
Pablo Ferro
Art Paul
Hubert Riedel
Stan Lee
Steve Ditko
Bud Luckey
Robert Grossman

Terence Marsh
Michael D. Ford
Michael Edmund Seymour
Douglas Gridstaff
Ralph Koltai

Philip D’Antoni
Martin Bregman
Steven Bochco
Raymond Chow
Gary Kurtz
Gloria Katz
Arnold Kopelson
Craig Zadan
Will Vinton
Jill Messick
Raymond Danon
Bill Sellars
Benjamin Melniker
John D. F. Black
Paul Junger Witt
George S. Kaufman

Penny Marshall
Kazimierz Kutz
Gianfranco Parolini
Lucian Pintilie
Juraj Herz
Folco Quilici
Franco Rossetti
Kirk Simon
Bill Siegel

Ted Dabney
Colin Kroll
Thomas Eric McLuhan

Burt Reynolds

John Gavin

Tab Hunter
Bill Daily

Peter Wyngarde
Christopher Lawford

Siegfried Rauch

Wolfgang Völz
Rolf Hoppe
Rolf Zacher
Horst Rehberg
Ulrich Pleitgen
Helmut Stange
Matthias Kniesbeck
Sepp Strubel
Morten Grunwald
Peter Bosse

Margot Kidder

Barbara Harris
Sondra Locke
Celeste Yarnall
Pamela Gidley
Liz Fraser
Katherine MacGregor

Dorothy Malone
Patricia Morison
Laya Raki
Connie Sawyer
Patricia Morison
Nanette Fabray
Lassie Lou Ahern
Greta Thyssen
June Whitfield
Peggy McCay
Susan Anspach

Stéphane Audran
Genevieve Fontanel
Michele Carey
Sridevi Kapoor

Frank Adonis
Joseph Campanella
Clint Walker
Donald Moffat
Louis Zorich
Tim O’Connor
John Bluthal
John Mahoney
Philip Bosco
Jerry Maren
James Karen
Adrian Cronauer
Bradford Dillman
Scott Wilson
Gabriel Gascon
R. Lee Ermey
Reginald „Reg“ E. Cathey
„Mini-Me“ Verne Troyer
Ricky Jay
Robert „Bolla“ Kerman
David Ogden Stiers
Jerry van Dyke
Peter Masterson
Al Matthews

Dieter Schnebel
Arnold Maury
Oliver Knussen

Norman Gimbel

Hans Gerd Krogmann
Ferdinand Kriwet
Götz Fritsch

Jesús López Cobos
Gennadi Roschdestwenski
José Antonio Abreu
Claudio Scimone
Theodore Antoniou
Stefan Bevier
Enoch zu Guttenberg

Montserrat Caballé

Charles Aznavour

Aretha Franklin

France Gall

Nancy Wilson
Nancy Barbato Sinatra

Coco Schumann
Tomasz Stanko
Annapurna Devi
Didier Lockwood
Jochen Brauer

Wolfgang Michael „Woomy“ Schmidt

Joe Osborn
Calvin Newborn
Bob Bain
Gérard Jouannest
Joe Jackson

Dolores O’Riordan

„Avicii“ Tim Bergling
Demba Nabé
Kim Larsen
Ray Thomas
Marty Balin
Dennis Edwards
Danny Kirwan
„Fast“ Eddie Clarke

Edwin Hawkins
Cecil Taylor
Jon Hiseman
Sonny Fortune
Randy Weston
Arthur Eugene „Art“ Simmons
Jerry Gonzáles
Charles Neville
Hugh Masekela
Matt Murphy

Eddie Shaw
Christian Burchard
Mark E. Smith

Vic Damone
Roy Clark

Abi Ofarim
Jürgen Markus
Jürgen Jürgens
Dieter Thomas Heck
Ingo Insterburg
Daniel Küblböck
Holger Biege
Julia Edenhofer
Lys Assia
Inge Borkh
Ulla Norden

Heinz Freitag

Christian Rode
Sebastian Fischer
Egon Hoegen
Douglas Rain
Hans-Jürgen Wolf
Horst Schulze

Edith Teichmann
Hille Darjes
Marie Gruber
Maria Körber

Carl Weiss
Dagobert Lindlau
Hans Ulrich Reichert
Wilfried Scharnagl
Fides Krause-Brewer
Wolf-Dietrich Stahnke

Robert Parry

Robert Basic
Michael Wilde
William Blum

Thomas Löffelholz
Franz Oexle
Thomas Leif
Günter Radtke

Hermann Fünfgeld
Wolfgang Haus
Harald Brand
Horst Buckwitz
Michael Schmetz
Jürgen Heuer
Uli Baur

Friedrich Moll
Bernd Müller
Martin Haas
Stefanie Tücking
Angelica Blechschmidt

Johann Georg Reißmüller
Johannes Alfons „Hans A.“ Nikel
Wilhelm Sandmann
Peter Preston
Ian Aitken
Robin Leach
Nicholas von Hoffman

Philipp Jenninger
Herbert Ehrenberg
Elmar Pieroth

Ulrich Wegener
Horst Herold
Harald Range
Erardo Cristoforo Rautenberg

Georg von Tiesenhausen
John Young
Alan Bean

Billy Graham
Larry Harvey

Kofi Annan
John McCain
George H. W. Bush
Barbara Bush
Stansfield Turner
Walentin Michalowitsch Falin
David Poindexter
Phan Van Khai
Guðjón Arnar Kristjánsson
Winnie Mandela
Lord Carrington
Paddy Ashdown
Ruud Lubbers
Wim Kok

Ajayan
V.S. Naipaul
Kuldip Nayar
Buddhadev Das Gupta
Tulsi Ramsay
Saidul Anam Tutul
Kader Khan

Kardinal Karl Lehmann

Hans Günter Winkler
Josef Adamec

Joachim Rønneberg
Oskar Gröning

Ingvar Kamprad
Kazuo Kashio
David Edgerton
Klaus Birkel
Helmut Maucher
Erivan Haub
Alfred Bader
Axel Hilpert
Georg Funke

Paul Bocuse
Anthony Bourdain
Gerald Uhlig

Helmut Sinn
Sonja Bata
Trevor Baylis

Robert Venturi
Roland Ostertag

Hubert de Givenchy
Kate Spade

Günther Gottmann

Rolf Budde
Inge Schönthal-Feltrinelli

Giuliano Cenci
Peter Mayle

Ursula K. Le Guin
Harlan Ellison
Larry Eisenberg

Paulus Böhmer
Wilson Harris

Jan Stressenreuter
Bob Smith
Mark Salling

Dieter Wellershoff
Edgar Hilsenrath
Christine Nöstlinger
Wilhelm Genazino
Dieter Lattmann
Jürgen Manthey
Jürg Laederach
Uri Avnery
Aharon Appelfeld

+++

Die Listen der 2010er-Jahre im Überblick:
https://duskofdigital.wordpress.com/tag/abgange-und-verabschiedungen/

Berichtsstand: 31. Dezember 2018, 21.11 h
Update: 1. Januar 2019; Horst Schulze, Hans A. Nikel und Kader Khan hinzugefügt.
Update: 2. Januar 2019; Julia Edenhofer hinzugefügt.
Update: 7. Janaur 2019; Richard Marks, Al Reinert, Maria Magdalena Ludewig hinzugefügt.
Update: 13. Janaur 2019; Angelika Gruber Schlöndorff hinzugefügt.
Update: 15. Januar 2019: Laya Raki hinzugefügt.
Update: 04. Februar 2019: Namenskorrektur Christine Nöstlinger
Update: 17. Februar 2019: Hans Günther Pflaum hinzugefügt.
Update: 11. August 2019: Michael Anderson hinzugefügt.
Update: 17. August 2019: Hans Ulrich Reichert hinzugefügt.

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Weltpremiere vor 25 Jahren: SCHINDLER’S LIST kehrt zurück

Gastbeitrag von Jean Pierre Gutzeit

Roman Polanski und Billy Wilder wurde der Titel angeboten, Wilder lehnte aus Altersgründen ab, unterhielt sich aber mit Steven Spielberg, der soeben die Rechte erworben hatte, über den Stoff. Letztlich entstand dabei Spielbergs bester Film, der zuvor mit JAWS, DUELL, 1941 oder INDIANA JONES leicht verdauliche Rummelplatz-
Unterhaltung ablieferte und wie George Lucas Genre-Versatzstücke und Comics plagiierte. Der zur fast gleichen Zeit mit ARYAN PAPERS beschäftigte Stanley Kubrick soll am Thema verzweifelt sein und fand nicht mehr die Kraft zur Umsetzung. Auf SCHINDLER’S LIST angesprochen, stellte Kubrick, zitiert nach seinem Biografen Frederic Raphael, das Unterfangen infrage: „Ist Schindlers Liste ein Film über den Holocaust? Nein, ein Film über den Erfolg!“ -> “Think that’s about the Holocaust? That was about success, wasn’t it? The Holocaust is about six million people who get killed. `Schindler’s List’ is about 600 who don’t. Anything else?” (Vermutung: Es gelingt dem deutschen Fabrikanten Schindler in der NS-Zeit auf fast märchenhaft-geglückt anmutende Weise, zugleich unter Lebensgefahr für sich und die Angehörigen, jüdische Verfolgte als Produktionsmitarbeiter von Verschleppungen abzuzweigen und in die Nachkriegszeit hinüberzuretten, weil er sie als für die Rüstungsindustrie relevant deklarierte. Ein Sonderfall in anbetracht der buchhalterisch-lückenlosen Erfassung von Sinti, Roma, Juden, Homosexuellen und politischen Abweichlern zwecks Überführung in die kontinentaleuropaweit verteilten Konzentrationslager zu dem Zweck, sich dort zu Tode zu arbeiten oder millionenfach in Massenverbrennungen respektive als Rohstoff für Seife zu enden.)

Als der Film anlief, wurde er tatsächlich zu einem kommerziellen Erfolg, und das ist durchaus als gesellschaftlicher Erfolg in Anbetracht uns noch heute täglich begegnender Haltungen des Wegsehens bei politischen Krisen zu werten. Unzählige Schulklassen sahen SCHINDLERS LISTE, und der Film löste in Deutschland Diskussionen zur Vergangenheit wie 15 Jahre zuvor bereits die US-TV-Serie HOLOCAUST (mit Meryl Streep) aus.

Kameramann Janusz Kaminski, gebürtiger Pole, verfügte über herausragende Kenntnisse zum Schwarzweissfilm und unterrichtete später auch an Filmhochschulen zu diesem Thema. (Tatsächlich waren es seine genialen Landsleute, die in den 1950er-Jahren das Großkopierwerk Mosaik-Studios in Berlin erst in die Geheimnisse der Schwarzweiß-
Kopierung einweihten.) Unmengen in Berlin entwickelte Tests mit variantenreichen Farbtafeln zu jeder Szene von SCHINDLER’S LIST huldigten einer Bildkunst der Filmgeschichte, die schon als ausgestorben galt. Bedeutsam die Szene mit Helen Hirsh (im Realleben mit anderem Namen vertreten: http://www.spiegel.de/sptv/themenabend/a-228446.html ), die als junge Haussklavin vom KZ-Kommandanten Amon Göth im Keller untergebracht wird (von ihm gehaßt, aber als Plot-Erfindung Spielbergs auch geliebt): Kaminski wünschte nach einem Dutzend Tests mit unterschiedlichsten Farbtafeln die Lippen der Film-Darstellerin zu verdeutlichen: eine Stilisierung des Lebens und der Verführung in Schwarzweiss.

Arri Contrast in Berlin-Ruhleben wurde von Herrn Spielberg schießlich nach hundertfach weltweit verschickten Negativ-Proben als Kopierwerk erwählt, das die hohe Kunst der Schwarzweiß-Entwicklung am vorzüglichsten beherrschte. Der Regisseur sah sich auch bei Serien-Filmkopien verschiedene Schwarzweissmaterialien an: einerseits von Agfa Gevaert (als zu flach und schlecht verworfen) oder von Orwo (Material, das ihm vom Look her gefiel, das aber projektionstechnisch Probleme bereitete, auch in USA, was er zutiefst bedauerte). Der Grund: zu unterschiedliche Güsse bei Orwo mit unterschiedlichen Wölbungstendenzen waren trotz guter Trocknung nicht vermeidbar. Für Deutschland wurden dennoch drei Orwo-Kopien gezogen – sie sind dann bei der Projektion rasch ausgetrocknet und vorzeitig verschlissen. Kodak-Material stand 1993 nur noch vermindert zur Verfügung und mußte allein für den deutschen Filmstart aus ganz Europa zusammengepfiffen werden. Auch eine Farbfilmentwicklungsmaschine wurde in Berlin-
Ruhleben für die Schwarzweiss-Positiventwicklung umgebaut. Ein Drittel der Gesamtauflage des 35mm-Starts wurden somit auf Kodak-Schwarzweiss-
Printmaterial kopiert (mit ein paar Inserts auf Farbfilm, die vor schwarzweissem Grund ein dem Tode geweihtes kleines Mädchen zeigen, das mit einem roten Kleid hervorgehoben wird – aufgrund von Ausbelichtungsmängeln fällt diese Szene leider technisch heraus, dabei etwas „schwammig“ wirkend). Das Kopienmanagement erfolgte unter anderem seitens Randolf Schm., dem technisch Verantwortlichen des Kinoverleihs United International Pictures in Absprache mit Manfred W. (Kopierwerksinhaber in Berlin), Letzterer wiederum in Absprache mit Spielberg, nicht zuletzt in Krakau.

