„Caprice“ von Frank Tashlin aus dem Jahre 1967 mit Doris Day

Ich habe heute zum ersten Mal Caprice gesehen, 1967 herausgebracht, in der Regie von Frank Tashlin (1913 – 1972), mit Doris Day († 13. Mai 2019) und Richard Harris († 2002) in den Hauptrollen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Caprice_(Film)

Ich muß gestehen, ich kannte den bislang noch nicht – und erkenne erst jetzt, dass das Film-Duo aus Charade (1963) und Arabesque (1967) von Stanley Donen († 21. Februar 2019) hier zum Trio erweitert wurde, ein Follow-Up von Tashlin zu und gedreht nach Glass Bottom Boat (1966), zielt sowohl auf Donen als auch auf die damals noch frische aber boomende James-Bond-Serie mit ihren demonstrativ vorgeführten Schauplatz-Wechseln. Herr Bogner mit Skiszenen und das Schweizer Kleinstadtidyll mit Hinterzimmerlabor lassen ebenfalls grüßen.

Schon im Filmtitel als beschreibendes Substantiv verbindet Caprice sich mit Charade und  Arabesque, eine jeweils substantivierte, ästhetische Handlungsform.

Wikipedia sagt zu Cappriccio: „Als Begriff der Kunsttheorie bezeichnet es den absichtlichen, lustvollen Regelverstoß, die phantasievolle, spielerische Überschreitung der akademischen Normen, ohne die Norm außer Kraft zu setzen. In die Kunstgeschichte führte den Begriff Giorgio Vasari ein, der ihn für all das verwendete, was dem Kunstkanon seiner Zeit widersprach.“

Insofern passt der Titel mit seinem Triple-Triple-Triple Double-Cross auch inhaltlich. Nicht nur lag Triple Cross in der Luft, die Verfilmung in der Regie von Terence Young mit Romy Schneider aus dem Jahr 1966. Das mehrfache Frontenüberschreiten war damals in der Hochphase des Kalten Kriegs ein Topos, der nur zu gerne filmisch ausgekostet wurde. Es trainierte im Kino mental sozusagen für das, was jenseits von 1968 gesellschaftlich dann sich vollzog. Das ist etwas, das uns heute fehlt, weil uns das Kino als gesellschaftliche Macht und als Diskursraum der Gesellschaft abhanden gekommen ist, auch wenn es als Absatzmarkt noch da sein mag. Uns geht es heute gesellschaftlich deshalb so schlecht, weil uns das Kino in diesem Sinne abhanden gekommen ist. Es gibt keinen in diesem Sinne sinnstiftend übergreifenden wie welterklärenden-integrativen Diskursraum mehr.  Talkshows und Blogs sind dafür keine Lösung.

Frau Saubermann kam damals, anno 1967, langsam in die Jahre, die Jahre nämlich der so genannten „sexuellen Befreiung“, really, fast schon zum Ende ihrer Spielfilmkarriere, die in den 1960ern ja gerade eben noch auf Hochtouren lief. Man sieht hier, wie sie langsam auf der Leinwand zum Zeitgeist „unpassend“ wird, gerade weil sie in einem so eleganten Film Frontenüberschreiterin spielt. Man schaut denn auch eher auf die Bond-Girls und die extravagant durch sie ausgestellten DorisDay-Modenschau-Kleider, was das Werk auch mit Thomas Crown Affair (Jewison, 1968) verbindet – so fashionable war alles geworden zum Ende der 60s. Norman Jewison etablierte sich als Regisseur 1963 mit The Thrill Of It All und 1964 mit Send Me No Flowers zur produktiven Zeit der Kraftmaschine Kappelhoff.

Musik, sehr John-Barry-haft zu visuellen „Bond-Effekten“, hier von Frank De Vol.
DOP Leon Shamroy, 30 Jahre lang Chefkammeramann der 20th Century Fox, war bereits der Kameramann bei The Robe (1953), dem ersten CinemaScope-Film, hier hat er in gelungener Farbregie und stets öffnenden, recht kurzbrennweitigen, Raumtiefe erfassenden, weitwinkligen, dann auch wieder gewagten Proportions-Kompositionen diesen letzten originalen CinemaScope-Film gedreht, bevor in USA alles Panavision wurde. Dass er die Breite von CinemaScope wirklich beherrschte (auch durch seine Erfahrungen mit CinemaScope-55-Filmen und Todd-AO-Produktionen im 65mm-Negativformat), führt Caprice geradezu drastisch vor.