Ein Debakel ereignete sich dann im von Joachim Flebbe betriebenen Premierenkino „Filmpalast Berlin“ am Kurfürstendamm (heute „Astor Filmlounge“), als die auf Triazetat-Material limitiert auf Schmitzer naß kopierte 35mm-Spezialkopie (die meisten anderen Kopien wurden vom Farbintermediate gezogen) auf dem Philips DP70-Projektor schon auf der Pressevorführung im Erstdurchlauf zerschellte. Pannen, die sich in späteren Jahren häuften. Der sogenannte Andruck der Spannbänder war auf Anschlag gestellt, und die Schaltrolle zerriss die Perforation des kompletten Films. Später und auch in anderen Kinos zum Serienstart wurden sogar DTS-Discs verwechselt, und statt SCHINDLER’S LIST hörte man den Ton von JURASSIC PARK. (Zu dieser Zeit war noch kein Freigabe-Code auf DTS enthalten, der einen Filmstart nur mit dem zugeordneten Film zuließ).

Die Blu ray-Disc hat die besten Eigenschaften der damals von Arri Contrast hergestellten Arbeitskopie auf heutigen Medien übernommen, wobei gerade auch die Feinheiten von Tri-X und Double-X Schwarzweiss-Negativfilm gut hervortreten. Qualitäten, die sich einer 35mm-Direktkopie vom Originalnegativ annähern konnten. Für die in Kürze erscheinende 4K-Version hat Spielberg nun erneut auf dieselbe 35mm-Arbeitskopie zurückgegriffen und sich vor wenigen Tagen beim damaligen Kopierwerksbetreiber für „herausragende Leistungen“ bedankt. Nach einem Vierteljahrhundert eine nicht überall gepflegte Form der Anerkennung und des Respekts vor dem Einfluß der Filmkopierwerke auf das Endprodukt. Sollten sich hoffentlich keine Fehler bei der HDR-Anwendung ereignen, könnte die UHD-Disc oder das 4K DCP nicht anders aussehen als die Blu ray-Disc, denn bei geringsten Abweichungen der Gradation käme es zu einem Kippen der Abstimmungen, und die Balance bräche in sich zusammen. (© Jean Pierre Gutzeit)

 

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Langzeiterhalt der audiovisuellen Archive, insbesondere Fernseharchive

Die Problematik des Langzeiterhalts von Beständen audiovisueller Archive, insbesondere der Fernseharchive, ist ein Thema, das in den Hauptmedien unserer Zeit recht randständig ist, denn Archive und Archivare arbeiten in der Regel stets außerhalb des gleißenden Lichtes der Öffentlichkeit, sozusagen lautlos, sie funktionieren, im besten Falle.

Ich hatte der Medienredaktion einer öffentlich-rechtlichen Rundfunk-Anstalt in Deutschland dieses Thema als mögliches Radiostück angeboten und dafür insbesondere bei einigen der deutschen Fernseharchive zu diesem Thema recherchiert.

Um das Ende vorwegzunehmen; hier die abschließende Einschätzung dieser ÖR-Medien-Redaktion nach dem Ende meiner Vorrecherchen:

…vielen Dank für Ihre weitere Recherche. Dass sie sich so umfangreich gestalten würde, war für uns als Redaktion nicht absehbar. Ich fürchte, dass das in keinem Verhältnis steht zu einer möglichen Umsetzung. Für uns als Medienmagazin sehe ich nämlich leider keine Möglichkeit, daraus einen Beitrag zu fertigen. Wie Sie schon schreiben, ist das Thema einerseits für drei bis vier Minuten Sendung zu komplex; da wir aber ein tagesaktuelles Magazin sind, können wir i.d.R. keine längeren Formate senden. Andererseits geht es sehr stark um Technik; mit diesem Aspekt befassen wir uns aber nur am Rande. Bei uns geht es um vor allem um Medieninhalte und um Medienpolitik. Bei einem Programm wie dem Deutschlandfunk, das durch Fachmagazine geprägt ist, müssen wir uns auch zu Sendungen abgrenzen, bei denen es ebenfalls um Medienthemen geht, die aber ihren Schwerpunkt etwa in Wirtschaft oder Technik haben (etwa bei „Computer und Kommunikation“). Angesichts der gegebenen Antworten der entsprechenden Funkhäuser sehe ich das Problem allerdings auch nicht als wirklich gegeben an und sehe auch keine weltpolitischen Implikationen. Sehen Sie es uns deshalb nach, wenn wir uns leider gegen Ihr Angebot entscheiden müssen.

Ja, klar: Massenmedien, Computerei und Kino-Film sind getrennte Redaktions-Schubladen und -Stuben, da verliert man leicht den interdisziplinären Blick in einer gut funktionierenden, parzellierten Medienmaschine. Zudem fällt schwer, den Langzeiterhalt von Inhalten audiovisueller Archive nicht als medienpolitisches Thema aufzufassen. Dass man die Komplexität des Themas nicht in 3 Minuten 30 dahersagen kann, ist freilich verständlich.

Um dem Thema dennoch nicht verlustig zu gehen, hier im Blog, bei Digitale Dämmerung, die einstweilige Dokumentation der Ergebnisse meiner aktuellen Recherchen.

Dabei komme ich auch auf die „weltpolitischen Implikationen“, die hier oben zitiert redaktionell nicht gesehen werden können, noch zurück.

Aber der Reihe nach:

Angefangen hatte es im September 2018 mit einem offensichtlichen Medienevent beim ZDF zu dessen Projekt „Massenumcodierung“, der Umspielung von Video-Magnetband-Inhalten auf digitale Massenspeicher; dieser Medienevent vor Ort erzeugte ein Medienecho:

Die SZ brachte am 18. September 2018 einen längeren Beitrag unter dem Titel „Digital ist besser“ zum Thema und reagierte damit vertieft auf eine dpa-Reportage, die z.B. bei Heise am 12. September 2018 online veröffentlicht wurde:

http://www.heise.de/-4162080

Die entscheidende Frage für mich blieb jedoch auch in dem nachrecherchierten SZ-Stück unbeantwortet:

Was passiert mit den (im Inhalt zumeist digital codierten) Magnetbändern nach dem Umspielen auf Festplatten-Arrays?

Es läuft nämlich unter dem Gesichtspunkt „Langzeiterhalt der Fernseharchive“ mehr oder weniger auf die Frage hinaus:

Was wird zuerst funktions-untüchtig — die Festplatten-Arrays oder der letzte typgerechte Videorecorder, der i.d.R. langlebige Video- Kassetten-Aufzeichnungen in Echtzeit auslesen kann?

Ich hatte zur Problematik des Langzeiterhalts von IT-Technik basiertem Content vor einigen Jahren einen Universtitätsvortrag gehalten:

Berliner Vorlesung, 2014

LINK https://duskofdigital.files.wordpress.com/2014/07/berlinervorlesung.pdf

Unseren Nachkommen wird es vielleicht gelingen, die Information unmittelbar vom Magnetband auszulesen — etwa per höchstauflösender Magnetfelderkennung, ohne rotierende Videoköpfe der dann wirklich obsoleten Videorekorder-Hardware für Echtzeit-Ausspielen. Was dem gern vorgebrachten Obsoleszenz-Argument zumindest einmal etwas entgegen setzt.

Wenn die Video-Bänder dann aber nach der Umspielung auf heutige HDD-
Arrays vernichtet werden würden (im Gegensatz zu den nostalgischen Filmstreifen, die ebenfalls in den Archiven liegen, derzeit gesäubert und digitalisiert werden, auch zur Einspielung auf HDD-Arrays), dann bleibt nur noch das bange Hoffen, die Arrays langfristig (mit Strom, mit Nachschub an Ersatzteilen, mit funktionierenden Chips/ICs, im möglicherweise kollabierenden Welthandel) am Laufen zu halten…

Von Seiten der Medien-Redaktion aus der Radiostation gab es zu meinem ursprünglichen Beitragsangebot zunächst diese Rückmeldung:

Es wirkt für mich so, als ob die meisten Anstalten sich viele Gedanken über die Langzeitsicherung ihrer Archive gemacht haben und da auch seit längerem recht fleißig dran sind. Nun wäre die zentrale Frage, ob die Anstalten auch auf den von Ihnen skizzierte Fall vorbereitet sind, dass die Arrays womöglich den Geist aufgeben. Vielleicht gibt es da auch schon lange Pläne und Sicherheitsvorkehrungen – dann wäre das Ganze nicht unbedingt ein Beitragsthema. Ihre These wäre ja: Die Anstalten sichern, aber sichern nicht gut genug bzw. sind nicht auf alle Eventualitäten vorbereitet.

Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie das Thema erstmal ein bisschen anrecherchieren könnten und bei zwei, drei Anstalten nachfragen könnten, wie sie es mit dem eventuellen Ausfall der Arrays halten und ob es einen Plan B gibt oder das Material dann komplett verloren wäre.

Grund genug also für interessiertes Nachfragen:
beim ZDF, beim SWR und beim BR.

Zunächst die schriftliche Anfrage an den SWR:

Das Projekt „Massenumcodierung“ der Fernseh-Magnetbänder beim ZDF erzeugte im September ein interessiertes Medien- und Presse-Echo, z.B. in der dpa-Reportage von Oliver von Riegen (bei Heise online am 12.09.18) oder in dem SZ-Beitrag von Karoline Beisel vom 18. September. Dabei wurden auch die Restaurierungsmaßnahmen und Sicherungsprojekte beim SWR erwähnt.

Als promovierter Medienrestaurator und Publizist auf diesem Gebiet schienen mir mit dem Aspekt der Langzeitsicherung in diesen Presse- Reportagen allerdings viele entscheidende Fragen noch offen.

[…]

Insofern möchte ich, wenn Sie gestatten, Ihnen vor einem evt. Telefonat oder möglichem Interviews gerne ein paar meiner Gedanken und Fragen voranstellen.

1. Frau Kerstin Eberhard als Projektleiterin von „Massenumcodierung“ beim ZDF wird im direkten Zitat des SZ-Beitrags wörtlich zitiert mit: „Ich bin nicht mehr die Hüterin der Sicherheit der Bestände. Das ist jetzt die IT“.
Die Kernkompetenz von AV-Archivaren bestand von Beginn an in der Kontrolle der Speichermaterie als Grundlage des Langzeiterhalts.
Teilt der SWR diese Auffassung, wonach die Supervision über die Speichermaterie auf archiv-fremde IT-Spezialisten übertragen werden soll?

2. Bei der Audiodigitalisierung nach der Jahrhundertwende wurden vom WDR die alten analogen Sendebänder in Lagerhäusern massen-eingelagert, um bei einem Totalausfall der Digitalisate auf die originalen Sendebänder noch zurückgreifen zu können.
Werden beim SWR die alten Sendebänder (analog und digital) nach dem Abschluß der Überspielungen auf Disk-Arrays vernichtet oder bleiben diese dauerhaft archiviert oder wird der SWR dem Beispiel WDR folgen und diese in Lagerhäusern massen-einlagern?

3. Der Betrieb von Disk-Arrays als Grundvoraussetzung für Langzeiterhalt der digitalisiert vorliegenden Inhalte ist abhängig von Ressourcen. Diese sind, neben anderen, permanente Strom/Energiezufuhr, Ersatzteile der Systeme (Motherboards), Ersatz-Speicher für ausgefallene Speichermodule.
Wie will der SWR in Zeiten zunehmend problematischen Welthandels und damit verbundener, zunehmend problematischer internationaler Arbeitsteilung die Versorgung mit diesen Ressourcen für einen Langzeiterhalt sicherstellen?
Wie will der SWR mögliche Sabotage auf Hardware-Ebene (wie sie in der Erstberichterstattung durch Bloomberg gerade verdeutlicht wurde) verhindern?

4. Wie sind die Pläne und Sicherheitsvorkehrungen des SWR für den Fall eines Totalausfalls der verwendeten, physischen Disk-Arrays, die derzeit mit Inhalten bespielt werden?
In welcher Redundanzstufe werden beim SWR Disk-Arrays vorgehalten bzw. aufgebaut? Gibt es oder soll es eine LTO-Bandsicherung des Gesamtarchivs geben?
Was ist der „Plan B“ des SWR für den Fall des Totalausfalls dieser Disk-Array-Einheiten?