Das „Kalb“, um das es in dem Film geht, ist zudem psycho-aktive Asche für den damals aufkommenden Psychodelika-Markt weltweit, neben den Kosmetik-Multis mit ihren neuerdings global boomenden Geschäften samt humanen Optimierungsfantasien.
Die Filmerzählung setzt das interessanterweise in eins: Drogenhandel und globalisierte Distributionssysteme der Kosmetikindustrie, ja auch auf stofflich-chemischer Ebene im Verbrennen des Kosmetik-Puders als tarnender Rohstoff, sind hier kausal verwoben. Der „mad scientist“ ist Psychopath; der in beiden Branchen beheimatete „mastermind“ hingegen kommt in Gewändern und Manieren des weltläufig umherjettenden Gentlemen daher.

Wikipedia zitiert den Evangelischen Filmbeobachter: „Alles wie gehabt: Clowniges Sommersprossengesicht, Hollywood-Perfektion, nette Gags und Attrappenluxus.“

Attrappenluxus! – Der ist uns irgendwie abhanden gekommen. Die anarchische Weltsicht des Frank Tashlin hätte uns auch heute noch viel zu bedeuten. Wie viele „mad scientists“ und „Gentlemen“ laufen heute frei herum?

Ich finde, der Film hat seine Meriten im Zeigen der Schauwerte seiner Zeit und taugt darüber hinaus, gegen Ende der Kino-Karriere von Doris Day mit dem Abschluss des originalen CinemaScope-Zeitalters darin durchaus als Zeitdokument einer darin doppelt zu Ende gehenden Epoche. Dass die Hauptfigur (Patricia Foster) sich ihren Film, in dem sie gerade spielt, in einem Kino selbst anschaut… (um der Bestuhlungsreihen-Vorsitzerin des allseits im hintersten Eck knutschenden Kino-Balkons Haarlocken zwecks Beweismittelsicherung mit einer Schere abzuschneiden und daraufhin in wildem Begrapschen ihrer Person samt Fall über die Brüstung in einem männlichen Popcorn-Schoß des Parketts landet) …und die Leuchtreklame des Kinos zuvor beim Zuströmen des Publikums hinwärts in der Filmhandlung genau für diesen Filmtitel mit dem „echten“ Darstellernamen (Doris Day) wirbt, das war sehr neu als Metamedienreferenz-Joke für ein damals heraufziehendes Weltzeitalter des Medien, das noch wirklich überraschen wollte und das seinen Ort im Kino für das Kino hatte.

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Das Atrium. Home of 7OMM Film Cinema in Stuttgart, Germany

Hans Hänssler hat gestern auf der Fan-Website in70mm.com einen längeren Beitrag zur Entstehungs-, Betriebs- und Repertoiregeschichte des inzwischen geschlossenen Stuttgarter ATRIUM Kinos auf Englisch veröffentlicht:

https://in70mm.com/news/2019/atrium/index.htm

Sein jüngster Beitrag bei in70mm.com ist eine wichtige Ergänzung zu den bisherigen Darstellungen der Kinogeschichte des ATRIUM in Stuttgart hier im Blog:

https://duskofdigital.wordpress.com/2015/05/22/stuttgarter-kinogeschichten-leben-live-im-kino/

https://duskofdigital.wordpress.com/2015/04/21/ddd-diskurs-digitale-dammerung-joachim-polzer-im-gesprach-mit-hans-haenssler/

https://duskofdigital.wordpress.com/2015/05/24/ddd-diskurs-digitale-dammerung-joachim-polzer-im-gesprach-mit-peter-erasmus-150526/

https://duskofdigital.wordpress.com/2015/05/24/3-x-stuttgarter-kinogeschichten/

Dank an Jean-Pierre Gutzeit für den aktuellen Veröffentlichungshinweis.