5. Wie steht der SWR zum Thema Grundlagenforschung auf dem Gebiet der direkten, hochauflösenden Magnetfelderkennung von Mangetbändern (unter Umgehung von rotierenden Videoköpfen und obsoleter Videorekorder- Hardware)?

6. In welcher Auflösungsstufe werden beim SWR Film-Materialien digitlisiert, remastert und archiviert (16mm/35mm, Negativ/Umkehr/Kopien, sw/farbe)?
Werden die Ausgangsmaterialien auf Filmträger dauerhaft archiviert oder werden diese nach Abschluß der Digitalisierung vernichtet?

Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir im Vorwege hier einige Antworten zukommen lassen könnten.

Hier die Antwort vom SWR:

…vielen Dank für Ihre Anfrage, die wir gerne beantworten:

1. Frau Kerstin Eberhard als Projektleiterin von „Massenumcodierung“ beim ZDF wird im direkten Zitat des SZ-Beitrags wörtlich zitiert mit: „Ich bin nicht mehr die Hüterin der Sicherheit der Bestände. Das ist jetzt die IT“.
Die Kernkompetenz von AV-Archivaren bestand von Beginn an in der Kontrolle der Speichermaterie als Grundlage des Langzeiterhalts.
Teilt der SWR diese Auffassung, wonach die Supervision über die Speichermaterie auf archiv-fremde IT-Spezialisten übertragen werden soll ?

Antwort 1: Die Rechenzentren des SWR werden von IT-Spezialisten administriert. Das Sicherheitskonzept (Redundanz, CopyPools, Brandabschnitte, Verteilung auf mehrere Gebäude bzw. Standorte etc.) wurde vom SWR Archiv als Anforderungsgeber gemeinsam mit der IT definiert. Ein Zugriff auf die Archivbestände erfolgt über die Archivdatenbank FESAD, die Datenhoheit und die Kontrolle der Zugriffe liegt damit weiterhin bei den Archiven.

2. Bei der Audiodigitalisierung nach der Jahrhundertwende wurden vom WDR die alten analogen Sendebänder in Lagerhäusern massen-eingelagert, um bei einem Totalausfall der Digitalisate auf die originalen Sendebänder noch zurückgreifen zu können.
Werden beim SWR die alten Sendebänder (analog und digital) nach dem Abschluß der Überspielungen auf Disk-Arrays vernichtet oder bleiben diese dauerhaft archiviert oder wird der SWR dem Beispiel WDR folgen und diese in Lagerhäusern massen-einlagern?

Antwort 2: Die Digitalisierung des SWR Audio und Video) erfolgt nicht auf „Disk-Arrays“, sondern auf eine mehrstufige Speicherinfrastruktur (Disk und LTO Robotik, 4-fach redundant, über 2 Standorte). Im Falle der Audiotonbänder in 24bit linear Wave, die Videobänder als XDCAM und teilweise zusätzlich als DNxHD. Die physischen Bänder werden nach einer definierten Sicherheitsverwahrung (12 – 18 Monate nach Digitalisierung, nach Qualitätskontrolle der Digitalisate) vernichtet.

3. Der Betrieb von Disk-Arrays als Grundvoraussetzung für Langzeiterhalt der digitalisiert vorliegenden Inhalte ist abhängig von Ressourcen. Diese sind, neben anderen, permanente Strom/Energiezufuhr, Ersatzteile der Systeme (Motherboards), Ersatz-Speicher für ausgefallene Speichermodule.
Wie will der SWR in Zeiten zunehmend problematischen Welthandels und damit verbundener, zunehmend problematischer internationaler Arbeitsteilung die Versorgung mit diesen Ressourcen für einen Langzeiterhalt sicherstellen?
Wie will der SWR mögliche Sabotage auf Hardware-Ebene (wie sie in der Erstberichterstattung durch Bloomberg gerade verdeutlicht wurde) verhindern?

Antwort 3:
– die beiden Hauptkomponenten der SWR Rechenzentren (Disk-Array für den Cache, LTO Bandrobotik als Massenspeicher) werden 24/7 von Qualtätssicherungsmechanismen überwacht, drohende oder auftretende Defekte werden erkannt und durch die Redundanz ohne Datenverlust durch Ersatzteile „geheilt“. Zyklisch (ca. alle 4-5 Jahre) erfolgt die Migration der Bestände (zB LTO5 nach LTO7) und/oder der vollständige Ersatz der Infrastruktur durch die nächste Generation. Gegen Sabotage sind die Systeme durch robuste Sicherheitskonzepte geschützt (physische Zugangskontrollen, unterbrechungsfreie Stromversorgung, mehrstufiger Brandschutz, digitale „Isolierung“ der Netze gegen das Internet, etc.), die Redundanz über mehrere Gebäude bzw. Standorte soll bei Totalverlust eines Standorts (Brand o.ä.) die Integrität des Archivs durch den zweiten Standort sichern.

4. Wie sind die Pläne und Sicherheitsvorkehrungen des SWR für den Fall eines Totalausfalls der verwendeten, physischen Disk-Arrays, die derzeit mit Inhalten bespielt werden?
In welcher Redundanzstufe werden beim SWR Disk-Arrays vorgehalten bzw. aufgebaut? Gibt es oder soll es eine LTO-Bandsicherung des Gesamtarchivs geben ?
Was ist der „Plan B“ des SWR für den Fall des Totalausfalls dieser Disk-Array-Einheiten ?

Alle Fragen wurden mit Antwort 3 beantwortet.

5. Wie steht der SWR zum Thema Grundlagenforschung auf dem Gebiet der direkten, hochauflösenden Magnetfelderkennung von Mangetbändern (unter Umgehung von rotierenden Videoköpfen und obsoleter Videorekorder- Hardware) ?

Antwort 5: Wir setzen auf den Industriestandard der Abspielgeräte und werden mit der Digitalisierung weit vor Eintreten völliger Obsoleszenz der Technik fertig sein. Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit haben wir keine Ressourcen für Forschung und Entwicklung auf diesem Feld.

6. In welcher Auflösungsstufe werden beim SWR Film-Materialien digitlisiert, remastert und archiviert (16mm/35mm, Negativ/Umkehr/Kopien, sw/farbe) ?
Werden die Ausgangsmaterialien auf Filmträger dauerhaft archiviert oder werden diese nach Abschluß der Digitalisierung vernichtet?

Antwort 6: Alle Filme (16mm/Super16mm/35mm, Negativ/Umkehr, sw und farbe) werden im SWR im zentralen Filmkühllager (6°) dauerhaft aufbewahrt, „für die Ewigkeit“. Bei Bedarf können sie zukünftig in der Auflösung abgetastet werden, die dem dann gewünschten Nutzen (2K, 4K, 8K) entspricht.
Die zugehörigen Sendefassung werden von Kassette in XDCAM HD / 24 Bit Audio (teilweise auch in DnxHD 185x) im Rahmen des Kassettendigitalisierungs-Projekts erzeugt und dienen als Vorlage für die künftige Neubearbeitung der Filme (Blenden, Effekte, Postpro, Sendetonmischung, Internationaler Ton, etc.) in der digitalen Farbkorrektur.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Utz
Unternehmenssprecher

SWR
Südwestrundfunk


Dann die schriftliche Anfrage an das ZDF:

Guten Tag nach Mainz,

Das Projekt „Massenumcodierung“ der Fernseh-Magnetbänder erzeugte im September ein interessiertes Medien- und Presse-Echo, z.B. in der dpa-Reportage von Oliver von Riegen (bei Heise online am 12.09.18) oder in dem SZ-Beitrag von Karoline Beisel vom 18. September.

Als promovierter Medienrestaurator und Publizist auf diesem Gebiet schienen mir mit dem Aspekt der Langzeitsicherung in diesen Presse- Reportagen allerdings viele entscheidende Fragen noch offen.

[…]

Insofern möchte ich Ihnen vor einem Telefonat oder möglichem Interviews gerne ein paar meiner Gedanken und Fragen voranstellen.

1. Frau Kerstin Eberhard als Projektleiterin von „Massenumcodierung“ wird im direkten Zitat des SZ-Beitrags wörtlich zitiert mit: „Ich bin nicht mehr die Hüterin der Sicherheit der Bestände. Das ist jetzt die IT“.
Die Kernkompetenz von AV-Archivaren bestand von Beginn an in der Kontrolle der Speichermaterie als Grundlage des Langzeiterhalts. Warum gibt das Archiv des ZDF mit seinem gesamten Archiv-Know-How seit 55 Jahren diese Kernkompetenz nun an die Informationstechnologie ab ? Was passiert mit den Filmbeständen im Fernseharchiv?

2. Bei der Audiodigitalisierung nach der Jahrhundertwende wurden vom WDR die alten analogen Sendebänder in Lagerhäusern massen-eingelagert, um bei einem Totalausfall der Digitalisate auf die originalen Sendebänder noch zurückgreifen zu können.
Werden beim ZDF die alten Sendebänder (DVC PRO und DigiBetacam) nach dem Abschluß des Projektes Massenumcodierung vernichtet oder bleiben diese dauerhaft archiviert oder wird das ZDF dem Beispiel WDR folgen und diese in Lagerhäusern massen-einlagern?

3. Der Betrieb von Disk-Arrays als Grundvoraussetzung für Langzeiterhalt der digitalisiert vorliegenden Inhalte ist abhängig von Ressourcen. Diese sind, neben anderen, permanente Strom/Energiezufuhr, Ersatzteile der Systeme (Motherboards), Ersatz-Speicher für ausgefallene Speichermodule.
Wie will die IT-Abteilung des ZDF in Zeiten zunehmend problematischen Welthandels und damit verbundener, zunehmend problematischer internationaler Arbeitsteilung die Versorgung mit diesen Ressourcen für einen Langzeiterhalt sicherstellen?
Wie will das ZDF mögliche Sabotage auf Hardware-Ebene (wie sie in der Erstberichterstattung durch Bloomberg gerade verdeutlicht wurde) verhindern?

4. Wie sind die Pläne und Sicherheitsvorkehrungen des ZDF für den Fall eines Totalausfalls der beiden physischen Disk-Arrays, die derzeit mit Inhalten bespielt werden? – Gibt es oder soll es eine LTO- Bandsicherung des Gesamtarchivs geben ?
Was ist der „Plan B“ des ZDF für den Fall des Totalausfalls der beiden Einheiten ?

5. Wie steht das ZDF zum Thema Grundlagenforschung auf dem Gebiet der direkten, hochauflösenden Magnetfelderkennung von Mangetbändern (unter Umgehung von rotierenden Videoköpfen und obsoleter Videorekorder- Hardware) ?

Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir im Vorwege hier einige Antworten zukommen lassen könnten.

Hier die Antwort vom ZDF, mediadesk, Presseabteilung:

…anbei finden Sie nun die Antworten auf Ihre Fragen.

1. Frau Kerstin Eberhard als Projektleiterin von „Massenumcodierung“ wird im direkten Zitat des SZ-Beitrags wörtlich zitiert mit: „Ich bin nicht mehr die Hüterin der Sicherheit der Bestände. Das ist jetzt die IT“.
Die Kernkompetenz von AV-Archivaren bestand von Beginn an in der Kontrolle der Speichermaterie als Grundlage des Langzeiterhalts. Warum gibt das Archiv des ZDF mit seinem gesamten Archiv-Know-How seit 55 Jahren diese Kernkompetenz nun an die Informationstechnologie ab ? Was passiert mit den Filmbeständen im Fernseharchiv?

Das ZDF-Programarchiv definiert sich als Produktionsarchiv und setzt auf die enge Vernetzung mit der Produktions- und Sendeinfrastruktur des Hauses.

Der Archivspeicher ist netzwerktechnisch eingebettet in das IT-
basierte Produktionsumfeld. In dieser Schicht ist das Archivsystem Teil der übergeordneten IT-Sicherheitsarchitektur des ZDF und unterliegt einem mehrstufigen Sicherheitskonzept, wie dies für große Rechenzentren Standard ist (personalisierte Zugangskontrollen, unterbrechungsfreie Stromversorgung, per Firewall geschützter autarker Systembetrieb etc.). Der störungsfreie Betrieb innerhalb dieses Systemnetzwerks wird von den Kollegen der IT administriert und verantwortet. Alle technischen Zugriffe auf die ABD-Systeme sind über Nutzerrollen definiert und reguliert. Die jeweiligen Berechtigungsstufen legt das Archiv fest.

Ebenso definiert das Archiv in enger Abstimmung mit der IT die Anforderungen für den gesicherten Betrieb des Archivspeichers. Dies betrifft exemplarisch die Anforderungen zur redundanten Vorhaltung, zur Festlegung des Speicherbedarfs, der Archivierungsstandards und verwendeten Codecs, der automatisierten Prüfroutinen zur Qualitätssicherung der Essenzen, der Migrationszyklen usf. Die konzeptionelle und technische Umsetzung der Anforderungen obliegt den IT-Spezialisten. Die Qualitätskontrolle der eigentlichen Digitalisate (Essenzen) sowie insbesondere der hierzu generierten Metadaten ist weiterhin Aufgabe des Archivs.

2. Bei der Audiodigitalisierung nach der Jahrhundertwende wurden vom WDR die alten analogen Sendebänder in Lagerhäusern massen-eingelagert, um bei einem Totalausfall der Digitalisate auf die originalen Sendebänder noch zurückgreifen zu können.
Werden beim ZDF die alten Sendebänder (DVC PRO und DigiBetacam) nach dem Abschluß des Projektes Massenumcodierung vernichtet oder bleiben diese dauerhaft archiviert oder wird das ZDF dem Beispiel WDR folgen und diese in Lagerhäusern massen-einlagern?

Alle im Rahmen des Projekts „Massenumcodierung“ bearbeiteten Videobänder (DVCPro, Digital Betacam, HDCAM) werden nach der Überspielung zunächst wieder eingelagert. Nach dem endgültigen Auslaufen der Wartungsverträge und der garantierten Ersatzteilversorgung für die am Markt bereits seit Längerem nicht mehr verfügbaren Abspielgeräte, wird das klassische Videoband im ZDF als Speichermedium und Backup voraussichtlich ab Mitte des kommenden Jahrzehnts ausgedient haben. Als Option wird stattdessen eine zusätzliche Auslagerung der digitalen Archivbestände (Daten+Essenzen) an einem campusunabhängigen Standort geprüft (Disaster Recovery). Über den konkreten Zeitpunkt zur Aussonderung der Videokassetten wird frühestens 2021, also nach Abschluss des Projekts „Massenumcodierung“ entschieden. Das im ZDF in einem speziell klimatisierten Magazin eingelagerte Filmmaterial bleibt unbefristet archiviert und wird bei Bedarf weiterhin als Master für die Neuabtastung herangezogen.

3. Der Betrieb von Disk-Arrays als Grundvoraussetzung für Langzeiterhalt der digitalisiert vorliegenden Inhalte ist abhängig von Ressourcen. Diese sind, neben anderen, permanente Strom/Energiezufuhr, Ersatzteile der Systeme (Motherboards), Ersatz-Speicher für ausgefallene Speichermodule.
Wie will die IT-Abteilung des ZDF in Zeiten zunehmend problematischen Welthandels und damit verbundener, zunehmend problematischer internationaler Arbeitsteilung die Versorgung mit diesen Ressourcen für einen Langzeiterhalt sicherstellen?
Wie will das ZDF mögliche Sabotage auf Hardware-Ebene (wie sie in der Erstberichterstattung durch Bloomberg gerade verdeutlicht wurde) verhindern?

Im Digitalen Archivsystem des ZDF setzen wir bei der Speicherung des Produktionsmaterials Disk-Arrays nur als Zwischenspeicher ein. Als Massenspeicher wird eine LTO-basierte Bandrobotik eingesetzt, die vollredundant an zwei Standorten betrieben wird. In einem Zyklus von 4-5 Jahren wird die relevante Infrastruktur durch eine neue Generation ersetzt und die Video-Bestände zur übernächsten Bandgeneration (z.Z. LTO5 => LTO7) migriert. Eine Überwachungsprogramm prüft rund um die Uhr diese Hardware und meldet Unregelmäßigkeiten (z.B. Schreib-/
Lesefehler oder Performanceverlust von Lesegeräten) rechtzeitig, sodass etwaige Band- bzw. Hardwareausfälle frühzeitig erkannt und behoben (ausgetauscht) werden können. Relevanter Inhalt, auf den als Zwischenspeicher genutzten Disk-Arrays, wird täglich einem LTO-
basiertem Backup zugeführt, sodass auch diese Daten vor Ausfällen gesichert sind. Alle produktionsrelevanten Systeme, darunter auch das Digitale Archivsystem, sind gegen Hardware-Sabotage durch geeignete Zutritts-, Zugangs- und Zugriffskontrollen gesichert.

4. Wie sind die Pläne und Sicherheitsvorkehrungen des ZDF für den Fall eines Totalausfalls der beiden physischen Disk-Arrays, die derzeit mit Inhalten bespielt werden? – Gibt es oder soll es eine LTO- Bandsicherung des Gesamtarchivs geben ?
Was ist der „Plan B“ des ZDF für den Fall des Totalausfalls der beiden Einheiten ?

Die Bestände werden wie oben beschrieben bereits auf LTO-Band gesichert und auf komplett redundanter Infrastruktur über mehrere Gebäude hinweg betrieben. Zudem arbeiten wir gerade an einem Konzept zur Auslagerung der Daten an einen dritten Standort (Disaster Recovery).

5. Wie steht das ZDF zum Thema Grundlagenforschung auf dem Gebiet der direkten, hochauflösenden Magnetfelderkennung von Mangetbändern (unter Umgehung von rotierenden Videoköpfen und obsoleter Videorekorder- Hardware) ?

Da wir frühzeitig mit der Migration der Bänder begonnen haben, wurde ausreichend Videorecorder-Hardware beschafft, sodass wir ab dem Jahr 2021 den kompletten Archivbestand digitalisiert auf LTO-Band abgelegt haben werden.


Mit Rainer Tief als Leiter der Archive beim Bayerischen Rundfunk in München durfte ich am 31. Oktober 2018 ein halbstündiges Hintergrundgespräch führen.

Dieses Gespräch mit Rainer Tief ist als mp3-Datei erhalten und sei hier dokumentiert:

LINK  http://polzerpublish.org/aud/BR_Archiv_181031.mp3


Eine erste inhaltlichen Conclusio meiner bisherigen Recherche:

1. Die technischen und – damit zusammenhängend – weltpolitischen Implikationen:

Der Erhalt des zusammengefügten Archivbestandes in Massenspeichern ist abhängig von Ressourcen. Sofern die internationale Arbeitsteilung in der Produktion, die Hoch-Skalierung der Produktionsstraßen für Massenproduktion von Elektronica allerdings in nur wenigen, auf dem Globus verteilten Fabriken, der ungehinderte Welthandel sowie der internationale Währungsaustausch/Währungskompatibilität ernsthaft ins Trudeln kommen sollte, gibt es mit dem langfristigen Erhalt der Fernseharchive massive Probleme, aber natürlich nicht nur dort. Man könnte für ein solches Szenario dann bezogen auf Fernseharchive gar von einem peripheren Problem reden. Eine Kulturgeschichte des Fernsehens würde sich unter diesen Bedingungen jedoch nicht mehr darstellen lassen. In der Vor-Trump-Ära galt man als dystopiensüchtiger Phantast, wenn man auf solche Szenarien hinwies. Inzwischen ahnt man, wie die Dinge auch laufen können.

Dass man die kommende Dekompostierung des Welthandels mit den oben skizzierten Auswirkungen durch einen heraufziehenden Welt-Konflikt im Hegemonialkampf zwischen USA und China-Russland in den Redaktionsstuben nicht antizipieren will, finde ich tragisch; dass man als Nicht-Archiv-Experte sich nicht in eine ARD-interne Auseinandersetzung um Archivstrategien des Langzeiterhalts selbstreflektiv hinein begeben will – oder diese überhaupt erst einmal einzufordern —, ist allerdings mehr als verständlich.


2. Die kulturgeschichtlichen Implikationen:

Die Bundesregierung bezahlt im Staatsauftrag den Betrieb des Barbara-Stollens, in dem die wichtigsten nationalen Dokumente und Zeitzeugnisse als Textdokumente oder Abbildungen auf Mikrofilm für einen Langzeiterhalt (Zeit-Horizont 100 bis 500 Jahre) eingelagert werden.

Für den audiovisuellen Bereich fehlt ein solches Instrument, eine solche Selektion von Einzelwerken für den Langzeiterhalt. Zwar wird bei Fernseharchiven zwischen wertvollen und langfristig zu erhaltenden Materialstücken auf Filmstreifenträger und entsorgbaren Magnetbändern in der Regel unterschieden. Die Recherchen haben jedoch auch gezeigt, dass die Produktionslogik der Produktionsarchive und ihre zeitgenössischen Technikvorgaben die Frage des Langzeiterhalts mit seinem grundlegenden „Store and Ignore“-Prinzip komplett überdeckt hat, auch weil Archivfragen und Fragen des Langzeiterhalts eben der Produktionslogik zu folgen haben.

Im Prinzip wird davon ausgegangen, dass der Mittelzustrom zum Erhalt der großen Speicher-Arrays nie versiegen wird, so wie es die gesetzliche Garantie des Bürgerbeitrags-Fernsehens mental präjudiziert. Dies ist verbunden an’s Axiom, dass der Servicevertrag der ausgesourcten IT-Wartung den Betrieb der Speicher-Arrays garantieren wird und Overnight-Delivery aus aller Welt mit ihren Zwischenlagern den Rest übernehmen — und nie versiegen wird. Es ist absehbar, dass dies mit Punk 1 kollidieren wird. Ob im Krisenfall dann genaug Zeit bleiben wird, bei dann akutem Bedarf techno-methodisch überhaupt Technologie-bedingt umzuschwenken zu können, bleibt diskussionswürdig.

Die Vernichtung der Magnetbänder statt zumindest ihrer Masseneinlagerung halte ich jedenfalls unter den geschilderten Bedingungen für Kulturfrevel. Im Rahmen eines Produktionslogikprimats geht es stets um „Assets“, also das Ganze. Aus kulturgeschichtlicher Perspektive geht es aber immer um das einzelne Werk, um ein Einzelstück. Wenn der Aufwand steigen sollte, wegen Hardware-Obsoleszenz an Magnetbandinhalte heranzukommen, geht es nicht mehr um „alle Assets“, sondern um das individuelle Einzelstück. Wenn die Array-Technologie ihren Geist aufgeben sollte, gibt es anschließend keine Möglichkeit mehr, an das Einzelstück heranzukommen, weil die totalitäte Array-Struktur stets das Einzelne im Ganzen auflöst.

Erschwerend kommt hinzu, dass die tradierte Technik für einen Langzeiterhalt audiovisueller Inhalte sich gerade in Abwicklung befindet: Die beiden Filmkopierwerkbetriebe beim Bundesarchiv-Filmarchiv in Koblenz und Berlin-Hoppegarten als Einrichtungen des BMI sind entweder vor kurzem abgewickelt worden oder befinden sich kurz vor einer Abwicklung.

Auch wenn die kameralistischen Etattöpfe von BMI mit seinem Bundesarchiv-Filmarchiv und diejenigen für eine Grundförderung für die Gesamtdigitalisierung der audiovisuellen Bestände der Filmarchive mit einer angegebenen Summe von 100 Millionen Euro aus dem davon getrennten Etat des BKM stammen, handelt es sich, vom Gesamthaushalt des Bundes aus gesehen, um eine Querfinanzierung, auf jeden Fall auch dann, sofern das Bundesarchiv-Filmarchiv von der Grütters-Förderung profitieren sollte. Auch dort träumt man inzwischen, nach Jahrzehnten konservativer Modalität, von ganz riesigen Speicher-Arrays.

Die Querfinanzierung – Abschaffung der Filmkopierwerke, Anschaffung von Digitalisierungsprojekten von filmmaterial-basierten Werken – wird vom BKM mit Verweis auf die Federführung der Berliner Kinemathek SDK in der Sache heftig bestritten, wie die laufende Korrespondenz aufgrund einer Eingabe von Jean Pierre Gutzeit, einem unserer Gastautoren in diesem Blog, zeigt:

LINK http://polzerpublish.org/dok/BKM_Filmerbe_181113.pdf

Auch der Historiker Dirk Alt kritisiert die mangelnde Langzeitperspektive bei den Digitalisierungsprojekten der Filmarchive — vor allem beim BArch-FA — ebenfalls in einem aktuellen Zeitungsbeitrag:

LINK https://www.neues-deutschland.de/artikel/1105878.rohfilm-bitte-in-jahren-wiederkommen.html


3. Die medien- und rechtspolitischen Implikationen:

Der große Aufwand in der Umspielung der Filmmaterialen und Videobänder/-kassetten auf Massenspeicher (Disk Arrays/LTO-Bandroboter) deutet auf neue, inhaltliche Anwendungsmöglichkeiten, für die es aber keine rechtlichen Grundlagen oder nur rechtliche Erschwernisse/Verhinderungen gibt. Weder ist derzeit ein „Open Television Archive“ denkbar, noch die Rekonstruktion ganzer Sendetage für die Öffentlichkeit („Retro-TV“). Rundfunkstaatsvertrag, Urheberrechte und Persönlichkeitsrechte verhindern hier die inhaltliche Weiter-Entwicklung im Nachvollzug des technischen Wandels durch die fortschreitende Digitalisierung. Die Erkenntnis, dass das Beste am öffentlich-rechtlichen Rundfunk seine Programmgeschichte ist, hat sich bislang noch nicht durchsetzen können. Die Idee einer Deutschen Mediathek durch Falkenberg und Leiser aus den 1980er-Jahren wurde durch die Online-Revolution überrollt, was schließlich zum gängigen Depublizieren nach der 7-Tage-Frist bei der öffentlichen Vorhaltung führte.