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MINDJAZZ: das Handwerk, das Material und das Netzwerk der Natur verstehen

Von Eberhard aus Stuttgart kam der Hinweis zum Dokumentarfilm „Campus Galli – Das Mittelalter-Experiment“ von Reinhard Kungel, den das sehr engagierte Dokfilm-Label MINDJAZZ PICTURES gerade in die deutschen Kinos bringt (und später auf BluRay-Disks). „Campus Galli“ ist eine Koproduktion mit dem SWR.
MINDJAZZ war mir bereits aufgefallen, als sie 2011 die Filmbio „An Ecology of Mind“ über Gregory Bateson herausbrachten, die ich kurz zuvor als Kurator des „Globians Doc Fests“ in Berlin, im Kino Toni, zeigte. Letztes Jahr brachte MINDJAZZ dann „Jane“ in die deutschen Kinos und auf BluRay. Thematisch zu Jane und Bateson passend, der demnächst startende Dokfilm „The Whale and the Raven“ als ARTE-NFB-Koproduktion.
Derzeit bewerben sie auf der Website die Filmbio „Das Leben zwischen den Bildern“ über Werner Nekes, dem 2017 verstorbenen Avantgarde-Filmkünstler des Filmhandwerks und seiner historischen Instrumente.

MINDJAZZ sind klein und fein und sie machen schon seit Jahren – in Deutschland neben Filmgalerie 451 – interessant kuratiertes and anspruchsvolles Programm. Dass mich der Sport-Doku-Zweig von ihnen gar nicht anspricht, liegt an mir. Wahrscheinlich ist der dann auch ökonomisch notwendig und liegt mit der allgemeinen Fussballbegeisterung in NRW auch nahe. Ja, es gibt auch interessante Dokfilme über Sportthemen, ich weiß.
In Deutschland gibt es als anspruchvolles Indy-Label darüber hinaus noch „absolut medien“; aber dort warte ich seit mehr als fünf Jahren auf die BluRay-Ausgabe des „Dekalogs“ von Kieslowski mit (auch) deutscher Tonspur. Der SFB war damals Koproduzent des „Dekalogs“ und hat die polnische Originaltonfassung damals sorgfältig deutsch synchronisiert. In UK bringt man statt dessen inzwischen die dritte Disk-Edition von „Dekalog“ (als 4K O-Kameranegativ-Scan bei Arrow-Video auf BluRay) heraus, ohne deutsche Tonspur.  Dass man auch in kleiner Auflage BluRay-Editionen, auf der Höhe des Zeit also, ökonomisch darstellen kann, beweist das Kölner Label offenbar stets erneut.

https://mindjazz-pictures.de/filme/campus-galli/
https://mindjazz-pictures.de/filme/jane/
https://mindjazz-pictures.de/filme/an-ecology-of-mind/
https://mindjazz-pictures.de/filme/the-whale-and-the-raven/
https://mindjazz-pictures.de/filme/werner-nekes-das-leben-zwischen-den-bildern/
https://de.wikipedia.org/wiki/Dekalog_(Filmreihe)
https://de.wikipedia.org/wiki/Krzysztof_Kie%C5%9Blowski

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Das neuner Jahr

120 Jahre 1899 Alfred Hitchcock geboren
100 Jahre 1919 Friedensvertrag von Versailles
100 Jahre 1919 Weimarer Verfassung
100 Jahre 1919 Die Austernprinzessin (Lubitsch), Broken Blossoms (Griffith),
100 Jahre 1919 Anders als die Anderen (Oswald/Hirschfeld)
100 Jahre 1919 United Artists
100 Jahre 1919 Bavaria Filmstudios
100 Jahre 1919 Bauhaus
100 Jahre 1919 James Lovelock geboren
 90 Jahre 1929 Menschen am Sonntag (Wilder/Siodmak/Ulmer et.al.),
90 Jahre 1929
Frau im Mond (Lang)
90 Jahre 1929 Tonfilm, erste Oscars und Weltwirtschaftskrise

 80 Jahre 1939 Beginn Zweiter Weltkrieg
 80 Jahre 1939 Gone With The Wind, Wizard of Oz, Ninotschka, Mr. Smith, Wuthering Heights
80 Jahre 1939 Peter Bogdanovich geboren
70 Jahre 1949 Grundgesetz