Wahrscheinlich ist davon auszugehen, dass Rudimente der Programmgeschichte des Fernsehens sich in den Privatbeständen der ehemaligen Zuschauer durch Eigenaufzeichnung oder Kaufmedien am Längsten erhalten werden, weil dort das Prinzip des geographisch distribuierten Store and Ignore in Multiredundanz vorherrscht.

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Potsdam und der Overtourism

Das in dem Interview bei Christian Hönicke im Berliner Tagesspiegel vom 21. November 2018 vom Tourismusexperten Stephen Hodes zur lokalen Zerstörungkraft des Massentourismus Gesagte, gilt nicht etwa nur für Venedig, Barcelona, Amstersdam, Prag und Berlin, sondern inzwischen – aus eigener Anschauung – auch für die Innenstadt von Potsdam.

Während die lokale politische Elite noch vom Siegeszug der Hotelwirtschaft als ökonomischer Wachstumslokomotive der Gewerbesteuereinnahmen träumt, überrennen mittlerweile Busladungen voller Touristenhorden die überschaubare Potsdamer Innenstadt mit ihren rund 15.000 Einwohnern und benehmen sich entsprechend der Beschreibungen des Tourismusexperten, allem Barbariniglanzniveau zum Trotz. Die Landeshauptstadt versteht sich gesellschaftlich primär als Geldausgeber für die gesellschaftliche Elite an Forschern und öffentlichen Verwaltern, finanziert aus den Töpfen des Stadthaushaltes, des Bundeslandes, des Bundes und der EU.

Warum man etwa in der engen Gutenbergstraße einen Bus Stop für die große Reisebusse hinsetzte, muß mit den nicht ganz taufrischen Einschätzungen auf dem nicht ganz aktuellen Stand der Erkenntnisse in der Potsdamer Lokalpolitik zusammenhängen. Und dass schließlich niemand etwas gegen die dauernd in Routenschleife in Schrittgeschwindigkeit kreuzend-schleichenden, bereits ausgesonderten, Sightseeingbusse der 1970er-Baujahre mit ihrem Diesel-Brikettausstoß ohne Partikelfilter und deren Feinstaub- und Stickoxidbelastung für die, die da nicht drin sitzen, tun will, spricht ebenfalls Bände der Ignoranz an Sorglosigkeit.

Hier entsteht in der Tat Handlungsbedarf.

Es hieß so schön und treffend: Der Tourist zerstört das, was er sucht, indem er es findet. Auch in Potsdam.

https://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/sonntag/tourismusmanager-warnt-vor-overtourism-in-zehn-jahren-sind-unsere-staedte-komplett-zerstoert/23647312-all.html

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Der Kampf um die Kontrolle über die Digitale Materie

Journalistische Analyse auf Spitzenniveau bei „The Register“ in diesem Beitrag von Kieren McCarthy unter Mitarbeit von Thomas Claburn und Chris Williams vom 4. Oktober 2018 zur Bloomberg-Berichterstattung über Spionage-Chips, die bei der Lohnfertigung in China im dortigen Regierungsauftrag auf die Hauptplatinen von Rechenzentren-Servern des US-Server-Herstellers Super Micro montiert worden sein sollen, damit sie im Einsatz u.a. bei Apple, Amazon-AWS und zirka 30 weiteren Organisationen zur Informationsaufklärung und Software-Manipulierung im Sinne Chinas ihre Wirkungen entfalten können sollen.

https://www.theregister.co.uk/2018/10/04/supermicro_bloomberg

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Texte zur Lage

Einige Links zu lesenswerten Texten zwecks besserem Verständnis der gegenwärtigen Lage:

Tomasz Konicz am 20. September 2018 bei Telepolis über den neuen, drohenden Krisenschub durch Handelskriege samt autoritärer Wende

https://www.heise.de/tp/features/Auf-Crashkurs-4168902.html?view=print

Tomasz Konicz am 10. September 2018 bei Telepolis zur heraufbrausenden „braunen Staatsfraktion“. Im Text wird die Ursache des Aufstiegs der Neuen Rechten klar benannt: der systemische Krisenprozess, der eine Systemtransformation – nach Konicz – unabdingbar macht.

https://www.heise.de/tp/features/Die-braune-Staatsfraktion-4158406.html?view=print

Von Tomasz Konicz erscheint demnächst das Telepolis-Ebook „Faschismus im 21. Jahrhundert“.

Roland Benedikter am 15. Juli 2018 bei Telepolis mit einer Kritik an 1968 aus heutiger Zeitlage, zum 50. Jahr der Zeitwende als erneute Zeitenwende

https://www.heise.de/tp/features/Gealterter-Idealismus-Zur-Kritik-von-1968-aus-heutiger-Zeitlage-4093851.html?view=print

Alex Meyer am 12. September 2018 in der NZZ DIGITAL über Akademisches Leben in den USA jenseits von Offenheit, Neugier und Wahrheitssuche am Beispiel Harvard/Cambridge Mass., in historischen Vergleich zwischen den 1980er-Jahren und heute

https://www.nzz.ch/feuilleton/diversitaet-zaehlt-mehr-als-wahrheit-wie-sich-die-akademie-ins-intellektuelle-abseits-manoevriert-ld.1419007

Lars Jaeger am 14. September 2018 bei Telepolis über Technologische Allmachtphantasien im „Silicon Valley Dream“

https://www.heise.de/tp/features/Technologische-Allmachtphantasien-4164885.html?view=print

Wolf Reiser am 11. September 2018 bei Telepolis am 17. Jahrestag von 9/11 über den Anfang vom Ende der deutschen Medien oder über das „Komplettversagen der Linken, dass sie sich die Sache mit der Lügenpresse von den Dumpfbacken der Pegida aus der Hand nehmen ließ“

https://www.heise.de/tp/features/Two-Riders-were-approaching-Der-Anfang-vom-Ende-der-deutschen-Medien-4158735.html?view=print

Erstveröffentlicht am 19. Juni 2018 bei rubikon.news mit der Unterzeile „Am 11. September 2001 begann der Niedergang der Medienwelt.“

https://www.rubikon.news/artikel/der-anfang-vom-ende

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Die staatliche Rundfunkkommission und ihr neuer „Medienstaatsvertrag“

Heute eingereicht bei:

https://www.rlp.de/de/landesregierung/staatskanzlei/medienpolitik/beteiligungsverfahren-medienstaatsvertrag/kontaktformular/

Der vorliegende Gesetzentwurf ist eine deutliche Gefahr für die Medien-
und Meinungsvielfalt in Deutschland und seiner Tendenz nach verfassungs-widrig, wenn nicht gar verfassungs-feindlich. Denn: Gezielt wird angeblich auf die Großen im internationalen Geschäft – getroffen werden aber die kleinen Blogger mit AV-Medienangebot, die sich statt der meist ehrenamtlichen Arbeit am Brügerjournalismus nun der medienrechtlichen Lizenzsierung und der Befreiung davon widmen sollen müssen. Es gab gute Gründe, die Multimediaangebote des Internet seit den 1990er-Jahren von einer Rundfunkregulierung frei zu stellen. Statt den Rundfunkbegriff und seine regulierenden Behörden generell in Frage zu stellen (durch die technische Weiterentwicklung, die Rundfunk im klassischen Sinne obsolet gemacht hat), wird die hoheitiche Verwaltungsbewirtschaftung als Wertschöpfungskette nunmehr ausgedehnt. – Ja, wo sind wir denn? Wollen wir wie in China erst eine Behörde fragen sollen, ob wir eine Web-Visitenkarte veröffentlichen dürfen? Wollen wir wirklich den bürokratischen Nachweis (z.B. unter einer Grenze von 500 / 20.000 Impressionen pro Zeiteinheit zu liegen) zur Normierungsfrage für die rechtliche Zulässigkeit der Meinungsfreiheit machen? Die Meinungs- und Redefreiheit ist eines der höchsten Rechtsgüter unserer Verfassung!

Das geht gar nicht.

Der Gesetzentwurf in seiner vorliegenden Fassung ist diesbezüglich so schwammig formuliert, so dass Alles und Nichts subsummiert werden kann, was statt rechtlicher Einhegung nun rechtliche Entgrenzung bedeutet, für diejenigen anti-freiheitlichen und anti-demokratischen Kräfte, denen das neue Gesetz dann gerade recht kommen wird.

Medienmonopole mit zu großer Medien- und Marktmacht sollten kartellrechtlich behandelt werden:

Eine wirksame Eingriffsmöglichkeit auf nationalstaatlicher Basis ist das eigentlich hier Gemeinte, der vorliegende Gesetzentwurf mithin der Versuch einer Versatzhandlung.

**************

Siehe dazu auch:

http://www.nachdenkseiten.de/?p=45659

https://blog.fefe.de/?ts=a58381a0

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Historische Kinoüberlieferung: „Bedrohtes Filmerbe“ führt zum Werte-Karussell neuer Medienmuseen

Gastbeitrag von Jean Pierre Gutzeit

Rainer Rother [z.E.: Direktor der Deutschen Kinemathek und Sprecher des deutschen Kinematheksverbundes. – Erg. d. V.] plädiert für Beibehaltung der analogen Kopierwerke“, verheißt die Schlagzeile der Initiative „Filmerbe in Gefahr“
https://www.filmerbe-in-gefahr.de/page.php?0,100 zu einem Deutschlandfunk-Interview mit demselben im August 2018:

https://www.deutschlandfunk.de/rainer-rother-ueber-das-filmische-erbe-bewegtbilder-als.691.de.html?dram:article_id=426436

Audio-Link des Deutschlandfunk-Interviews: https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2018/08/25/erinnern_und_vergessen_rainer_rother_ueber_den_umgang_mit_dlf_20180825_1741_66e0ef17.mp3

Immer, wenn das Kind in den Brunnen geworfen wurde, sind Krokodilstränen nicht weit. Was ist tatsächlich gemeint vor dem Hintergrund von Zwängen und Prioritäten? Eine endlose Kette verbaler Paradoxien tut sich auf, die im Verlauf und im Originalwortlaut von Berichten der Dabeigewesenen zu verfolgen sich lohnt.

Nicht erst auf dem Berliner Symposium „Filmerbe braucht Zukunft“ 2016 ballte sich der Verdruß an der Filmrolle, sprich an klassischer Filmtechnik. Als Anwesender bestätige ich die Eindrücke von Dr. Dirk Alt, die er in „Kinemathken.info“ festhält:

[…] Während des letzten Panels insistierte Diskussionsleiterin Prof. Dr. Barbara Flückiger gegenüber Prof. Martin Körber (Deutsche Kinemathek), zu den digitalen Katastrophenszenarien Stellung zu nehmen. Ihr war kein Erfolg beschieden, da den Vertretern des Kinematheksverbundes an einer Grundsatzdiskussion offenkundig nicht gelegen war. Eine stillschweigende Übereinkunft hinter den Kulissen schien zu besagen, dass nicht das Ob diskutiert werden sollte, sondern ausschließlich das Was und das Wie. Diese Verweigerungshaltung verhinderte im dritten Panel vollständig die Behandlung der „Grundsatzfrage: Digitales oder analoges Langzeitarchiv?“, die bereits als Folie projiziert worden war, jedoch die Absicht konterkariert hätte, die digitale Speicherung alternativlos erscheinen zu lassen.

Diesen Standpunkt vertraten insbesondere der Präsident des Bundesarchivs, Dr. Michael Hollmann, der an beiden Panels teilnahm, der künstlerische Direktor der Deutschen Kinemathek, Dr. Rainer Rother, und der Leiter des Filmarchivs der Deutschen Kinemathek, Prof. Martin Körber. Hollmann begründete die ausschließlich digitale Sicherungsstrategie des Bundes mit wirtschaftlichen Notwendigkeiten auf der einen Seite und mit der digitalen Zeitenwende auf der anderen: denn in Zukunft sei das Digitale „das genuine Medium“, und da man somit ohnehin gezwungen sei, digital zu archivieren, sei es nur logisch, vollständig auf das Digitale umzuschwenken. Die Zwangslage, in welche die Filmerbe-Institutionen durch den Medienumbruch geraten seien, veranschaulichte er an dem Bild vom Brückenbau, der den Übergang vom einen Ufer zum anderen ermöglichen sollte, bei dem der Anfang der Brücke jedoch bereits zusammenbreche, bevor noch das andere Ufer erreicht sei.