70 Jahre 1949 Gründung Süddeutscher Rundfunk Stuttgart
70 Jahre 1949 Der dritte Mann, Bitterer Reis,
Der Schatz der Sierra Madre, Gangster in Key Largo
 60 Jahre 1959 Ben-Hur, Hiroshima mon amour, Anatomy Of A Murder,
Some Like It Hot, North By Northwest, Porgy and Bess, On The Beach, Imitation of Life, Odds Against Tomorrow, Pickpocket, Shadows
  60 Jahre 1959 AMPEX Quadruplex-Videoaufzeichnung auf 2-Zoll-
Magnetband in Deutschland (SWF Baden-Baden)
  50 Jahre 1969 Unbundling von Computer-Hardware
und Anwendungs-Software (IBM /360), Start der Software-Industrie
  50 Jahre 1969 Erstflug Boeing 747 Jumbo Jet
  50 Jahre 1969 Südwest 3, Start des dritten Fernsehprogramms des SDR
  50 Jahre 1969 Stonewall Riots
50 Jahre 1969 Rechtsreform Sexualstrafrecht BRD, §175, Aufhebung des Totalverbots, Gustav Heinemann
50 Jahre
1969 Pornographie-Freigabe Dänemark
50 Jahre 1969 Regierungserklärung Willy Brandt: „Wir wollen mehr Demokratie wagen“
50 Jahre 1969 Erste Mondlandung
50 Jahre 1969 Theodor W. Adorno gestorben
50 Jahre 1969 Wendepunkt und Endpunkt von Flower Power: das Massaker der „Manson-Sekte“ auf dem Polanski-Anwesen in Hollywood
50 Jahre 1969 Woodstock

  50 Jahre 1969 Easy Rider, Midnight Cowboy, Marooned, Teorema,
Butch Cassidy and the Sundance Kid, Z,
They Shoot Horses, Don’t They?, Katzelmacher, Liebe ist kälter als der Tod, C’era una volta il West, Medea,
Medium Cool
 50 Jahre 1969 Entwicklungsstart TED-Bildplatte
 50 Jahre 1969 Videocassette, Prototypvorstellung u-matic von SONY
 40 Jahre 1979 Walkman von SONY, VHS-Siegeszug beginnt, Laserdisc
 40 Jahre 1979 Apocalypse Now, The Deer Hunter, Coming Home, Midnight Express, Interiors, The China Syndrome, Days of Heaven, Heaven Can Wait, Die Blechtrommel
 30 Jahre 1989 Wendezeit, Zusammenbruch des Ostblocks und der DDR
 30 Jahre 1989 HTML
30 Jahre 1989 Sex, Lies and Video, Cinema Paradiso, Landschaft im Nebel
30 Jahre 1989 Herbert von Karajan gestorben
 20 Jahre 1999 Netflix DVD Flatrate
20 Jahre 1999 Open Source Software
20 Jahre 1999 The Thin Red Line, Saving Private Ryan, Affliction, Magnolia, Elizabeth, Wer mich liebt, nimmt den Zug

 10 Jahre 2009 Netflix Streaming, iPhone-iPad-Android
10 Jahre 2009 Das Weiße Band, Avatar, Antichrist, A Single Man

   0 Jahre 2019 5G, Weltraum-Internet, Deep Data Inspection,
Kommunikationsinversion
   0 Jahre 2019 Pastik, Monsanto, Trockenzeit, Hitze, Klima, Artensterben
   0 Jahre 2019 The End of the Way of Life as we know it and the End of familiar habits
0 Jahre 2019 Schweden, höchstrichterliche Entscheidung nach Rechtsreform: Geschlechtsverkehr nur noch als konsensuales, explizites Vertragsverhältnis legal
0 Jahre 2019 Sich verbergende Kulturspeicher als Stromfresser: Videostreaming, jeder alles überall, Cloud-Klima, monostrukturelle Giganto-Rechenzentrenfarmen unter Abschluß mit steigendem Energieverbrauch
0 Jahre 2019 Gatekeeper statt Plattform: Unsoziale Medien schalten nach Gutdünken alternativen Gedankengut-Content ab, der mit Kritik gegen den Machtdiskkurs, die Reden der Mächtigen, inzwischen auf breiter Basis zu stören scheint.
125 Jahre 1895 – 2020 Projektion bewegter Bilder von Filmträger als öffentliche Präsentation vor Publikum


Update: Diese Liste wird b.a.W. laufend ergänzt und editiert.
Letztes Update: 15. August 2019