Während Rainer Rother den Analogfilm nur noch als Gegenstand von „Nostalgie“ gelten lassen wollte, diskreditierte Martin Körber die Analogisierung digitaler Filme bzw. die Re-Analogisierung von Filmscans als Schaffung „eines weiteren analogen Problems“. Das Einlagern von Filmbüchsen erschien Körber schlechterdings als Anachronismus, denn das „Herumliegenlassen“ sei gleichbedeutend mit „dem Tod jeder Medienkunst“. Dies führte ihn zu dem befreienden (oder selbstberuhigenden?) Schluss, dass ein digitales System, das (aufgrund der Notwendigkeit von Migration und Transkodierung) zu einem „dauerhaften Datenmanagement“ zwinge, eindeutig vorzuziehen sei. […]

Aus: http://kinematheken.info/die-stunde-der-digitalisten-da/

Neben der Entfremdung zur traditionellen filmischen Technik, wiewohl sie nachwievor in USA, aber auch in europäischen Archiven im Schweden, in der Schweiz und in Österreich

https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=568456600178097&id=508568529500238

am Leben erhalten wird, steht in Deutschland selbst das Aufheben vorhandenen Archiv-Materials zur Disposition – es soll zumindest partiell aussortiert werden. Und dieser Tage auch die intakten, auf modernstem Stand befindlichen Filmkopiewerke des Bundesarchivs. Daniel Kothenschulte erläutert in der „Frankfurter Rundschau“ die vehemente Absage der Institutionen zur Fortexistenz eines Filmkopierwerks, welches den Digitalisierungsprojekten das Geld entzöge:

In ihrer Replik gaben Rainer Rother und Martin Koerber von der Stiftung Deutsche Kinemathek zu bedenken: „Ein solches Vorgehen würde in hohem Maße Mittel binden, ohne ein sichtbares Ergebnis zu liefern.“

Aus: http://www.fr.de/kultur/kino/filmarchive-ausgrabungsstaetten-fuer-die-zukunft-a-417071

Gerhard Midding projiziert in „epd-Film“ gar ein düsteres Szenario:

Die Filmkopie bestreitet ihr letztes Gefecht. Es scheint so aussichtslos, dass der mexikanische Kameramann Guillermo Navarro (Oscarpreisträger für »Pans Labyrinth«) das Zelluloid zum Weltkulturerbe erklären lassen will. […]

Ihre Entscheidung hat die UNESCO bislang noch nicht getroffen. […] Sie werden sich fragen, ob die Filmrolle fortan nur noch als Symbol weiterexistieren wird (immerhin besitzt sie größere emblematische Strahlkraft als das aktuell gängige Trägermedium Festplatte) oder ob es nicht vielleicht doch erstrebenswert ist, dass sie ein zumindest museales Dasein fristen darf.

Falls die UNESCO der Petition Navarros stattgeben sollte, könnte der Bundesregierung ein ähnlicher Gesichtsverlust drohen, wie ihn die Stadt Dresden erlebte, als sie sich fahrlässig durch den Bau der Waldschlösschenbrücke um ihren Platz auf der Liste des Weltkulturerbes brachte. Als die grüne Bundestagsabgeordnete Tabea Rößner im Februar eine mündliche Anfrage zur Praxis der Vernichtung historischen Filmmaterials beim Bundesarchiv/Filmarchiv stellte, erhielt sie von der Regierung eine so entschiedene wie niederschmetternde Antwort. Aus wirtschaftlichen Gründen werde das Archiv seine analogen Kopierwerke in Berlin und Koblenz schließen und sich ganz auf die digitale Konservierung des Filmerbes konzentrieren.

Aus: http://www.epd-film.de/themen/filmarchivierung-das-arche-noah-prinzip

Bereits zur Restaurierungs-Tagung „Vergangenheit braucht Zukunft“ in 2016 hinterfragt Midding den Wertekosmos eines beliebig changierenden Kinematheksleiters:

Auch Rainer Rother vom Berliner Filmmuseum vertrat eine Gedächtnisinstitution, die Überkommenes verwahren muss. Einer Nostalgie für die 35mm-Kopien mochte er nicht das Wort reden. Warum sich auch gegen die Zeit stemmen? Die Archive stünden am Ende der Nahrungskette und müssten nachvollziehen, was die Branche macht, und in Deutschland gebe es nun einmal keine analoge Filmproduktion mehr. (Ich ertappte mich dabei, wie ich kurz an die Worte eines Schurken aus »Spectre« dachte: »It’s not personal. It’s the future.«). [….] In der dritten Diskussionsrunde, die von der Filmwissenschaftlerin Barbara Flückiger immer wieder zackig auf Spur gebracht wurde, ging es um Strategien und Techniken der Langzeitverwahrungen. Flückiger, die sich auf die Moderation wie auf einen Vortrag vorbereitet hatte, malte per Power Point das Schreckgespenst eines doppelten Schwarzen Lochs an die Wand: den Verlust des analogen Materials und den von digitalen Produktionen, deren Trägermedien obsolet werden könnten. Dienstleister und andere Fachleute konnten ihr diese Sorge nicht gänzlich nehmen.

Aus: https://www.epd-film.de/blogs/autorenblogs/2016/brandnostalgisch

Von Vorschlägen zu einer „geregelten Musealisierung der Kinokultur“ berichtet nun „Filmerbe in Gefahr“ im April 2018:

Lars Henrik Gass, Leiter der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen, plädiert in einem Interview mit Christiane Hoffmans für Die Welt für eine „geregelte Musealisierung der Kinokultur“. Er fordert, zumindest in allen Großstädten Kinematheken einzurichten, um die Kulturpraxis Kino zu erhalten. Die Digitalisierungsinitiative der Bundesregierung erfasse nur die Digitalisierung von deutschen Filmen; sie fördere auch nicht „den performativen Teil, also die Aufführung in einem Saal.“

Gass weist darauf hin, dass auch digitale Filme ins Kino gehörten: „Was nützt mir eine digitalisierte Kopie, wenn der Film nicht so gezeigt werden kann, wie die Filmemacher es vorgesehen haben. Natürlich könnte man argumentieren, dass eine digitale Kopie im Netz gut verfügbar ist, aber das entspricht nicht der ursprünglichen Präsentationsform. Eine solch einseitige Förderung wäre ein weiterer Schritt zum Abbau unserer Kinokultur.“

Aus: https://www.filmerbe-in-gefahr.de/page.php?0,611#a358

Eine Filmrolle ist genuin an den performativen Akt im kinematographischen Raum angewiesen, das Digisat ist es keineswegs, weil ubiquitär verfügbar.

Welches Medium ist demnach schützenswert, welches ist wirklich bedroht? Alles bisher auf Filmbasis Eingelagerte und aus gutem Grund archivarisch Aufgenommene kann und muss also aufgehoben werden. Es ist sogar Entwarnung in der Lagerfrage zu verkünden: denn es kommt nun – nach Einstellung der Serienfilmkopierung für die Filmtheater seit 2013 – kaum Material mehr nach, die Lagerlogistik ist beherrschbar, vorhandene Archivräume sind weitgehend intakt und verfügen über eine hervorragende Kühlung (in Lausanne bis zu 30 Grad minus), weshalb auch der Zersetzungsprozess einiger gefährdeter Materialien nahezu gestoppt werden kann und der Druck eines Digitalisierungs-Countdowns, wie von der Deutschen Kinemathek ingang gesetzt, relativiert wird.

Was zweifelsfrei als Filmerbe kurzfristig gefährdet ist und mangels Klimatisierung der Gefahr der Zersetzung anheim fällt, ist das nicht professionell gelagerte Material einiger säumiger Filmfirmen und Produzenten – außerhalb der bewährten Archive dem Glücksfall überlassen.

Macht man diese selbstverständliche Bestandsaufnahme, erstaunt die Begründung für das Krisenszenario seitens der Kinematheksfunktionäre und einiger ihr vertrauender Filmwissenschaftler, alles staalich ordentlich Gelagerte vollständig digitalisieren zu müssen oder gar Auswahlkriterien für eine „Arche-Noah“-Aktion tatsächlich oder vermeintlich bedrohter Güter auszuspinnen.

Man muß von einer Verzerrung einerseits, aber auch von Geschäftsinteressen neuer Branchen und der Archiv-Kuratoren ausgehen, die etwas revolutionieren wollen und am Ende eine Kostenlawine lostreten, die in keinem Verhältnis zur erhofften „Zugänglichkeitsmachung“ von Filmen steht und die Parole ausgibt, daß Filmrollen nicht zugänglich sind: das stimmt allemal für Diejenigen, die zu bequem sind, sie aus der Büchse zu heben.

Zugänglich sind Filmmaterialien mehrerer hunderttausend konservierter Filmtitel nachwievor dort, wo 35mm-Projektion noch existiert und auch dort, wo sie aufbewahrt/archiviert werden; übrigens eine Wechselbeziehung. Allzu viele Projektionsanlagen muss es auch nicht geben, um sie zugänglich zu machen: die noch vorhandenen reichen aus und ausgebaute sind oftmals über Nacht wieder einbaubar. Der neue Leiter des Bundesarchivs, Herr Dr. Hollmann, hielt dies für kaum möglich, so groß wie Projektoren eben seien, aber man sollte nicht als Entscheider in Branchen intervenieren, deren filigranes Geflecht unbekanntes Land ist.

Aus anderem Grunde gerät das Filmerbe in Vergessen: es ist der Bedarf, die Nachfrage nach einem Großteil der Filmgeschichte, leider so verhalten, dass auch eine digitalisierte Variante unter dem Ladentisch oder auf Streaming-Portalen zu verstauben droht. Mit dem Schwinden der analogen Film- und Kinotechnik schwindet auch die Notwendigkeit der exklusiven Auswertung in eigens dafür errichteten Theatern, weil andere mediale Portale ein in ein Digisat verwandelten Film schneller und effizienter amortisieren. (Es verschwindet damit auch der soziokulturelle Austausch sich versammelnder Menschen, die sich mit jedem digitalen Quantensprung regressiver gerieren, anstatt sich verantwortlich anzuschauen und dabei reale Beziehungen aufbauen.)

Es ist gar nicht die Frage, ob man das Streamen und Migrieren von Contents und Digisaten begrüßt oder verurteilt, sondern was mit Filmrollen geschieht, die ähnlich der Musik-Wiedergabepraxis auf traditionellen Musikinstrumenten in dieser Form instrumentell konzipiert waren und sich Aufführungsstätten eroberten. Im Idealfall sollten sie reproduziert werden, Film auf Film, und der aktuelle Erfolg solcher Praxis zeigt diametral zum Digisat interessante und progressive Alternativen gerade in soziopolitischer und gesellschaftlicher Heranbildung von Identität, Bildung und Geschichtsverständnis.

„Film verstehen“ heißt immer mehr, das Material eines Kunstwerks auf sein Ursprungsmaterial zurückzuführen, zu reproduzieren und in willigen Filmtheatern aufzuführen. Kino – wofür Filme einst gedreht wurden.

Laut den Codizes der FIAF haben im weiteren aber auch die Synchronfassungen einen kulturellen Wert. Tastet man den FIAF-Kodex an, würden alsbald Originalmischbänder dem Orkus übergeben werden. Oder auch wertvolle 35mm-Technicolor-, Magnetton- oder 70mm-Kopien ausrangiert und dem Essig-Syndrom verfallen, weil sie synchronisiert sind. Paradox deshalb, weil in vielen kommunalen Kinos oder auch auf Berlinale-Retrospektiven mit dem Begriff „Originalfassung“ geworben wird, aber immer mehr in Bild- und Tonqualität verfälschende oder migrierte Fassungen zum Einsatz kommen und existente, vorbildliche Archivalien schon nicht mehr systematisch abgefragt werden.

Man wird sich zwar an das „Kassieren“ weiterer Kamera-Negative vorläufig nicht mehr heranmachen, weil daran der Begriff des „Originals“ gekoppelt ist und die Presse endlich darüber berichtete. Aber qualitativ beeinträchtigte Benutzerstücke (= Filmkopien) möchte man nach Anregung der deutschen Kinemathek offenbar ausforsten. Um, das ist zu hinterfragen, zugleich den Abbau von Filmprojektion zu forcieren? Oder war es umgekehrt: der angeblich vollständige Abbau der Filmprojektoren legitimierte zur Forderung, benutzte Film-Verleiherkopien zur Disposition zu stellen und Filme nur noch als Digisat zur Auslieferung zu bringen? Das wäre dann ein Teufelskreis.

Martin Koerber von der Deutschen Kinemathek erwähnte des öfteren, daß man ja nicht jede verfärbte und verstreifte Verleihkopie aufbewahren müsse. Natürlich kann man dies im Fokus ultimativer Qualitätsforderungen verstehen, aber mit vielen solcher Andeutungen wurde das bisher – im besten Sinne konservativ – auf Materialerhalt festgelegte Bundesarchiv deutlich erschüttert. Es stieg anscheinend die Furcht, hinter dem digital-euphorischem Kinematheksverbund „hinterherzuhängen“ oder funktionslos zu werden, also ihm folgend fortan nur noch zu digitalisieren.

Martin Koerber, zugleich Leiter Abteilung Audiovisuelles Erbe, beantwortete in diesem Sinne im Mai 2018 meine Anfrage, warum von der Berliner Kinemathek keine filmauthentischen Restaurierungen auf Filmkopie mehr beworben würden, wie folgt:

1. Die analoge Technologie bietet nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten der Bearbeitung, die eine authentische Wiedergabe der Vorlagen in vielen Fällen nicht erlaubt.

2. Für analoge Restaurierungen gibt es viele der dafür benötigten Materialien nicht mehr, für zahlreiche Verfahren gibt es auch keine Dienstleister mehr, die solche Restaurierungen zu angemessenen Preisen und der notwendigen Kompetenz anbieten.

3. Es gibt für analoge Bearbeitungen keinen Etat im Haushalt und keine Fördermöglichkeit, wohl aber derzeit Fördermittel für Digitalisierungen.

4. Analoge Kopien sind im Kino nicht mehr einsetzbar, da es kaum noch Projektoren gibt. Von den analogen Kopien aus kann man keine anderen Formate (DVD, VIdeo on Demand etc., TV-Master) ableiten, ohne dass hohe Zusatzkosten entstehen.

5. Analoge Kopien sind sehr verwundbar und werden durch den Kinoeinsatz schnell beschädigt. Digitale Kopien sind demgegenüber unverwundbar, solange die Masterdateien in einem gut geschützten Archiv zur sofortigen und nahezu kostenfreien Neuanfertigung der Vorführkopie zur Verfügung stehen.

Simon Wyss, ehemaliger schweizer Kopierwerksbetreiber, widerspricht dessen Fatalismus in allen Punkten:

Es stimmt nicht, daß…

1. „die analoge Technologie nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten der Bearbeitung bietet, die auch eine authentische Wiedergabe der Vorlagen erlaubt.“ Was für ein hohles Blabla! Der Belichtungsumfang aktueller Dupliziermaterialien (von Kodak, Fuji, Agfa und Ilford erhältlich) steht dem digital verarbeitbaren Leuchtdichteumfang nicht nach. Puncto Farbtiefe hält die gestufte Digitaltechnik mit der stufenlosen fotochemischen nicht mit.

Es stimmt nicht, daß…

2. „für analoge Restaurierungen es viele der dafür benötigten Materialien nicht mehr gibt, es für zahlreiche Verfahren auch keine Dienstleister mehr gibt, die solche Restaurierungen zu angemessenen Preisen und der notwendigen Kompetenz anbieten.“ Der spezialisierten Labore sind in Europa ein Dutzend. Bei Bedarf bin ich auch sofort zur Stelle.

Es trifft wohl zu, daß…

3. es „für analoge Bearbeitungen keinen Etat im Haushalt und keine Fördermöglichkeit, wohl aber derzeit Fördermittel für Digitalisierungen gibt“.

Das Folgende ist wieder Beweis von Ahnungslosigkeit, wenn nicht Unfähigkeit, sich richtig auszudrücken, so pauschalisiert ist das:

4. „Analoge Kopien sind im Kino nicht mehr einsetzbar, da es kaum noch Projektoren gibt. Von den analogen Kopien aus kann man keine anderen Formate (DVD, Video on Demand etc., TV-Master) ableiten, ohne dass hohe Zusatzkosten entstehen“.
Wie viele Kinobetriebe mit Filmtechnik müssen am Laufen sein, damit Archivmaterial sein Publikum findet?

5. „Analoge Kopien sind sehr verwundbar und werden durch den Kinoeinsatz schnell beschädigt. Digitale Kopien sind demgegenüber unverwundbar, solange die Masterdateien in einem gut geschützten Archiv zur sofortigen und nahezu kostenfreien Neuanfertigung der Vorführkopie zur Verfügung stehen.“

Das Wort Kopie, lat. und ital. copia ( = Menge, Masse) widerlegt das Gesagte. Kopien sind zum Verbrauch bestimmt. Stehen deswegen keine Gipsnachbildungen wertvoller Steinbildkunstobjekte in den Museen? Gibt es nicht seit Jahrhunderten Abschriften und Nachgemaltes für den pueblo? Gegen den letzten Punkt läßt sich nichts einwenden: Alles für Nichts ist der uralte Opportunismus.

Aus https://www.filmvorfuehrer.de/topic/22528-initiative-filmerbe-in-gefahr/

Es sei hier abschließend noch eine weitere Volte in der Angelegenheit im Originalwortlaut behandelt, die anscheinend der internationale Diskursdruck auf die Leitung der Deutschen Kinemathek ausübt.

Herr Rother (Deutsche Kinemathek) wies vor einigen Monaten empört Unterstellungen seitens Dr. Dirk Alt und seitens des ehemaligen Direktors des Österreichischen Filmmuseums (über die jedenfalls ich nur das Beste sagen kann) Alexander Horwarth
https://www.profil.at/kultur/alexander-horwath-filmmuseum-kino-8287832
zurück. Er vertritt die Auffassung, die Charakteristiken heutiger (Kodak?)-Printmaterialien bei der Neukopierung älterer Filme seien als Hindernis für den Erhalt des Filmkunstwerks einzustufen. Dr. Rother im Wortlaut hier:

Alt und Horwath beschädigen ihr Anliegen durch unzutreffende Vorwürfe und die Umdeutung der Digitalisierungsinitiative zu „der“ Strategie „der“ deutschen Filmerbeinstitutionen. Im Kern jedoch setzen sich beide für mehr Aufmerksamkeit (und finanzielle Mittel) für die Bereiche ein, denen auch wir uns verpflichtet sehen. Dirk Alt hebt wesentlich auf Filme jenseits der Kinos ab, die zeithistorischen Wert besitzen, sein Beispiel ist der Film über die Massaker in Libau. Ein anderes Beispiel wären etwa die Filme der Polizeisammlung Berlin – von der Deutschen Kinemathek digitalisiert und nun zugänglich für historische Forschung wie dokumentarische Kompilationen. Alts Behauptung der Bevorzugung „industrieller Massenware“ geht fehl. Ein Blick selbst in die „Kostenabschätzung“ von PricewaterhouseCoopers hätte darüber informieren können, dass dokumentarische Filme dort gleichberechtigt auftreten und „ephemere Filme“ – wie der Libau-Film einer ist – explizit aufgeführt sind.

Film ist ein Aufführungsereignis – allerdings ist die Engführung auf die mechanische Projektion analogen Films problematisch. Auch die Projektion digital entstandener oder inzwischen digitalisierter Filme ist Kino. Horwath identifiziert das Aufführungsereignis mit einer bestimmten Aufführungstechnik. Das ist fatal, wie sich an seinem Verständnis von „Faksimile“ zeigt.

[…]

Ein Faksimile soll dem Original gleichen, die Film-Kopie aber ist die Verwandlung des nicht zur Vorführung bestimmten Negativs in „Film“. Eine Verwirklichung dessen, was im Negativ angelegt ist, aber auch: seine Interpretation. Erst Licht- und Farbbestimmung verwandeln das Werk in ein potentiell originalgetreues Kinoereignis. Wie getreu es sein kann, hängt von der Qualität des überlieferten Ausgangsmaterials ab, aber auch davon, ob die ursprüngliche Bearbeitungskette mit passenden Positivemulsionen oder auch den auf die Tonsysteme passenden Verstärkern überhaupt noch zur Verfügung steht. Einst auf Agfa-, Fuji- oder Kodak-Film gedrehte Filme, kopiert auf modernem Farbfilm mit seiner anderen Charakteristik: kann man sie noch Originale im Gegensatz zu (digitalen) „Faksimiles“ nennen? Der ursprünglich im mechanischen Druckverfahren reproduzierte Dreistreifen-Technicolorfilm, heute meist auf modernem Farbmaterial dargeboten – soll das ein Original sein?

Die analoge Vorführung ist eine bewahrenswerte kulturelle Praxis, wie auch deren Voraussetzungen: die Produktion von Rohfilm, die Arbeit von Kopierwerken. Die Vorführung eines Digitalisats aber bedeutet kein grundsätzlich minderwertiges Aufführungserlebnis. Tatsächlich können digitale Versionen analoger Filme jener Erfahrung, die der Film einmal ermöglichte, näher kommen, als jede heutige analoge Umkopierung es könnte – eben weil die Digitalisierung Möglichkeiten bietet wie zum Beispiel die bessere Reproduktion des ursprünglichen Farbraums. Das angemessene Aufführungserlebnis ist keine Frage der Technik, sondern eine der Restaurierungsethik. Darum, und wie dafür Verständnis und zureichende Mittel geschaffen werden, sollte es in der Debatte um das Filmerbe gehen.

Aus: http://m.faz.net/aktuell/feuilleton/kino/digitalisierungsinitiative-von-filmen-in-der-kritik-15100198.html

Ich kann aus der Kopierwerkspraxis nicht bestätigen, dass die in den letzten 20 Jahren verfügbaren Printmaterialien keine Neukopierung deutlich älterer Filme zuliessen. Wenn doch, bezieht sich das teilweise auf das Kodak EXR83-Material aus den 1980er-Jahren (seit den 1990ern von der Vision-Serie abgelöst) oder auf spezielle Ausbelichtingsmaterialien im Digital Intermediate-Prozess.

Die Neuerrichtung des Filmkopierwerks in Laxenburg in Wien zeigt ausserdem, das dies funktioniert:

https://m.noen.at/moedling/film-preservation-center-filmisches-erbe-wird-in-laxenburg-bewahrt-film-preservation-center-film-37696303

Allem Anschein nach ist die Leitung der Berliner Kinemathek (zugleich Sprecherin des gesamtdeutschen Kinematheks-Verbundes) fachlich überfordert.

Wir befinden uns – wie die Quellen zeigen – immer deutlicher in einem rasenden Wertekarussell der Medienmuseen:

Drei Monate nach der Klarstellung durch Prof. Martin Koerber auf meine Anfrage vollzieht die Deutsche Kinemathek mit Dr. Rother – im eingangs verlinkten Radio-Interview – eine Wende zur analogen Filmkopierung und fordert den Erhalt der Filmkopierwerke?

Erst gestern warnte er doch davor: „Ein solches Vorgehen würde in hohem Maße Mittel binden, ohne ein sichtbares Ergebnis zu liefern.“ (s.o.).

Erinnern wir uns daran, daß das BKM und die Ausschüsse des Bundestags eindeutig von der Leitung des Kinematheksverbundes (d.h. der Berliner) instruiert wurden, wie dringend eine sofortige Digitalisierung zu finanzieren sei. Voraussetzung für frei werdende Gelder war die Schließung der hervorragenden Filmkopierwerke des Bundesarchivs in Berlin und Koblenz.

Veräußert wurden bereits Entwicklungsmaschinen des Filmkopierwerks in Koblenz an das Schweizer Filmarchiv, soweit auffindbar – d.h. entgültige Fakten geschaffen. Folgt jetzt Berlin, und wer stemmt sich dem entgegen?

Bereits vollendete Tatsachen (?) machen es leichter für den Rethoriker der Digitalisierungsanträge, Dr. Rother, sich plötzlich opportun und populistisch zugleich auf Seiten der Traditionalisten zu stellen, für die jetzt, holterdipolter, ein Filmkopierwerk zu gründen sei (denn das, das man nutzen könnte, wird zeitgleich still gelegt). Elegant nimmt man dem letzten Pochen auf Erhalt von „Film auf Film“ den Wind aus den Segeln und hätte – ganz angekommen „am Ende der Nahrungskette“ – sogar eine Rechtfertigung parat, vielleicht in dieser Art:

Wir haben alles Mögliche versucht, aber das Schicksal hat es halt anders gewollt…

Ein Kinematheksverbund wurde als Digitalisierer zugleich zum Gefährder des Filmerbes, unterstellt gar ein Kollege von mir. Vielleicht hätte auch George Orwell an dieser eleganten und tröstenden Gratwanderung seine Freude gehabt: „Krieg ist Frieden; Freiheit ist Sklaverei; Unwissenheit ist Stärke“.


Jean-Pierre Gutzeit ist Vorstandsvorsitzender von Kinomuseum Berlin e.V.