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Trial and Error

Dank an Kay für den Hinweis zur Weltpremiere eines neuen Dokumentarfilms über Gideon Bachmann (1927 – 2016) mit dem Titel „Trial and Error“ von Marie Falke, die jetzt am 30. Mai beim DokKa Dokumentarfilmfestival in Karlsruhe statt finden wird. Die Aussicht auf diesen Dokfilm ergab bereits ein Beitrag zur jüngsten „lettere aperte“ Schwerpunktausgabe über Gideon.

https://dokka.de/a/trial-and-error

https://www.lettereaperte.net/ausgaben/ausgabe-52018/ich-habe-auch-immer-alles-verstehen-wollen-begegnung-mit-gideon-bachmann

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akiwiwa – als Kino wichtig war | Podcast Folge 2 | Frühjahr 2019

akiwiwa – als Kino wichtig war…

Video- und Audio-Podcast von und mit
Kilian Mutschke und Joachim Polzer

Folge 2

Frühjahr 2019

Spieldauer: 115 Minuten


Inhalt und Laufzeitangaben:

0:00:00 Begrüßung und Einleitung
0:00:42 Textchart Kurzinhalts-Übersicht

0:02:07 Erstes Hauptkapitel: 2018 – in Memoriam

0:02:07 Erinnerung an Nicolas Roeg
0:02:49 Erinnerung an Bernardo Bertolucci
0:13:41 Erinnerung an Milos Forman

0:17:04 Zweites Hauptkapitel: 2018 – 100 Jahre Ingmar Bergman

0:17:04 Besprechung: Wilde Erdbeeren (1957)

0:30:48 Drittes Hauptkapitel: 2018 – Die Film-Favoriten

0:30:58 Kilian Mutschkes Favoriten von 2018:
0:30:58 Besprechung: Hereditary (2018), Aster
0:36:16 Joachim Polzers Favoriten von 2018:
0:36:16 Besprechung: They’ll Love Me When I’m Dead (2018), Neville
0:36:16 Besprechung: The Other Side Of The Wind (2018), Welles

0:43:54 Viertes Hauptkapitel: 1961 – The Innocents

0:43:54 Besprechung: The Innocents (1961), Clayton

0:56:13 Ende des ersten Teils, Intermission
0:56:32 Beginn des zweiten Teils

0:56:51 Fünftes Hauptkapitel: 1941 / 1942 – Film noir
Beginn des Filmgenres

0:58:04 Besprechung: I Wake Up Screaming (1941), Humberstone, Fox

Topos: Aus den Schatten heraustretend: Low-Key Kinematographie
Topos: Kontrast in der Schwarzweiß-Kinematographie
Topos: Laird Cregar (1913 – 1944), Schauspieler

1:04:08 Besprechung: This Gun For Hire (1942), Tuttle, Paramount
aka: Die Narbenhand

Topos: Unebenheiten – Revue-Nummern und Gasmasken-Verwechslungen
Topos: Der Zweite Weltkrieg als Thema: Giftgas-Kapitalismus für Japan
Exkurs: Laird Cregar (1913 – 1944), Schauspieler
Topos: Traumpaare des Kinos – Alan Ladd & Veronica Lake

1:13:20 Besprechung: The Glass Key (1942), Heisler, Remake, Paramount

Topos: Traumpaare des Kinos – Alan Ladd & Veronica Lake
Topos: Sado-Masochismus im Film noir

1:21:43 Besprechung: Saboteur (1942), Hitchcock, Universal

Topos: Fritz Lang, Alfred Hitchcock & Film noir – Stil und Genre
Topos: Der unschuldige, falsch Beschuldigte
Topos: Die Niedertracht der höchsten Kreise der Gesellschaft
Topos: Der Zweite Weltkrieg als Thema: Rüstungsproduktion
Topos: Die Zirkuskarawanen-Sequenz – Groteske, Freaks und Spannung
Topos: Schwarzweiß-Kinematographie als Stilelement
Topos: 1942 Film noir – Ausentwicklung der beginnenden Genreansätze

1:26:51 Sechstes Hauptkapitel: Organe und Atomkraft
Filmwerke der 1970er- und 1980er-Jahre

1:27:13 Besprechung: Coma (1978), Crichton

Topos: Medizin-Industrie und Organbeschaffung als Geschäft
Topos: „Farbe Bekennen“ für Organspenden und Coma als Farbfilm
Topos: Slow-Burn-Dramaturgie
Topos: Gegenwartskino – Die „heißen Themen“ der Gegenwart
Topos: Michael Crichton (1942 – 2008), berufliche Inspirationen
Exkurs: Xerox Palo Alto Research Center, Xerox PARC

1:35:51 Besprechung: The China Syndrome (1979), James Bridges

Topos: Koinzidenz Filmerzählung und Wirklichkeit (Three Mile Island)
Topos: AKW-Unfälle als „heißes Eisen“ im Gegenwartskino
Topos: Jack Lemmon, Michael Douglas & Jane Fonda als Darsteller-Trio
Topos: Medienkritik am Nachrichtengeschäft im Kino der 1970er-Jahre
Topos: Easy-Talk Fernseh-Nachrichten als Showformat

1:41:30 Besprechung: Silkwood (1983); Nichols

Topos: MOX-Brennelemente-Produktion wie in der Pizzafabrik
Topos: Der Regisseur Mike Nichols (1931 – 2014)
Exkurs: Die Enkel setzen die Themen der Großväter fort: Gustav Landauer
Topos: Die Wurzeln des Anarchismus bei Mike Nichols
Topos: Die Schauspielleistung von Meryl Streep
Topos: Meryl Streep, Kurt Russell & Cher als Darsteller-Trio
Topos: Die Beiläufigkeit der lesbischen Beziehungen in der Filmerzählung

1:48:57 Endrunde – „die Zeit ist vorbei“
Die Zeitalter des Kinos:
Film noir der 1940er- und 1950er-Jahre
Der Aufbruch im Kino der 1960er- und 1970er-Jahre
Millenium im Kino: Kino in den 1990er- und Nuller-Jahren

1:51:50 Abspann, Endtitel, Credits
1:54:37 Ende


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akiwiwa – als Kino wichtig war | Podcast Folge 2 | Sommer 2019
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http://digitaledämmerung.de

Die Website des akiwiwa-Podcast:
http://akiwiwa.de


Diese Folge wurde am 06. Januar 2019 aufgezeichnet.
Die Erst-Veröffentlichung erfolgte am 16. März 2019.
Redaktionsschluss war der 15. März 2019.

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Offener Brief für Gideon Bachmann (1927 – 2016)

Gideon Bachmann

Die akademische E-zine LETTERE APERTE,
„als Beitrag zur Suche nach Sinn und Form der Italienforschung“,

https://www.lettereaperte.net/
https://www.lettereaperte.net/idee/idee

brachte in der kürzlich erschienenen Edition 5/2018 eine ausführliche Schwerpunkt-Ausgabe (auf 146 Seiten) zum Leben und Wirken von Gideon Bachmann, einem film-weltreisenden Kino-Publizisten bei Zeitungen, Zeitschriften, Radiostationen und sporadisch in eigenen Dokfilm-Arbeiten (zur New Yorker Avantgarde, zu Fellini).
Die einzelnen Beiträge dieser Ausgabe sind als pdf-Datei herunter ladbar. Der obige Fotolink stammt von dort.

Zugleich war Gideon Bachmann ein Dauerreisender und Dauerstammgast bei den Filmfestivals-der-Welt in der Multitude von Beschäftigung (bei PKs oder Moderationen), Projekt-Akquise (für ihn als Schreibenden und für seine in England lebende Ehefrau als Fotografin, was beide z.B. zu Schlöndorffs „Fälschung“ brachte) und dem ganz banalen Dabeisein-Wollen, am Ort, wo die Künstler und Regie-Maestros sich die ‚Klinke des Kinos‘ in die Hand geben. Mit seinen fließenden Siebensprachigkeit war das eine sehr spezielle Welt, für die er wie geschaffen schien.