Hervorhebungen in den Zitaten durch den Autor.
Update 3. September 2018: Aktualisierungen, Korrekturen und Ergänzungen

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akiwiwa – als Kino wichtig war | Podcast Folge 1 | Sommer 2018

akiwiwa – als Kino wichtig war

Podcast mit Joachim Polzer und Kilian Mutschke

Folge 1

Spieldauer: 113 Minuten


 

Die in dieser Podcast-Folge bei akiwiwa besprochenen Filmwerke sind:

1.
OT: The Cameraman
DT: Der Filmberichterstatter / Der Wochenschau-Kameramann
USA 1928
Regie: Buster Keaton

2.
OT: The Maltese Falcon
DT: Die Spur des Falken / Der Malteser Falke
USA 1941
Regie: John Huston

3.
OT: Bonnie and Clyde
DT: Bonnie und Clyde
USA 1967
Regie: Arthur Penn

4.
OT: The Little Girl who lives down the Lane
DT: Das Mädchen am Ende der Straße
Can/F/USA 1976
Regie: Nicolas Gessner

5.
OT: Don’t Look Now
DT: Wenn die Gondeln Trauer tragen
UK/It 1973
Regie: Nicolas Roeg

6.
OT: Memento
DT: Memento
USA 1999
Regie: Christopher Nolan


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Der VLC-Player spielt H265-Video-Dateien ab.
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Das Blog zum akiwiwa-Podcast:
http://digitaledämmerung.de
http://digitaldusk.com
https://duskofdigital.wordpress.com/

Die Website des akiwiwa-Podcast (derzeit noch im Aufbau):
http://akiwiwa.de


Diese Folge wurde am 21. Juni 2018 aufgezeichnet.
Die Erst-Veröffentlichung erfolgte am 23. August 2018.

 

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Musikalischer Kurzfilm, für zwischendurch, von AG Rojas

„Harmony of Difference“

von Kamasi Washington und AG Rojas (Andres Gonzalez Rojas)

A film installation on view at the Whitney Museum of American Art (2017).

For Kamasi Washington

AG Rojas, Writer + Director
Dinah Rodriguez + Banch Abegaze + Jackie Kelman Bisbee, Executive Producers Pete Vitale, Producer
Evan Prosofsky, Cinematographer
Chris Jones, Production Designer
Sara Sensoy, Costume Designer
Shane Reid, Editor

Park Pictures | Mainline | 2017

auf YouTube:

Link https://m.youtube.com/watch?v=rtW1S5EbHgU

Biographie AG Rojas:

http://www.parkpictures.com/ag-rojas#biography
http://www.parkpictures.com/ag-rojas

https://de.wikipedia.org/wiki/Kamasi_Washington
https://www.zeit.de/kultur/musik/2015-05/kamasi-washington-the-epic-album/komplettansicht

https://vimeo.com/agrojas

Inside Kamasi Washington’s New Ode to Unity
Saxophonist/composer Kamasi Washington on how the troubled state of America inspired Whitney Biennial multimedia piece ‘Harmony of Difference’

https://www.rollingstone.com/music/music-features/inside-kamasi-washingtons-new-ode-to-unity-129541/

http://www.parkpictures.com/news/rolling-stone-inside-kamasi-washingtons-new-ode-to-unity-directed-by-ag-rojas

https://filmmakermagazine.com/people/a-g-rojas/

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Christopher Nolan restauriert Stanley Kubricks „2001“, eine Metaphysik eigener Art im Subkontext

Christopher Nolan ist farbenblind auf der Farb-Achse Rot-Grün.

In den Foren zum jüngsten „2001“-Relaunch im 50. Jahr des einflussreichen Films taucht die Frage auf, wie man so jemanden die photochemische Restaurierung dieses Filmklassikers anvertrauen kann, zumal das berichtete Ergebnis von grün-gelbgrüner Farbstichigkeit bis hin zu braunem Farbsumpf zeugen soll.

Ich nehme an, dass der Kopierlicht-Bestimmer, der Color Timer, im Filmlabor Fotokem in Los Angeles eine harte Zeit hatte, das Schlimmste zu verhindern, nicht nur mit beeinträchtigtem – weil altem, ausgeblichenem und gelittenem – Ausgangsmaterial, sondern auch mit einem in seinem Sensorium beeinträchtigten Restaurierungs-Supervisor zu arbeiten.

Nun wissen Menschen mit Einschränkungen im körperlichen Bereich, wie sie damit öffentlich umgehen müssen, um über die eigene Klippe beruflich hinwegzukommen, und beziehen ihren Malus mit ein in ihre Lebenskalkulation (und eben auch in ihre Kunst), aber eigentlich alle Filmwerke von Nolan turnen geradezu auf dieser Farbskala, die er gar nicht sehen kann, wohl um seine Blaulastigkeit als Hauptfarbwahrnehmung zu kompensieren. Es bewahrheitet sich die sprichwörtliche Annahme vom blinden Künstler im visuellsten Medium. Was vom Turnen ziemlich schnell zum Abturnen führt. Er sieht es für sich richtig, weil wir seine Farbenwelt falsch sehen. Nolans Filme laufen verkehrt rum, als unfreiwilliges Vexierspiel, darin zwanghaft und verstellen den Blick, der bei Kinowerken unverstellt sein sollte. Dass es sich dann auch inhaltlich-dramaturgisch verquast, ist davon ein Nebenprodukt.

Das wiederum wäre nun eigentlich ein Fall mehr für Monty Python, Loriot und Alexander Kluge.

Auf jeden Fall wird das aber auch ein „Case“ werden für Akiwiwa, denn die seltsame Farbenwelt in den Filmwerken von Nolan ist länger schon ein Thema in afilmcinado-Foren.

Eine „state of the art“ Restaurierung von „2001 – A Space Odyssey“ unter Anwendung von Digitaltechnik (8K Scans vom OCN und 4K Mastering) bleibt damit bis auf Weiteres ein Desiderat. Noch fragt sich, auf welcher Basis im Herbst 2018 die 4K Digitalisat-Auslieferungen als DCP und UHD erfolgen werden.

Mal abgesehen von der biographisch vernichtenden Einschätzung über Kubrick seitens David Thomson, der die metaphysische und kulturkritische Qualität des Werkes als besonders dünn bewertete und es als weiteren Beleg für den Aufstieg des modischen Set Designs wie des „fotografischen Optikfetischismus“ zur Verschattung der Lebenserfahrung beim Regisseur betrachtete. Je besser und ausgefallener die Optik-Linse und ihre Sammlung (als Gegenstands-Kollektion wie als Verdichtung des Lichts), desto unschärfer wird die Lebenswahrnehmung.

Eine Verschattung, eben auch als Lebenspraxis, die als OEuvre-Finale schließlich zur Verfilmung von Schnitzlers „Traumnovelle“ führte: Gegenstand ist dort die seelische Verschattung im Verdrängen unter bestimmten historisch-gesellschaftlichen Verhältnissen und deren Eigenleben im Entdeckungszeitalter dieser Lebensdimension. Thomson beschreibt Kubricks Verfilmung darin als besonders irritierende „Travestie“ zum Fremdschämen und Wegsterben – und eben als Indiz wie sehr sich der reklusive Regisseur vom Leben entfernt hatte, überhaupt keine Ahnung von der menschlichen Essenz wie Existenz hatte, geschweige denn von Figurenführung, woran er da wieder über mehrere Jahre gebrütet, recherchiert und gearbeitet hatte, konnte nur Leute vor der Kamera quälen und in die Scheidung treiben, etc… Schlimmer noch, so muss man heute in Ergänzung zu Thomson hinzufügen: die Verwechslung von Objekt und Subjekt auf Seiten des Regisseurs und, damit zusammenhängend, das vollkommene Scheitern auf der ganz banalen Basis der Transkontextualisierung: Wie bringt man das Substrat eines historischen Stoffes und seiner Wahrheit wie auch seine damaligen Relevanz in die Gegenwart?

Der Titel dieses letzten Filmwerks von Kubrick zeigt als Ikonoklasmus die Ambivalenz auch hier, beim Duopol von Sehen und Nichtsehen, und ist zugleich verräterisch für die Seelenverwandtschaft von Nolan und Kubrick:

EYES WIDE SHUT

Insofern ist „Cruising“ von William Friedkin aus den späten 1970ern das wahrhaftigere Erlebnis zum Thema, auch wenn dessen Director’s Cut noch nicht das Tageslicht aus den Darkrooms der Filmarchive gefunden hat. Dunkel als Verschattung des Lichts: Das Dunkel der Darkrooms, das Nichtsehenkönnen der verdrängten Bereiche, wenn man sie denn kennt und spürt, wie auch das Dunkel des Kinos sind verführerisch und gefährlich zugleich, das Sinnbild des Triebhaften, der Getriebenen.

Nichts davon findet sich in der schauspielerischen Leistung und der Regieführung bei Kubricks letztem Werk. Die Hauptdarsteller sind in der filmischen Situation von ihr komplett überfordert. Sie haben keine Ahnung, was man von ihnen eigentlich will, nur Sydney Pollack macht eine gute Figur, wie immer, weil er der bessere Regisseur von beiden ist. David Thomson hält Cruise, gemeint ist der Tom, und Nicole Kidman für begabte Schauspieler, was ich nun wieder sehr irritierend finde, wie auch die Tatsache, dass Thomson im Kubrick-Artikel kein Wort über „Barry Lyndon“ fallen lässt, Kubricks bestes episches Filmdrama, über Mächtigkeit und zunehmenden Machtverfall, in seinem schmalen Gesamtwerk. Sein Schlüsselwerk, aus gegebenem Anlass. Noch dazu eines, das die Optik-Linse vom Weltraum in die Vergangenheit als Erfahrung von Fremdheit zurück richtet, weil das Licht, das von dort kommt, so schwach leuchtet wie das Licht fremder Galaxien und diese damalige, sinnliche Erfahrung von Schwachlicht zu einem Zeitalter geistiger Größe des „Enlightenment“ führte, das zugegebener Weise seine energetische Reibung an Macht und Krieg der sich bildenden Nationalstaaten erfuhr, dessen Verfalls-Krise wir heute erfahren müssen, die Kämpfe um den Machterhalt im Machtverfall. „Barry Lyndon“ behandelt ein heute brandaktuelles Thema, noch dazu in hermeneutischer Methode, zugleich spielerisch, tänzelnd.

Immerhin dürfen nunmehr auch die beiden in der damaligen Schattenwelt von Kubrick über lange Zeitstrecken arbeitenden Assistenten in aktuellen Dokumentarfilmen ihr Eigenleben führen und berichten, mehr von Kubrick als von ihnen selbst.

Geschrieben zwischen den Finsternissen des Jahres.
Erde, Sonne, Mond und Sterne. Siehe 2001.

https://variety.com/2018/artisans/production/christopher-nolan-2001-a-space-odyssey-1202811669/#article-comments

https://www.quora.com/Is-Christopher-Nolan-color-blind

https://www.movienco.co.uk/news/5-actors-directors-who-are-colour-blind/

https://variety.com/2018/film/news/stanley-kubrick-2001-a-space-odyssey-imax-1202892054/

https://www.filmvorfuehrer.de/topic/27590-feiern-zu-50-jahre-2001-a-space-odyssey/

https://duskofdigital.wordpress.com/2018/04/02/50-jahre-2001-a-space-odyssey-seekrank-im-weltraum-zur-versions-und-restaurierungsgeschichte-eines-verfallenden-werks/

https://www.penguinrandomhouse.com/books/178394/the-new-biographical-dictionary-of-film-by-david-thomson/9780375711848/ http://old.bfi.org.uk/sightandsound/polls/film_books_topfive.php https://en.wikipedia.org/wiki/The_New_Biographical_Dictionary_of_Film

https://de.wikipedia.org/wiki/William_Friedkin

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akiwiwa

In den Jahren 2014 bis 2016 gab es hier bei „Digitale Dämmerung“ einen Audio-Podcast unter dem Titel „DDD – Diskurs Digitale Dämmerung“.

Das Archiv aller 41 Podcastfolgen ist nach wie vor online vorhanden, nur ist es mit seinem URL umgezogen nach:

https://duskofdigital.wordpress.com/category/akiwiwa/feed/

Dort wird demnächst ein neuer Video-Podcast starten unter dem Titel

akiwiwa – als Kino wichtig war

Das Archiv von DDD bleibt dort weiter unter dem genannten URL zugänglich.

Der Feedburner bei feedburner hat sich damit auch angepasst:

http://feeds.feedburner.com/akiwiwa_podcast

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McMoon – das Lunar Orbiter Image Recovery Project der NASA

Ein aufschlußreicher Blog-Artikel bei World of Indie zum „McMoon“-Projekt, einem Magnetband-Restaurierungsprojekt mit dem Ziel, analog auf Magnetband gespeicherte Bilddaten der NASA Lunar Orbiter (als Vor-Apollo-Aufklärungsflüge aus den Jahren 1966/1967) wieder zugänglich zu machen und erstmals in Originalauflösung zu veröffentlichen.

http://www.worldofindie.co.uk/?p=682

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