Unter der Überschrift dieser LETTERE APERTE Ausgabe:

Ciao, Gideon!
Zur Erinnerung und kritischen Würdigung
Gideon Bachmanns und seines Werkes

finden sich sehr lesenswerte Texte, Fotos und Videolinks.

https://www.lettereaperte.net/ausgaben/ausgabe-52018/ciao-gideon-zur-erinnerung-und-kritischen-wurdigung-gideon-bachmanns-und-seines-werkes

Ich persönlich hätte ja noch eine etwas kritischere Würdigung begrüßt, so sei es nun eine  erste ausführliche Hommage in vielen Lebens- und Wirk-Aspekten und dies mit  akademischer Tiefensicht. Wobei zu sagen wäre: Die Verachtung zwischen dem Akademie-Leben (insbesondere der in den letzten Jahrzehnten aufgekommenen Film- und Medienwissenschaft) und ihm gegenseitiger Natur war.

https://de.wikipedia.org/wiki/Gideon_Bachmann

Vielleicht sollte ich mein „verunglücktes Filmporträt“ über Gideon Bachmann, als wir beide Ende der 1990er-Jahre Gründungsmitarbeiter des kurzlebigen EIKK (Europäisches Institut des Kinofilms) in Karlsruhe waren und uns dort kennen lernten, das als Roh-Videomaterial in meinem Archiv liegt, doch noch einmal (und ganz besonders kritisch) durchschauen, um daraus möglicherweise einen experimentellen Rohschnitt zu probieren, gerade wenn man durch die jüngste LETTERE APERTE Ausgabe spüren kann, dass die von Gideon Bachmann hinterlassenen Spuren nun doch weiterreichender sind, als ich es bislang vermutete. Wer kannte schon Gideon Bachmann damals, außerhalb des Filmfestival-Zirkus-Circuits und einiger Bekannten, Freunde und Lebensgefährten, die seine persönlichen Spuren über die Jahre verfolgten?

Die Dreharbeiten zu meinem „verunglückten Filmproträt“ fanden Ende 1996 / Anfang 1997 kurz in Pordenone (beim Stummfilmfestival) und dann insbesondere in England statt, wo Gideon nach seiner römischen Zeit mit seiner Frau bis zu deren Tod lebte. Danach kam er, zunächst stark depressiv, nach Karlsruhe. Wir besuchten während der Dreharbeiten die Orte seines dort gelebten Lebens, insbesondere englischen Self-Storage-Lagerhäuser mit seinen Lebensartefakten. Dabei konnten wir auch die Audiokassetten mit den Interviews der Filmschaffenden (und seine Eisenbahnen) bergen, die nun in dieser Ausgabe von „lettere aperte“ ebenfalls besprochen werden.

Genau so gut wäre der film-weltreisende Gideon Bachmann, der die Nachkriegszeit bald zunächst in den USA verbrachte, freilich auch ein Forschungsgegenstand des deutsch-englisch-sprachigen Kulturraums, wie eben auch ein Gegenstand der Forschung zu erlittenen Traumata von Holocaust-Überlebenden und den Neurosen erzeugenden, notorischen Folgen bis in die Gegenwart hinein. Gideon konnte in seiner Gegenwart kein Schmatzen seines Gegenübers (mit Kaubonbons, z.B.) dulden. Der Übergang von akustophil zu akustophob war bei ihm extrem kurz. Begründet hat er dies mit seiner „Mikrophon-Hören-Sensibilität“, während er über Jahrzehnte mit einem Ton-Galgen Regisseuren bei Presseterminen zu Filmfestivals auflauschte (und dort mit „Fremdgeräuschen“ kämpfte, die andere gar nicht beim Hören wahrnahmen). Tatsächlich war er es, der mit seinen schlechten Manieren anderen bei ihren schlechten Manieren erwischte, sie zurecht wies – und so die Szene beherrschen konnte. Die Erfahrung, ein Flüchtender oder ein Flüchtlingskind zu sein (bei mir auf der anderen Seite der Geschichte), teilte ich mit ihm, was ‚Heimat‘ und stete Seßhaftigkeit stets zu einem schwierigen Topos macht.

Sein Geburtstag, an einem 18. Februar, ist im Jahreslauf ein wichtiger Punkt in meinem energetischen Jahreszyklus. Seine Sonne stand auf meinem AC, meine Mond-Uranus-Opposition spannte die erkenntnis-orientierte, inspirierte Neugier d’rauf. Schade, dass die schlechte, geomantische Energie von Karlsruhe, in räumlich direkter Nähe zur ehemaligen Rüstungsfabrik, so sehr dazwischenfunkte.

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